12.01.2012 | Beruf & Karriere
Talent-Managament: Firmen vernachlässigen die Erfolgskontrolle

Die gezielte Erfolgsmessung der Fähigkeiten von Mitarbeitern ist in den meisten Unternehmen nach einer Studie des Strategieberaters für Talent-Management Lumesse noch völlig unterentwickelt und der Nutzen wird kaum systematisch erfasst.
Düsseldorf (gk). Unternehmen investieren heute viel Geld in Anwerbung und Onboarding neuer Mitarbeiter, anschließend stecken sie ebenso viel Geld ins Talent-Management – messen dann aber die Erfolge dieser Arbeit nicht gezielt. Im Gegenteil: Die meisten Unternehmen betreiben kaum Aufwand in Sachen Erfolgsmessung und sehen auch kaum einen Nutzen in den Messungen im eigenen Haus.
Bei einer Marktuntersuchung befragte der Strategieberater für Talent-Management, Lumesse, 123 Human-Ressources-Mitarbeiter deutscher Unternehmen zu verschiedenen Aspekten der Erfolgsmessung des Talent Managements im eigenen Haus; unter den Firmen befanden sich auch zahlreiche DAX-Konzerne. Knapp zwei Drittel (60,4 %) gaben an, die im Unternehmen durchgeführte Messung nutze „gar nicht“ oder „kaum“, während 35,8 % immerhin den Nutzen erkennen. Allerdings sind nur 3,8 % der Meinung, die Erfolgsmessung nutze „viel“. Sven Elbert, Sales Director Germany bei Lumesse: „Diese Umfrageergebnisse spiegeln die Gesamtsituation des Einsatzes von Talent Management wider, denn nach wie vor betreibt ein großer Teil der Unternehmen es nur unsystematisch, hat einen geringen Reifegrad und misst zudem die Erfolge nicht.
Bei Unternehmen mit einem ganzheitlichen Ansatz im Talent-Management verzeichnete Lumesse hingegen einen steigenden Bedarf an softwarebasierten Talent-Management-Lösungen, die die Erfolgsmessung vereinfachen und einen Mehrwert liefern sollen.
Entsprechend mager verhält es sich angesichts dieser Aussagen auch mit dem Aufwand der Erfolgsmessung im eigenen Haus. Mehr als zwei Drittel (67,9 %) betreiben „keinen“ oder nur „wenig“ Aufwand bei der Erfolgsmessung. Immerhin ein Viertel (24,5 %) betreibt zumindest „etwas“ Aufwand, während nur 7,6 % viel Aufwand betreiben.
Kein Wunder, dass die von den Unternehmen betriebenen Methoden eher als sporadisch denn als systematische, auf Zahlen und Fakten basierende Nachverfolgung der Wirksamkeit der eingesetzten Methoden zu bezeichnen sind: Zu den Top drei der Instrumente, die benutzt werden, zählen Fluktuationsrate, Mitarbeiterbefragungen und Kündigungsquote – allesamt Kennzahlen beziehungsweise Methoden, die nicht für einen hohen Reifegrad des Talent-Management sprechen und eher den Charakter einer Stichprobe denn belastbarer Zahlen haben.
Dr. Carsten Busch, Geschäftsführer von Lumesse Deutschland: „In Kombination betrachtet, betreiben nur 1,9 % der Befragten viel Aufwand für die Erfolgsmessung des Talent-Managements und sind vom Nutzen überzeugt. Diese Zahlen sind für uns alarmierend, denn auf globaler Ebene wird die Bedeutung der Mitarbeiterbindung und -entwicklung absolut großgeschrieben.
Systematisches Talent-Management inklusive Erfolgsmessung sei der Weg dorthin. Internationale Kunden, die mit Talent-Management-Lösungen arbeiten, bauten ihre Systeme aus und vergrößern so den Abstand zu den Nachzüglern aus Deutschland. Diese Unternehmen fällen ihre Entscheidungen auf der Basis systematisch gemessener Zahlen.
Anzeige
Anzeige
Weitere Aktuelle News
‚Kleinste Stückzahlen individuell produzierbar‘
Beim Produktionskongress 2013 der TUM skizzierten Fachleute, wo die Reise bei Industrie 4.0 hingeht. Nach Einschätzung von Bosch-Manager Dr. Ferber können künftig selbst kleinste Stückzahlen bei höchster Produktivität stark individualisiert werden. Gunnar Knüpffer München. „Für die Produktion bedeutet Industrie 4.0 vor allem mehr F mehr
Gesamtmetall: ‚M+E-Industrie in Wachstumspause‘
Nach Einschätzung von Gesamtmetall wird derzeit nur mit einem geringen Wachstum in der Metall- und Elektro-Industrie gerechnet. Deshalb passe eine Forderung von 5,5 % mehr Entgelt nicht. Gunnar Knüpffer München. Gesamtmetall kritisiert die IG-Metall-Forderung von bis zu 5,5 % mehr Entgelt. Denn nach Einschätzung von Gesamtmetall ist die mehr
So ist der GMAT zu schaffen
Dr. Jörn Meissner ist Inhaber von Manhattan Review, ein Anbieter von Vorbereitungskursen für den Graduate Management Admissions Test (GMAT). Er weiß, wie man ein gutes Testergebnis erzielt, das gerade an internationalen Business Schools oft vorausgesetzt wird, um in ein MBA-Programm aufgenommen zu werden. Ulrike Schäfer Herr Meissner, war mehr
‚Perspektive ist eine andere geworden‘
Der Director of Sales bei der TSI GmbH, Oliver Bischof, konnte nach Abschluss des EMBA die Zusammenarbeit mit anderen Abteilungen seiner Firma verbessern. Er unterstützt jetzt auch die Strategie. Herr Bischof, weshalb haben Sie sich speziell für den Executive MBA der RWTH Aachen University entschieden? Ich habe nach einem Programm gesucht, da mehr
Anzeige





www.automobil-produktion.de/ase

