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08.11.2011 |

Solarkrise erfasst auch Roth & Rau

Unsicherheiten über die europäischen Förderbedingungen und schwierige Finanzierungsbedingungen für die Kunden haben Roth& Rau einen Strich durch die Rechnung gemacht (Bild: Roth & Rau).
Unsicherheiten über die europäischen Förderbedingungen und schwierige Finanzierungsbedingungen für die Kunden haben Roth& Rau einen Strich durch die Rechnung gemacht (Bild: Roth & Rau).

Die Krise im Markt für Solarenergie hat nun auch den Zulieferer für Solaranlagen Roth & Rau erfasst. Das Unternehmen gab am Montag eine Gewinnwarnung heraus.

HOHENSTEIN-ERNSTTHAL (Dow Jones/ks)–Die Verunsicherung über die künftige Ausgestaltung der Solarförderprogramme in europäischen Märkten habe anders als erwartet zu einem weiteren drastischen Rückgang der Nachfrage nach Solarmodulen und -systemen geführt, begründete das Unternehmen seine Gewinnwarnung. Überkapazitäten im Markt und erschwerte Finanzierungsbedingungen für Solarprojekte hätten zusätzlich belastet.

Roth & Rau konnte deshalb einen Großteil der laufenden Projekte im dritten Quartal 2011 nicht planmäßig abschließen. Auch die geplanten Verkäufe von Lagerbeständen konnten nicht wie geplant realisiert werden, woraus sich ein Wertberichtigungsbedarf ergab. Als weitere Folge der Marktturbulenzen hat sich die Bonität einiger Kunden deutlich verschlechtert, so dass Roth & Rau einzelne Forderungen berichtigen musste.
Nach vorläufigen Zahlen belief sich der Konzernumsatz im dritten Quartal 2011 auf 54 Mio Euro, ein Rückgang um 24%. Das vorläufige EBIT betrug minus 52 Mio Euro und wurde durch Sondereffekte in Höhe von 45 Mio Euro belastet. Darin enthalten waren Abschreibungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und auf Lagerbestände sowie Rückstellungen für vertragliche Risiken und durchzuführende Strukturmaßnahmen. Außerdem mussten Wertberichtigungen bei den immateriellen Vermögensgegenständen vorgenommen werden.
Der Vorstand schließt im laufenden vierten Quartal weitere Ertragsrisiken nicht aus, was zu zusätzlichen Sondereffekten von etwa 15 Mio Euro führen könnte. Das Unternehmen, das in diesem Jahr von der Schweizer Gruppe Meyer Burger übernommen worden ist, hat nun in der Produktion Kurzarbeit eingeführt, die zunächst auf ein halbes Jahr befristet wurde. Zudem beschleunigt das Unternehmen sein Sparprogramm.

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