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20.12.2011 |

Fenster 20: Die reduzierte Mannschaft

(Bild: Andres Rodriguez - Fotolia.com).
(Bild: Andres Rodriguez - Fotolia.com).

Kurz vor Weihnachten gibt es einen Haufen Arbeit, aber nur wenige Kollegen, die diese ausführen können. Bakterien, Urlaubsplanung und andere Kalamitäten dezimieren die Reihen der Anwesenden empfindlich.

Weihnachten ist in der Tat ein besonderes Fest. Nicht nur, dass es in die dunkle, nasse und unfreundliche Jahreszeit fällt, die Winter heißt und die 90% der Bevölkerung am liebsten verdrängen oder verschlafen würden. Nein, es zeichnet sich auch dadurch aus, dass es gründlicher als alle anderen Feste im Jahresverlauf geplant wird. Weil Weihnachten so kurz vor dem Jahreswechsel liegt, ist jeder gundsätzlich davon überzeugt, dass “Weihnachten überstehen” auch “ins neue Jahr voranschreiten” heißt. Zugleich existieren gesetzliche Fristen, die mit dem 31. Dezember unweigerlich enden. Dies alles führt dazu, dass Projekte, Pläne, Investitionen und andere Vorgänge noch vor Weihnachten unbedingt erledigt sein müssen.

Nur leider liegt die Arbeitslast in der Vorweihnachtszeit mitnichten auf den Schultern des gesamten Teams. Angriffslustige Bakterien lauern in der Winterluft und stürzen sich vorwiegend in den Adventstagen auf ihre ahnungslosen Opfer. Weihnachtsmärkte, Betriebsfeiern und das enge Zusammenstehen in öffentlichen Verkehrsmitteln fördern den Austausch der kleinen Biester. Der Erfolg: Kollegen melden sich mit einer Erkältung oder anderen Unpässlichkeiten krank. Zugleich dringen sparsame Geschäftsleitungen darauf, dass ihre Mitarbeiter bitte nicht einen einzigen Tag Resturlaub mit in das neue Jahr nehmen. Das Ergebnis: ein weiterer Teil der Belegschaft fehlt auf den Fluren und an den Schreibtischen, Projekte und Berichte bleiben ungeschrieben oder werden in hektischer ungewollter Heimarbeit oder ersatzweise von den Azubis erledigt.

Die nächste Gruppe von Kollegen ist jene, deren Autos den Minustemperaturen nicht mehr trotzen. Ohne funktionierende Zündung oder Lichtmaschine sind diese Kollegen gezwungen, die Werkstatt aufzusuchen – wo sie wiederum erneut auf die regen Bakterien treffen. Andere frönen dem Wintersport auf der Eisbahn oder auf Skiern, wo sie sich verletzen, so dass sie ebenfalls nicht mehr ins Büro kommen können. Ganz zu schweigen von Ausfällen wegen exzessiven Alkoholkonsums bei den zahlreichen Weihnachtsfeiern.

Wie schön, dass im neuen Jahr wieder alles beim Alten ist – hoffentlich. Und wie schön, dass Ostern so ein unkompliziertes Fest ist.

von Susanne Bader

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