25.01.2012 | CleanTech
Wachsende Akzeptanz von Elektrofahrzeugen

In gewerblichen Fuhrparks spielen die Umwelteigenschaften von Fahrzeugen eine wachsende Rolle. Dies ergab eine Umfrage des Freiburger Öko-Instituts.
FREIBURG (sp). Rund ein Fünftel der befragten 30 Flottenbetreibern gab an, um bis zu 20 Prozent höhere Kosten für den „grünen Betrieb“ des eigenen Pkw-Bestandes in Kauf zu nehmen. Dennoch bleibt die Kombination aus Anschaffungs- und Betriebskosten das wesentliche Kriterium bei der gewerblichen Beschaffung.
Die Wissenschaftler berechneten die Gesamtkosten für gewerbliche Flottenfahrzeuge, die heute im Vergleich zu konventionell betriebenen Pkw noch vergleichsweise hoch sind. Der Grund sind höhere Investitionskosten für Elektrofahrzeuge. Aber: Sie kamen gleichzeitig zu dem Schluss, dass der Kostennachteil von heute bis 2020 auf etwa 20 Prozent sinken wird. Im Jahr 2030 haben Elektrofahrzeuge in den meisten Fahrzeugklassen sogar einen Kostenvorteil gegenüber Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor.
Kostenvorteile überwiegen ab 2030
„Angesichts dieser Kostenvorteile, die Elektroautos in der gewerblichen Nutzung bis 2030 erreichen werden, steigt die Akzeptanz der Einkäufer“, prognostiziert Florian Hacker, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Öko-Institut und Experte für Elektromobilität. „Unsere Analysen der Einsatzmuster von gewerblichen Flottenfahrzeugen auf Grundlage der Verkehrserhebung ‚Kraftfahrzeugverkehr in Deutschland‘ zeigen zudem, dass gewerbliche Servicefahrzeuge im Schnitt 13.000 km pro Jahr zurücklegen. Somit können vor allem die geringen Betriebskosten von Elektrofahrzeugen ihre dämpfende Wirkung auf die Gesamtkosten entfalten.“
Die Unternehmensbefragung war Teil des Projektes „Begleitforschung E-Mobility Berlin“. Das Öko-Institut bewertete den Flottenversuch der Daimler AG, der den Einsatz von etwa 150 Elektrofahrzeugen durch private und gewerbliche Kunden im Alltagsbetrieb in den vergangenen zwei Jahren in Berlin erprobt hat, unter ökologischen Gesichtspunkten.
Die Wissenschaftler analysierten dabei auch die Grenzen der Nutzung für Elektrofahrzeuge. Die größte Hürde im privaten Bereich, nämlich dass die seltenen, längeren Urlaubsfahrten nicht mit dem Elektroauto geschafft werden, spielt in der gewerblichen Nutzung eine untergeordnete Rolle. Größere Flotten mit elektrischen und konventionellen Antrieben können flexibler auf die verschiedenen Fahrtentypen reagieren: kurze Fahrten mit dem Elektroauto, längere mit dem Benziner. Auch die vergleichsweise langen Aufladezeiten bewerten die Befragten als weniger problematisch.
Eine Million rein batterieelektrische Fahrzeuge bis 2030
Neben dem gewerblichen Einsatz schätzten die Wissenschaftler auch das Gesamtpotenzial für die private und gewerbliche Nutzung von batterieelektrischen Fahrzeugen in Deutschland in den kommenden zwei Jahrzehnten ab. Demnach können im Jahr 2030 etwa eine Million Elektroautos auf deutschen Straßen fahren – das entspricht etwa zwei Prozent aller Pkw in Deutschland. Gewerbliche Servicefahrzeuge haben am Gesamtbestand lediglich einen Anteil von etwa fünf Prozent. Der überwiegende Anteil der eine Million Elektrofahrzeuge wird daher privat genutzt. Auf den gewerblichen Bereich entfallen trotz hoher Potenziale lediglich vier Prozent im Jahr 2020 bzw. 14 Prozent bis 2030.
„Wenn alle diese Fahrzeuge mit Strom aus zusätzlich erzeugten erneuerbaren Energien fahren, können diese insgesamt etwa 0,75 Millionen Tonnen CO2 einsparen. Das entspricht knapp einem Prozent der CO2-Emissionen aller Pkw in Deutschland“, fasst Hacker das Klimaschutzpotenzial batterieelektrischer Fahrzeuge insgesamt zusammen.
Das Projekt wird mit Mitteln des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung gefördert. Die Programmkoordination verantwortet die NOW GmbH Nationale Organisation Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie.
Anzeige
Anzeige
Weitere Aktuelle News
Range Extender: Stecker raus für Elektromobilität
Der Rummel um die Elektromobilität ebbt ab. Denn mittlerweile greift die Erkenntnis, dass vorerst Autos mit Plug-in-Hybrid-Technik – also sowohl Elektro- als auch Benzinmotor – die Lösung für den Übergang sind. von Dietmar Poll (ks). Derzeit klingen Schlagzeilen, die um die Einführung von E-Fahrzeugen handeln, beispielsweise so: †mehr
Phono Solar und Power-One vertiefen Zusammenarbeit
Phono Solar, ein weltweit agierender Hersteller von Lösungen für erneuerbare Energien mit chinesischen Wurzeln, und das amerikanische Unternehmen Power-One, ein weltweiter Hersteller von erneuerbaren Energien, energieeffizienten Leistungskonversions- und Management-Lösungen, starten ein Austausch-Testprogramm. WILLICH (KK). Phono Solar Inc. i mehr
EU schlägt im Solar-Streit mit China zurück
Der Streit zwischen der Europäischen Union und China um Dumpingpreise bei Solarzellen eskaliert. Die Europäer wollen jetzt Importzölle auf Photovoltaikprodukte aus dem Reich der Mitte erheben. von Matthew Dalton, Dow Jones BRÜSSEL (ks). Damit droht ein Handelskonflikt, der sich zu einem der schärfsten der vergangenen Jahrzehnte entwic mehr
Umsatz bei Photovoltaik-Produktionsmitteln bricht 2012 um 50% ein
Photovoltaik-Produktionsmittel: Schwacher Auftragsbestand und rückläufige Auftragseingänge bestimmen das Bild. Frankfurt/M. (pd/ks). Der Umsatz der Hersteller von Komponenten, Maschinen und Anlagen für die Photovoltaik in Deutschland sank im Geschäftsjahr 2012 um fast 50% gegenüber dem Vorjahr, berichtet der VDMA im Vorfeld der SNEC PV P mehr
Anzeige





www.automobil-produktion.de/ase

