01.02.2010 | CleanTech
Windenergie: Die Wertschöpfung ist bei Zulieferern am höchsten
Die Branche spürt wieder Rückenwind: Das Exportgeschäft wächst zweistellig.
von Lothar Lochmaier
BERLIN. Nach zwei Jahren der Stagnation im Inland sind laut Angaben des Deutschen Windenergie-Instituts (DEWI) im vergangenen Jahr 952 Anlagen mit einer Leistung von 1 917 Megawatt (MW) neu installiert worden. Auch das Exportgeschäft wächst weiter zweistellig. Drei Viertel der neu installierten Leistung entfallen auf die Bundesländer Brandenburg, Niedersachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen. Insgesamt waren Ende 2009 in Deutschland 21 164 Windkraftanlagen mit einer Gesamtleistung von 25 777 MW installiert.
„Die deutsche Windindustrie hat die Kreditklemme bislang gut gemeistert“, betont Hermann Albers, Präsident des Bundesverbandes Windenergie (BWE). Er sieht vor allem im Repowering noch großes Wachstumspotenzial, also dem Austausch alter Anlagen durch leistungsstärkere neue. „Gegenüber 2008 mit rund 24 MW sind in 2009 bereits 136 MW erneuert worden“, so Albers weiter. Auch der Einstieg in die Offshore-Windenergie sei mit 60 MW installierter Leistung vor der Nordseeküste endlich geschafft, bilanziert der BWE-Präsident. Bei mittelgroßen und großen Projekten auf dem Meer gebe es noch gewisse Investitionshemmnisse, die sich jedoch dank der zum 1.1. 2009 in Kraft getretenen EEG-Novelle bewältigen ließen.
Von dem Rückenwind profitiert auch der Maschinen- und Anlagenbau, der in 2009 ein Auftragsminus von rund 40 Mrd Euro zu verzeichnen hatte. „Wir haben nicht damit gerechnet, dass deutsche Windhersteller im Inland mit 15 Prozent wachsen, und der Export sogar noch stärker zulegt“, betont Thorsten Herdan, Geschäftsführer VDMA Power Systems. Der größte Anteil an der Wertschöpfung von rund 8 Mrd Euro liege bei den Zulieferern und Herstellern von Komponenten.
Als Wachstumstreiber auf dem Weltmarkt fungiert vor allem China mit 12 000 MW neu installierter Leistung – nahezu eine Verdoppelung gegenüber dem Vorjahr. Durch staatliche Konjunkturprogramme entgegen den Erwartungen gewachsen sei im vergangenen Jahr auch der US-Markt (9 900 MW). „Deutschland ist somit für die Windbranche nicht mehr der Nabel der Welt“, räumt Hermann Albers vom BWE ein. Der Exportanteil der deutschen Windhersteller liegt mittlerweile deutlich über 80 %.
Bei großen Anlagen mit einer Leistung von 5 bis 6 MW seien die deutschen Hersteller weltweit führend. Bei den internationalen Wachstumsmärkten wie USA, Türkei, Brasilien und Großbritannien nähmen die einheimischen Zulieferer die vorderen Plätze ein und könnten jetzt von den dortigen Ausbauplänen profitieren, ergänzt Thorsten Herdan. In China hingegen halte die Regierung die deutschen Hersteller weitgehend vom Heimatmarkt fern.
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