szmtag

25.01.2012 |

Wachsende Akzeptanz von Elektrofahrzeugen

Seit Dezember 2011 ist der BMW ActiveE auf den Berliner Straßen unterwegs. Der Feldversuch findet mit 30 Automobilen statt und soll Ergebnisse über die Alltagsnutzung des Elektrofahrzeugs liefern.
Seit Dezember 2011 ist der BMW ActiveE auf den Berliner Straßen unterwegs. Der Feldversuch findet mit 30 Automobilen statt und soll Ergebnisse über die Alltagsnutzung des Elektrofahrzeugs liefern.

In gewerblichen Fuhrparks spielen die Umwelteigenschaften von Fahrzeugen eine wachsende Rolle. Dies ergab eine Umfrage des Freiburger Öko-Instituts.

FREIBURG (sp). Rund ein Fünftel der befragten 30 Flottenbetreibern gab an, um bis zu 20 Prozent höhere Kosten für den „grünen Betrieb“ des eigenen Pkw-Bestandes in Kauf zu nehmen. Dennoch bleibt die Kombination aus Anschaffungs- und Betriebskosten das wesentliche Kriterium bei der gewerblichen Beschaffung.

Die Wissenschaftler berechneten die Gesamtkosten für gewerbliche Flottenfahrzeuge, die heute im Vergleich zu konventionell betriebenen Pkw noch vergleichsweise hoch sind. Der Grund sind höhere Investitionskosten für Elektrofahrzeuge. Aber: Sie kamen gleichzeitig zu dem Schluss, dass der Kostennachteil von heute bis 2020 auf etwa 20 Prozent sinken wird. Im Jahr 2030 haben Elektrofahrzeuge in den meisten Fahrzeugklassen sogar einen Kostenvorteil gegenüber Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor.

Kostenvorteile überwiegen ab 2030

„Angesichts dieser Kostenvorteile, die Elektroautos in der gewerblichen Nutzung bis 2030 erreichen werden, steigt die Akzeptanz der Einkäufer“, prognostiziert Florian Hacker, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Öko-Institut und Experte für Elektromobilität. „Unsere Analysen der Einsatzmuster von gewerblichen Flottenfahrzeugen auf Grundlage der Verkehrserhebung ‚Kraftfahrzeugverkehr in Deutschland‘ zeigen zudem, dass gewerbliche Servicefahrzeuge im Schnitt 13.000 km pro Jahr zurücklegen. Somit können vor allem die geringen Betriebskosten von Elektrofahrzeugen ihre dämpfende Wirkung auf die Gesamtkosten entfalten.“

Die Unternehmensbefragung war Teil des Projektes „Begleitforschung E-Mobility Berlin“. Das Öko-Institut bewertete den Flottenversuch der Daimler AG, der den Einsatz von etwa 150 Elektrofahrzeugen durch private und gewerbliche Kunden im Alltagsbetrieb in den vergangenen zwei Jahren in Berlin erprobt hat, unter ökologischen Gesichtspunkten.

Die Wissenschaftler analysierten dabei auch die Grenzen der Nutzung für Elektrofahrzeuge. Die größte Hürde im privaten Bereich, nämlich dass die seltenen, längeren Urlaubsfahrten nicht mit dem Elektroauto geschafft werden, spielt in der gewerblichen Nutzung eine untergeordnete Rolle. Größere Flotten mit elektrischen und konventionellen Antrieben können flexibler auf die verschiedenen Fahrtentypen reagieren: kurze Fahrten mit dem Elektroauto, längere mit dem Benziner. Auch die vergleichsweise langen Aufladezeiten bewerten die Befragten als weniger problematisch.

Eine Million rein batterieelektrische Fahrzeuge bis 2030

Neben dem gewerblichen Einsatz schätzten die Wissenschaftler auch das Gesamtpotenzial für die private und gewerbliche Nutzung von batterieelektrischen Fahrzeugen in Deutschland in den kommenden zwei Jahrzehnten ab. Demnach können im Jahr 2030 etwa eine Million Elektroautos auf deutschen Straßen fahren – das entspricht etwa zwei Prozent aller Pkw in Deutschland. Gewerbliche Servicefahrzeuge haben am Gesamtbestand lediglich einen Anteil von etwa fünf Prozent. Der überwiegende Anteil der eine Million Elektrofahrzeuge wird daher privat genutzt. Auf den gewerblichen Bereich entfallen trotz hoher Potenziale lediglich vier Prozent im Jahr 2020 bzw. 14 Prozent bis 2030.

„Wenn alle diese Fahrzeuge mit Strom aus zusätzlich erzeugten erneuerbaren Energien fahren, können diese insgesamt etwa 0,75 Millionen Tonnen CO2 einsparen. Das entspricht knapp einem Prozent der CO2-Emissionen aller Pkw in Deutschland“, fasst Hacker das Klimaschutzpotenzial batterieelektrischer Fahrzeuge insgesamt zusammen.

Das Projekt wird mit Mitteln des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung gefördert. Die Programmkoordination verantwortet die NOW GmbH Nationale Organisation Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie.

Anzeige

Weitere Aktuelle News

Beim Wasserkraftwerk Reißeck II in Kärnten, bei dem Bilfinger bereits vom Start an mit dabei war, liegt ein Ergänzungsauftrag vor. - Bild: Bilfinger

Bilfinger erhält Auftrag für österreichische Wasserkraftwerke

Der Engineering- und Servicekonzern Bilfinger hat für österreichische Wasserkraftwerke zwei Aufträge im Gesamtvolumen von rund 45 Millionen Euro erhalten. mehr

BMW und Daimler wollen ihre E-Fahrzeuge künftig per gemeinsam entwickelter Induktions-Ladestation mit Strom versorgen. - Bild: BMW

BMW und Daimler bauen Lade-Station für E-Autos

Die beiden Autohersteller BMW und Daimler arbeiten bei der Entwicklung einer Schnellade-Station für Elektroautos zusammen. Die Station soll die Hochvolt-Batterien des Fahrzeugs mittels Induktion, also berührungslos und ohne Kabel, aufladen. mehr

Anzeige

Günther Oettinger:

Oettinger sagt schnelle Prüfung der deutschen EEG-Pläne zu

EU-Energiekommissar Günther Oettinger hat eine schnelle Prüfung der neuen deutschen Pläne zur Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) angekündigt und erwartet eine Lösung des Konflikts zwischen Berlin und Brüssel. mehr

Trotz heftigem Widerstand will die Bundesregierung das Gesetz wie geplant am Freitag im Bundestag und zwei Wochen später im Bundesrat verabschiedet sehen. Am 1. August soll es in Kraft treten. - Bild: Michael Kirste

Bundesregierung will EEG-Gesetz ab August umsetzen

Die schwarz-rote Bundesregierung will die EEG-Reform gegen den heftigen Widerstand der Opposition bis Ende der Woche im Bundestag durchpeitschen. mehr



Suchen