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21.09.2011 |

Rohstoffmanagement: Eine Strategie gegen Engpässe

Viele KMU handeln beim Rohstoffmanagement noch wenig strategisch (Bild: Blackosaka - Fotolia.com).
Viele KMU handeln beim Rohstoffmanagement noch wenig strategisch (Bild: Blackosaka - Fotolia.com).

Trotz sich abzeichnender Versorgungsengpässe bei Rohstoffen und weiteren Preissteigerungen handeln viele Mittelständler beim Rohstoffmanagement noch wenig strategisch. Doch ein effektives Vorgehen ist auch für kleine Unternehmen möglich.

Jens Kiebler, Inverto AG

Köln (gk). Die Rohstoffkosten machen in vielen Betrieben mehr als 30 % der Kosten aus. Doch zugleich handeln Unternehmen im Rohstoffmanagement noch wenig strategisch – trotz sich abzeichnender Versorgungsengpässe und erwarteter weiterer Preissteigerungen. Mittelständler sind sogar noch stärker betroffen. Sie stehen aufgrund ihrer geringeren Nachfrage häufig einer großen Macht der Rohstofflieferanten gegenüber. Auch haben Mittelständler es  nicht so leicht, die Rohstoffpreise an Kunden weiterzugeben und kämpfen mit sinkenden operativen Margen. Zudem fehlen spezialisierte Mitarbeiter für das Rohstoffmanagement.  Doch ein effektives Rohstoffmanagement ist für mittelständische Unternehmen durchaus möglich. Eine ganzheitliche Risikostrategie für das Rohstoffmanagement ist das Ziel. Voraussetzung ist Transparenz über die eigenen Bedarfe hinsichtlich des Rohstoffeinsatzes in Produkten, um bestehende Risiken identifizieren und quantifizieren zu können. Diese Transparenz liefert eine Ausgabenanalyse. Wichtig ist die Frage, welche Genauigkeit mit wirtschaftlich sinnvollem Arbeitsaufwand erreicht werden kann.
1. Risikostrategie im Rohstoffeinkauf
Die Risikostrategie funktioniert wie eine interne Richtlinie, die  festlegt, wie das Risiko gehandhabt wird, das durch Geschäfte mit rohstoffhaltigen Produkten entsteht. Beantwortet werden sollte:
Ziel: Welche Risiken sollen in welchem Umfang abgesichert werden?
Aufbauorganisation: Welche Fachbereiche und Personen handeln beim Rohstoffpreismanagements mit welchen Verantwortlichkeiten?
Ablauforganisation: Wie sind die Beteiligten miteinander vernetzt? Bei welchen Ereignissen an den Rohstoffmärkten und in welchem Zeitraum werden Aktionen angestoßen?
Instrumente: Welche Maßnahmen sollen wann zum Rohstoffpreismanagement eingesetzt werden?
Um Kosten und Risiko im Rohstoffmanagement zu senken, können KMU an drei Hebeln ansetzen:
1.Produktentwicklung/-wertgestaltung: Möglichst frühzeitiges Minimieren des Ressourceneinsatzes und wenn möglich Materialersatz. Es ist eine enge Zusammenarbeit von Entwicklung und Einkauf notwendig – auch mit externen Lieferantenpartnerschaften.
2. Hedging: Häufig haben gerade Mittelständler Vorbehalte gegenüber dem Finanz-Hedging, angeführt wird meist, dass sich dies aufgrund des geringen Rohstoffanteils am Einkaufsvolumen nicht lohne. Ob Finanz-Hedging sich lohnt, hängt aber eher von der Risikoaffinität als vom Einkaufsvolumen ab. Um erste Erfahrungen zu sammeln, bietet es sich für mittelständige Unternehmen an, zunächst nur einen Teil ihrer Rohstoffbedarfe abzusichern.
3. Sourcing: Die Erschließung neuer, zusätzlicher Lieferquellen steuert Materialengpässen entgegen. Zwar können sich Unternehmen dauerhaften Rohstoffpreissteigerungen langfristig nicht entziehen, die Auswahl der wettbewerbsfähigsten Lieferanten jedoch ermöglicht diese auf das Minimum zu begrenzen. Strategisches Vorgehen mit dem richtigen Mix der Einkaufsinstrumente verbessert das Rohstoffmanagement von Mittelständlern erheblich.

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