01.06.2011 | Automotive

Bosch und Samsung winken neue Aufträge für Elektroauto-Batterien

Mitarbeiter von SB LiMotive montieren am Standort Stuttgart-Feuerbach ein Lithium-Ionen-Batteriesystem. Das Joint Venture für Elektroauto-Batterien wurde im Sommer 2008 von Bosch und Samsung gegründet (Bild: Bosch).
Mitarbeiter von SB LiMotive montieren am Standort Stuttgart-Feuerbach ein Lithium-Ionen-Batteriesystem. Das Joint Venture für Elektroauto-Batterien wurde im Sommer 2008 von Bosch und Samsung gegründet (Bild: Bosch).

Dem Joint Venture für Elektroauto-Batterien von Bosch und Samsung winken offenbar neue Aufträge. Man befinde sich in Gesprächen mit mehreren großen Autoherstellern, unter anderem in den USA und China.

SEOUL/FRANKFURT (Dow Jones/ks)–Angesichts der potenziell guten Nachfrage erwägt SB LiMotive laut Aussage des Managers Zellen- und Modulfabriken in den USA, Europa, China und Indien zu bauen. “Wir werden diese Pläne ab nächstem Jahr aggressiv verfolgen”, , sagte der Chef des koreanischen Bosch-Partners, Park Sang-jin, am Mittwoch.

Aktuell betreibt das Gemeinschaftsunternehmen in Ulsan in Korea eine Fertigungsstätte für Zellen und Module sowie in Springsboro in den USA einen Standort für ganze Batteriesysteme sowie Applikationen. Bernd Bohr, Vorsitzender der Kraftfahrzeugtechniksparte bei Bosch, hatte Anfang 2013 als realistischen Zeitpunkt für einen Standort in Europa, eventuell in Deutschland, ins Spiel gebracht.

Im Sommer 2008 hatten Bosch und Samsung das Joint Venture zur Entwicklung, Fertigung und zum Vertrieb von Lithium-Ionen-Batterien gegründet. Seit Ende des vergangenen Jahres werden in Ulsan Lithium-Ionen-Batteriezellen produziert. Bis 2015 soll die Kapazität auf gut vier Gigawattstunden pro Jahr hochgefahren werden – das würde für rund 180.000 Elektrofahrzeuge reichen.

SB LiMotive beliefert aktuell BMW mit Zellen für das Megacity Vehicle (BMW i3), Chrysler mit Batteriesystemen für die Elektroversion des Fiat 500 in den USA sowie den US-Zulieferer Delphi mit Packs für Lkw und Busse. Zudem läuft ein Forschungsprojekt mit den drei großen US-Herstellern General Motors, Ford und Chrysler. Auch VW-Chef Martin Winterkorn hatte vor Kurzem gesagt, beim Thema Batterien sei eine Kooperation mit Bosch denkbar, und auch Daimler-Entwicklungsvorstand Thomas Weber ist an einer Zusammenarbeit mit dem Nachbarn interessiert.

Der globale Markt für Lithium-Ionen-Batterien wird sich nach Einschätzung von Branchenexperten dank der zunehmenden Nachfrage nach alternativen Antriebstechnologien in den kommenden Jahren auf rund 32 Mrd USD verdreifachen. Im Jahr 2020 dürften von insgesamt etwa 100 Mio verkauften Autos rund 9 Mio Stück einen Hybrid- oder reinen Elektroantrieb besitzen.

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