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13.12.2011 |

Rittal: “Lösungen aus alternativen Materialien werden sich etablieren!”

Dr. Thomas Steffen, Geschäftsführer Forschung und Entwicklung bei Rittal: "Unsere Strategie ist es, mit Weltprodukten an den Markt zu gehen."
Dr. Thomas Steffen, Geschäftsführer Forschung und Entwicklung bei Rittal: "Unsere Strategie ist es, mit Weltprodukten an den Markt zu gehen."

Worauf es in der Klimatechnik ankommt und warum sich Entwicklungsleiter Dr. Thomas Steffen mit der Substitution von Stahlblech beschäftigt, berichtet er exklusiv in Produktion.

Sabine Spinnarke

Wie hoch ist der Stahlblechverbrauch von Rittal?

Wir sind nach der Automobilindustrie einer der größten Einzelabnehmer von Stahlblech. In unserem größten Werk in Rittershausen verbrauchen wir 400 t Stahlblech pro Tag – nur für unsere TS 8 Großschaltschränke.

Wie weit sind Sie in der Entwicklung alternativer Materialien?

Kunststoff bietet einen interessanten Mehrwert, denn er ist viel flexibler in der Ausgestaltung als klassischer Stahl. Erste Lösungen können wir schon präsentieren: Mit unserem neuen Sockelsystem Flex-Block haben wir einige Eigenschaften des Stahlblechsockels stark verbessert und die Montagezeiten drastisch reduziert. So können wir den Bauraum für integrierte Klimalösungen nutzen. Beim Thema Werkstoffe geht es also nicht nur um Materialsubstitution, sondern auch um eine andere Funktionalität. Ich bin überzeugt, dass sich Lösungen aus alternativen Materialien etablieren.

Welches sind die Herausforderungen in der Klimatechnik?

Um eine möglichst hohe Energieeffizienz zu erzielen, kommt es darauf an, das Zusammenspiel der Kühlgeräte-Komponenten optimal aufeinander abzustimmen. Neben der EC-Lüftertechnologie, die einen erheblichen Effizienzgewinn beim Betrieb von Kühlgeräten mit sich bringt, bieten beispielsweise drehzahlgeregelte Kompressoren sowie intelligente Regelalgorithmen hohe Potenziale. Verbessern lässt sich schließlich die Integration von Kühl- und Schaltschranktechnik. Denkbar sind Konzepte, die über die klassische Lösung „Kühlgerät am Schaltschrank“ hinausgehen. Je nachdem wie intelligent und adaptiv die Aspekte Integration und Regelung gelöst sind, trennt sich in Sachen Effizienz die Spreu vom Weizen. Innovativ ist ein Schaltschrank mit integrierter Klimatechnik, sodass sich der Kunde keine Gedanken machen muss, wo er seine Klimatisierung unterbringt. Rittal arbeitet intensiv an diesem Thema.

Welches sind die Stärken Rittals auf diesem Gebiet?

Wir sind sowohl bei der Schaltschranktechnik als auch bei der Klimatechnik weltweit führend. Mit „Rittal – Das System.“ bieten wir technisch ein flexibles, durchgängiges System und eine effiziente und wirtschaftliche Gesamtlösung. Dieses Programm wird auch in Zukunft den Weltstandard der Gehäusetechnik, der Klimatisierung und der IT-Welt entscheidend prägen.

Welche Position hat Deutschland auf diesem Gebiet im internationalen Vergleich ?

Es gibt in Deutschland und weltweit keinen Wettbewerber, der ein so breites Produkt- und Servicespektrum rund um die Schaltschrank- und Klimatechnik im Angebot hat wie Rittal. Deutschland ist auf diesem Gebiet international führend.

Wie beurteilen Sie die Marktchancen von Rittal?

Wir sehen große Chancen: Ein Großteil unseres Umsatzes liegt nach wie vor in Europa. Hier haben wir hohe Marktanteile, stehen allerdings in anderen Ländern mit der Systemplattform „Rittal – Das System.“ noch am Anfang. Unsere Strategie ist es, mit Weltprodukten an den Markt zu gehen. Durch die permanente Verbesserung von Produkten und Serviceleistungen sowie die Schaffung neuer Lösungen wollen wir unseren Vorsprung weiter ausbauen. Um die ambitionierten Wachstumsziele, die bis 2015 einen Jahresumsatz von 3 Milliarden Euro anstreben, zu erreichen, will Rittal insbesondere auch international weiter wachsen. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf Wachstumsregionen wie Brasilien, Russland, China und Indien. Ohne Investitionen kein Wachstum. Für die Erweiterung der Produktion in Shanghai wird Rittal 40 Millionen Euro bereitstellen. Auf Wachstumskurs ist auch die Tochtergesellschaft in Indien, deren Fertigwarenlager um 3.600 Quadratmeter erweitert wird. In Deutschland sind ebenfalls Investitionen geplant: Am Standort Rittershausen soll die Fertigung rationalisiert und flexibilisiert werden, um kürzere Durchlaufzeiten zu ermöglichen.

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