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29.03.2012 |

Ifo: Geschäftsklima leicht eingetrübt – Zuversicht bleibt

Der Optimismus der Finanzmarktanalysten und institutionellen Anleger speist sich auch aus der Hoffnung, dass es aus der aktuellen Konjunkturdelle keine Rezession wird (Bild: Thomas Reimer - Fotolia.com).
Der Optimismus der Finanzmarktanalysten und institutionellen Anleger speist sich auch aus der Hoffnung, dass es aus der aktuellen Konjunkturdelle keine Rezession wird (Bild: Thomas Reimer - Fotolia.com).

Im Verarbeitenden Gewerbe (einschließlich Ernährungsgewerbe) hat sich das Geschäftsklima nach zwei Anstiegen in Folge leicht eingetrübt. Die im Rahmen des Ifo Konjunkturtests befragten Unternehmen waren mit ihrer aktuellen Lage nicht so zufrieden wie noch im Februar, bezeichneten sie aber nach wie vor überwiegend als gut.

Im Vorleistungsgütergewerbe hat sich das Geschäftsklima abgekühlt. Der zukünftigen Entwicklung, sowohl insgesamt als auch in Bezug auf das Exportgeschäft, sahen die Firmen dagegen mit Zuversicht entgegen. Die Produktionspläne waren daher klar auf Expansion ausgerichtet. Im Investitionsgüterbereich hat sich das Geschäftsklima hingegen wieder aufgehellt. Die Unternehmen waren mit ihrer Geschäftssituation wieder zufriedener. Trotz leicht rückläufiger Nachfrage konnte eine weitere Zunahme der Warenüberhänge mit Hilfe von Produktionskürzungen vermieden werden. Auch für die kommenden Monate planten die Unternehmen, die Produktion abzusenken. In der Konsumgüterindustrie (ohne Ernährungsgewerbe) ist der Geschäftsklimaindikator geringfügig gefallen. Zwar waren die Firmen aus diesem Bereich mit ihrer momentanen Geschäftslage erkennbar zufriedener als noch im Februar, der kommenden Entwicklung sahen sie jedoch mit geringerer Zuversicht entgegen. Demzufolge waren auch die Produktionspläne nicht mehr so stark auf Expansion ausgerichtet wie zuletzt. Im Ernährungsgewerbe hat sich das Geschäftsklima wieder etwas abgekühlt. Die befragten Firmen waren mit ihrer aktuellen Situation angesichts rückläufiger Nachfrage und niedrigerer Auftragsbestände deutlich weniger zufrieden. Die Geschäftsaussichten haben sich hingegen etwas aufgeklart und die Produktionspläne waren daher auf Expansion ausgerichtet.

In der chemischen Industrie hat sich die Situation wieder etwas verschlechtert, erreichte aber erneut ein sehr hohes Niveau. Dank weiterhin reger Nachfrage konnte die Produktion ausgeweitet und Lagerüberhänge abgebaut werden. Den kommenden Monaten sahen die Firmen mit Zuversicht entgegen, insbesondere in Bezug auf das Exportgeschäft. Im Bereich Metallerzeugung und -bearbeitung waren die Unternehmen mit ihrer Situation sichtlich unzufrieden. Die Nachfrage sank spürbar und der Lagerdruck erhöhte sich. Die Produktion konnte demzufolge nur noch geringfügig angehoben werden. Für die nahe Zukunft war jedoch Zuversicht in den Meldungen erkennbar. Im Maschinenbau ist der Geschäftsklimaindikator leicht gesunken. Die Unternehmen gaben an, die Produktion nur leicht angehoben zu haben und planten auch in den nächsten Monaten nur eine geringfügige Ausweitung. Weiterhin rechneten sie mit spürbaren Impulsen aus dem Ausland. Die Hersteller von elektrischen Ausrüstungen bezeichneten im März ihre aktuelle Situation angesichts schleppender Nachfrage weniger oft als gut. Die Geschäftsaussichten haben sich den Testteilnehmern zufolge hingegen aufgehellt und die Produktion soll etwas ausgeweitet werden. Die Preise dürften den Angaben der Unternehmen zufolge moderat steigen. Die Hersteller von DV-Geräten, elektronischen und optischen Erzeugnissen zeigten sich mit ihrer aktuellen Lage weitaus zufriedener als im Vormonat. Die Nachfrage nahm nochmals zu und die Lagerbestände konnten reduziert werden. Den kommenden Monaten sahen die Firmen mit Optimismus entgegen und sie rechneten zudem mit spürbaren Impulsen aus dem Ausland. Die Produktionspläne waren daher erkennbar auf Expansion ausgerichtet.

Im Fahrzeugbau hat sich die bereits sehr gute Geschäftslage verbessert und auch die Perspektiven für die kommenden sechs Monate wurden nicht mehr so negativ bewertet. Angesichts ungünstiger Exportaussichten wurden die Produktionspläne jedoch deutlich nach unten korrigiert. Im Bereich Glasgewerbe, Keramik, Verarbeitung von Steinen und Erden hat sich das Geschäftsklima wieder verbessert. Nach der sprunghaften Verschlechterung der Geschäftslage im Februar, bewerteten die Firmen ihre Situation wieder positiver und gaben an, die Produktion deutlich ausgeweitet zu haben. Den Angaben der Unternehmen zufolge dürfte sich die Geschäftssituation in den kommenden Monaten verbessern. Im Papiergewerbe hat sich die Lage nochmals verbessert. Die Nachfragewar weiter schwungvoll und auch die Auftragsbestände erhöhten sich. Für die kommenden Monate rechneten die Firmen mit einer Geschäftszunahme und wollten die Produktion ausweiten. Im Druckgewerbe ist der Geschäftsklimaindikator gestiegen. Die Firmen waren mit ihrer aktuellen Situation deutlich zufriedener als noch im Februar. Der Lagerbestand konnte verringert werden und vereinzelt war sogar von Lieferengpässen die Rede. Der zukünftigen Entwicklung sahen die Unternehmen mit Zuversicht entgegen. Im Bereich Gummi- und Kunststoffwaren hat sich das Geschäftsklima etwas abgekühlt. Die Nachfrage war den Firmenmeldungen zufolge rückläufig und auch die Auftragsbestände verringerten sich. Eine Verschlechterung der Geschäftslage in den kommenden Monaten war nach den Angaben der Unternehmen jedoch nicht Sicht.

Im Textilgewerbe stagnierte der Geschäftsklimaindikator im negativen Bereich. Stark rückläufige Nachfrage führte zu einem Aufbau der Warenlager. Die Produktion musste deutlich zurückgefahrenwerden. Auch die Produktionspläne der Unternehmen sahen weitere Kürzungen vor. Im Holzgewerbe (ohne Möbelhersteller) hat sich die Lage infolge nachlassender Nachfrage und rückläufiger Auftragsbestände wieder verschlechtert. Der Lagerdruck war im März unverändert hoch. Den Angaben der Firmen zufolge haben sich die Geschäftsaussichten, sowohl insgesamt als auch in Bezug auf den Export, deutlich verschlechtert.

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