szmtag

01.07.2011 |

Der Roboter der Zukunft fühlt wie ein Mensch

Jeder der sechseckigen Sensormodule ist vollgepackt mit Sensoren, die derzeit Temperatur, Berührung und Beschleunigung messen. Zukünftig werden weitere „Sinne“ hinzukommen wie zum Beispiel die Druckmessung. (Bilder: Andreas Heddergott / TU München)
Jeder der sechseckigen Sensormodule ist vollgepackt mit Sensoren, die derzeit Temperatur, Berührung und Beschleunigung messen. Zukünftig werden weitere „Sinne“ hinzukommen wie zum Beispiel die Druckmessung. (Bilder: Andreas Heddergott / TU München)

Forscher haben eine Kunsthaut für Roboter entwickelt. Durch die gelieferten taktilen Informationen soll der Roboter sich in seiner Umgebung besser und sicherer bewegen können – besonders in der engen Zusammenarbeit mit dem Menschen äußerst wichtig [Video].

MÜNCHEN (mg). Entwickelt haben die künstliche Roboterhaut Forscher des Exzellenzclusters von der TU München (TUM). Die Haut  wird dem Roboter wichtige taktile Informationen liefern und so seine Wahrnehmung über Kameraaugen, Infrarotscanner und Greifhände ergänzen.

Wie bei der menschlichen Haut könnte zum Beispiel die Art, wie die Kunsthaut berührt wird, zu einem spontanen Zurückweichen führen (wenn der Roboter an einen Gegenstand stößt) – oder dazu, dass die Maschine erst einmal mit ihren Kameraaugen nach der Ursache der Berührung forscht. Ein solches Verhalten ist besonders wichtig, wenn Roboter als Helfer des Menschen in Umgebungen unterwegs sind, die sich ständig verändern. Aus Robotersicht ist das bereits eine normale Wohnung, in der laufend Gegenstände ihren Platz wechseln und in der sich Menschen und Haustiere bewegen.

Video: Sensibler Roboter weicht sogar Lufthauch aus

Get the Flash Player to see the wordTube Media Player.

Herzstück der neuen Roboterhülle ist ein gut 5 cm2 großes, sechseckiges Plättchen. Auf der kleinen Platine stecken vier Infrarot-Sensoren, die alles registrieren, was einen Abstand von einem Zentimeter unterschreitet. „Wir simulieren damit leichte Berührungen“, erklärt Philip Mittendorfer, Wissenschaftler am Institut für Kognitive Systeme der TUM.

Hinzu kommen sechs Temperatursensoren sowie ein Beschleunigungssensor. Der erlaubt der Maschine, die Bewegungen der einzelnen Glieder, beispielsweise ihres Armes, genau zu registrieren und damit auch zu lernen, welche Körperteile sie gerade selber bewegt. „Wir versuchen hier, besonders viele verschiedene Sinnesmodalitäten auf kleinsten Raum zu packen“, erklärt der Ingenieur.

Der Ingenieur Philipp Mittendorfer mit dem Roboter Bioloid, der 31 sechseckige Sensormodule verteilt über den ganzen Körper besitzt. Die Sensormodule messen Temperatur, Berührung und Beschleunigung, ähnlich wie die menschliche Haut.

Der Ingenieur Philipp Mittendorfer mit dem Roboter Bioloid, der 31 sechseckige Sensormodule verteilt über den ganzen Körper besitzt. Die Sensormodule messen Temperatur, Berührung und Beschleunigung, ähnlich wie die menschliche Haut.

Plättchen für Plättchen aneinander gesteckt gibt das Ganze ein bienenwabenartiges, flächiges Gebilde, das den Roboter vollständig überziehen wird. Noch ist erst ein kleines Hautstückchen fertig: 15 Sensoren, mindestens einer auf jedem Segment eines langen Roboterarms, zeigen jedoch, dass das Prinzip schon funktioniert: Schon ein leichtes Tätscheln oder Pusten sorgt dafür, dass der Arm reagiert.

„Wir werden die Haut schließen und einen Prototypen generieren, der völlig mit diesen Sensoren umschlossen ist und ganz neu mit seiner Umwelt interagieren kann“, gibt sich Mittendorfers Doktorvater Prof. Gordon Cheng überzeugt. „Eine Maschine, die selbst im Dunkeln merkt, wenn man ihr auf den Rücken tippt.

Alle Bilder zum Artikel: 

Bildergalerie Bildergalerie

Weitere Aktuelle News

Der US-Lkw-Produzent Paccar steigert seinen Umsatz, damit scheint die Marktschwäche der vergangenen Jahre überwunden. - Bild: Paccar/Peterbilt

Lkw-Hersteller Paccar steigert Gewinn leicht

Der US-Nutzfahrzeughersteller Paccar hat im zweiten Quartal von einer hohen Nachfrage nach seinen Lkw und Ersatzteilen profitiert. mehr

Auf der Motek steht in diesem Jahr die Mensch-Roboter-Kooperation im Fokus. - Bild: P. E. Schall GmbH

Schall meldet über 1.000 Aussteller für Messeduo Motek/Bondexpo

Knapp drei Monate bevor sich die Tore zur dann 33. Motek – Internationale Fachmesse für Produktions- und Montageautomatisierung - sowie zur dann 8. Bondexpo – Internationale Fachmesse für Klebtechnologien - öffnen, meldet das Messeunternehmen Schall das Überschreiten der 1.000er Marke bei den bisher angemeldeten Ausstellern. mehr

Anzeige

In Waiblingen fanden die Feierlichkeiten zur Einweihung des neuen Gebäudes des Wälzlagerherstellers Knapp statt. - Bild: Knapp

Knapp weiht neues Firmengebäude ein

Der Wälzlagerspezialist Knapp hat sein Gebäude in Waiblingen bezogen. Damit verfügt das Unternehmen über eine Betriebsfläche von rund 3.000 Quadratmetern. mehr

Satya Nadella greift durch: Der Jobabbau könnte der größte in der 39-jährigen Geschichte des Unternehmens werden. Viele der Stellenstreichungen werden bei Nokia erwartet, das Microsoft im April für 7,2 Milliarden Dollar übernommen hat. - Bild: Microsoft

Microsoft vor größtem Stellenabbau seiner Geschichte

Der neue Microsoft-Chef von Microsoft greift durch: Satya Nadella will die Struktur des US-Konzerns vereinfachen, was besonders das kürzlich übernommene Handy-Geschäft von Nokia betrifft. Bis zu 18.000 Stellen sollen in den kommenden zwölf Monaten wegfallen. mehr



Suchen