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21.03.2012 |

GEO-Award für ‘Wertstromfanatiker’ Elster

Ralf Geiger
Ralf Geiger

Unter dem Druck eines Eigentümerwechsel gelingt es Elster, die Wertschöpfung ihres Osnabrücker Werkes gewaltig zu optimieren und damit den GEO-Award zu gewinnen.

von Sabine Spinnarke

OSNABRÜCK. Mit 7500 Mitarbeitern ist Elster Weltmarktführer in der Energiemesstechnik, rund 50 % aller Gaszähler in deutschen Kellern stammen aus dem Osnabrücker Werk. Als vor einigen Jahren das Private Equity Unternehmen CVC Elster übernahm und dank Smart Grid und Energiewende ein größerer Technologiewechsel hin zu mehr Intelligenz und Elektronik in der Gasmesstechnik anstand, setzte Dipl.-Ing. Ralf Geiger, der Executive Vice President der BU Gas, sein bereits seit längerem vorbereitetes Konzept einer konsequenten Wertstromoptimierung um.  Die Alternative wäre gewesen, die manuelle Produktion nach Slowenien zu verlagern. “Ein Private Equity Unternehmen will in der Regel sehr schnell Ergebnisse sehen”, sagt Geiger. Hinzu kam der Druck des bevorstehenden Börsenganges, der 2010 erfolgreich umgesetzt wurde.

Mit seinem umsatzreifen Konzept konnte das Team um Geiger die neuen Eigentümer überzeugen, die Produktion wurde nicht verlagert und in Osnabrück konnte man durchstarten. Die Kennzahlen des Werkes verbesserten sich beeindruckend: “Die Wertschöpfung pro Mitarbeiter konnte innerhalb von drei Jahren um 25% gesteigert werden, die Umschlagrate um 80% erhöht werden”, bestätigt Dr.-Ing. Bernd C. Schmidt von A.T. Kearney; die Verbesserungen seien von imposant hohem Niveau.

“Es gab sehr viele Teilschschritte, viele Handarbeitsplätze und nicht wertschöpfende Schritte. Die große Herausforderung bestand darin einzelne Module zusammenzubringen – dazu gehört auch eine Portion Mut”, berichtet Geiger. Fertigungslinien mit komplexen Technologien und bis zu 30 Wertschritten mussten nun direkt miteinander verkettet werden.  In der Messwerkfertigung wurden beispielsweise 11 Schritt miteinander verkettet, in der Gehäusefertigung sogar 14 Schritte.

Besonders hebt Geiger die Einführung eines Online-Helium-Prüfstandes hervor: “Gas ist ein flüchtiges Medium, im Umgang damit müssen viele Parameter beherrscht werden. Unsere automatisierte Onlineprüfung entsprechend der sehr hohen Sicherheitsstandards ist weltweit einzigartig!”

Wichtig war es, Arbeitsschritte zu automatisieren und den Materialfluss im Werk unterbrechungsfrei zu gestalten. Viele Handlingszeiten, Handarbeitsplätze,  nicht wertschöpfende Schritte und Puffer mussten dazu abgebaut werden. Diese Maßnahmen führten an den verschiedenen Fertigungslinien teilweise zu einer Drittelung der Durchlaufzeiten. Voraussetzung dafür war die Mitarbeit des Betriebsrates, denn 20% der Arbeitsverträge mussten flexibler gestaltet werden.

Ralf Geiger ist mit der Situation im Werk zufrieden und erfreut, durch den Sieg im Benchmark ‘Fabrik des Jahres’ auch von externer Seite eine Würdigung des Erreichten zu erhalten: “A.T. Kearney hat uns wesentliche Impulse gegeben und unsere Kennzahlen sind besser, als wir es uns je erträumt hatten.”

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