15.11.2010 | Energie-Effizienz

Effizienz ganzheitlich und individuell

Energie-Effizienz gilt in der Industrie als heißes Eisen. Gerade in energieintensiven Branchen wie der Stahlherstellung spart Effizienz viel Geld.
Energie-Effizienz gilt in der Industrie als heißes Eisen. Gerade in energieintensiven Branchen wie der Stahlherstellung spart Effizienz viel Geld.

Der Energieversorger E.ON geht in die Offensive. Mit einem ganzheitlichen Konzept der betrieblichen Energieanalyse möchte er künftig mehr Industriekunden gewinnen und binden.

von Verena Fahrion

MÜNCHEN. „Erfolgreiche Energie-Effizienz erfordert einen ganzheitlichen Blick auf die individuellen Gegebenheiten der Unternehmens“, betonte Dieter Bochmann, für das Industriekundengeschäft verantwortlicher Geschäftsführer der E.ON Vertrieb Deutschland GmbH in München. Genau diesen ganzheitlichen Blick will der Energie-Versorger jetzt vermehrt in Unternehmen werfen, die ihre Energie-Kosten senken und ein zertifiziertes Energiemanagement-System vorbereiten wollen. Schließlich gehe es beim Thema Effizienz um erhebliche Summen, sagt Bochmann. Laut Studien belaufe sich das Energie-Einsparpotenzial der deutschen Industrie auf jährlich zehn Milliarden Euro.

Um den ganzheitlichen Blick auch bieten zu können, wurde das Vertriebsgeschäft der E.ON Energie und E.ON Ruhrgas im Sommer dieses Jahres gebündelt. Damit sei nicht nur die Grundlage geschaffen worden, Strom und Gas aus einer Hand anzubieten, sondern auch bundesweit tätig zu sein, wirbt Bochmann. „Wir bieten primär Beratung an“, sagt der Geschäftsführer. „Im Einzelfall auch Contracting, aber Finanzierung ist nicht unser Kerngeschäft.“ Der ganzheitliche Energie-Effizienz-Blick des Energieversorgers umfasst fünf Bereiche:

  • Wärme und Kälte,
  • Licht,
  • elektrische Netze,
  • Gas-Netze und Gas-Anlagen,
  • Sonderthemen wie Thermographie, Mobilität, elektrische Antriebe, Druckluft sowie Benchmarking.

Beim ersten Sondierungsgespräch würden die Anforderungen des Kunden besprochen, erklärt der Industrie-Geschäftsführer den Projektablauf des betrieblichen Energieanalyse. „Es folgen Datenerfassung, Datenanalyse und eine Datenbewertung.“ Auch Kennzahlen und Benchmarks würden erstellt, Energieverbräuche und -ströme dargestellt, sagt Bochmann. Aus all den Analysen resultiere ein Maßnahmenkatalog für den Industriekunden, den er dann umsetzen sollte.

Mit Beispielen aus der industriellen Praxis konnte Hans Wackertapp, Abteilungsleiter Industriedienstleistungen bei der E.ON Ruhrgas AG Energie-Effizienz-Erfolge in München vorweisen. Er machte deutlich, dass sich gerade Erdgas sehr gut für Kraft-Wärme-Kopplungsprozesse einsetzen lasse, ebenso wie zur Beheizung. Seinen Angaben zufolge, beläuft sich der Einsatz von Erdgas in der Industrie auf 33 % gleichauf mit Strom 33 % und der Einsatz von Kohle auf 18 %. „Erdgas hat den Vorteil, das es keine Schadstoffe aufweist, und keine Abgase wie Öl und dazu noch weniger CO2 produziert”, sagt Wackertapp. Alles Gründe warum Gas auch gerne in der sensiblen Lebenmittelindustrie zum Einsatz komme. Am Beispiel der betrieblichen Energieanalyse in einer Glasfabrik zeigte Wackertapp wie das Unternehmen schließlich 500 000 Kilowattstunden im Jahr einsparen konnte (Projektbeschreibung in der nächsten Ausgabe der Produktion).

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