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02.05.2011 | Automatisierung
Robotik: Die Leichtgewichte kommen

Es lohnt sich auch für kleine und mittelständische Betriebe, über Roboter in der Produktion nachzudenken – zumindest über Leichtbauroboter: Im Vergleich zu klassischen Industrierobotern punkten diese vor allem durch Flexibilität, einen geringeren Raumbedarf und teilweise auch durch einen günstigeren Preis.
von Michaela Neuner
LANDSBERG (mg). Leichtbauroboter wiegen i. d. R. weniger als 20 Kilo. Muskelkraft und einfache Transporthilfen reichen aus, um sie von einem Einsatzort zum nächsten zu bringen. So können sie beispielsweise tagsüber Werkzeugmaschinen be- und entladen und in der Nachtschicht die gefertigten Teile prüfen oder kommissionieren.
„Gerade das Be- und Entladen von Maschinen ist ein enormer Markt für Leichtbauroboter.“ Dieter Faude, Faude Automatisierungstechnik GmbH.
Gerade das Be-und Entladen von Maschinen sei ein enormer Markt, weiß Dieter Faude von der Faude Automatisierungstechnik GmbH im württembergischen Gärtringen aus Erfahrung, auch im Mittelstand. Hier könne man mit Leichtbaurobotern Stückkosten senken, ohne deutlich investieren zu müssen – einfach dadurch, dass Maschinen länger laufen: „Die Mitarbeiter machen tagsüber die schwierigen Teile und in den Abendstunden schafft der Roboter an derselben Maschine autonom und fertigt die einfacheren“, kann sich der Automatisierungsspezialist und Vertriebspartner von Universal Robots vorstellen.
Die meisten Leichtbauarme arbeiten mit 24 bzw. 48 V Gleichstrom und brauchen gewichtsbedingt relativ wenig Energie. Dadurch und wegen ihrer kompakten Bauweise können viele auch als mobile Greifarme auf autonome Transportsysteme montiert werden. Zudem birgt ein leichterer Roboter wesentlich weniger Gefahren für die Menschen in seinem Umfeld als ein schneller, schwerer.
Das prädestiniert Leichtbauroboter für die direkte Zusammenarbeit mit Menschen und es wirkt sich generell auf die nötigen Sicherheitsvorkehrungen aus: Robotersysteme, die für den „kollaborierenden“ Betrieb zugelassen sind, müssen nicht aufwendig abgesperrt werden. Aber: „Auch ein Leichtbauroboter muss gewisse Kriterien erfüllen“, bremst Dr. Matthias Umbreit von der Berufsgenossenschaft Holz und Metall.
So dürfen im Fall einer Kollision mit einem Menschen bestimmte Kraft- und Druckgrenzwerte nicht überschritten werden. Grundsätzlich darf kein Roboter einen Menschen verletzen. Kommt es dennoch dazu, „muss ein Hämatom das Äußerste sein, was der Roboter verursachen kann“, betont Umbreit. Viele übersähen, dass ein Roboter nicht am Flansch ende, warnt er.
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