01.02.2010 | Fertigung

Fahrwerksträger in Schlüsselposition

Führungsrollen halten in Spur
Führungsrollen halten in Spur

Die Fahrwerksträger, auf denen sich ein Kran unter dem Dach einer Halle entlantbewegt, sind unscheinbare Komponenten. Aber dennoch sind sie Schlüsselbauteile der gesamten Krananlage. Abus entwickelte jetzt die dritte Generation.

Von Alexander Kalcher

GUMMERSBACH. (hi). Vergleichbar mit dem Fahrgestell beim PKW oder dem Drehgestell der Eisenbahn nehmen sie die gesamte Belastung durch das Eigengewicht des Krans und die angehängte Last auf und leiten sie an die Laufräder weiter. In unmittelbarem Kontakt zur Kranschiene gehören die Fahrwerksträger zu den Hauptverantwortlichen für die Verteilung und Weitergabe der Belastung an das Gebäude.

Vor mehr als 30 Jahren begann bei der Abus GmbH die Entwicklung und Produktion eigener Fahrwerksträger für sämtliche Laufkrane und Seilzüge aus dem Lieferprogramm. Seit die erste Baureihe auf den Markt gebracht wurde, haben sich die technischen Möglichkeiten, aber auch die Kundenwünsche deutlich verändert. Abus reagierte auf den sich diversifizierenden Markt und überarbeitete die Konstruktion der Bauteile mehrfach. Ende dieses Jahres wird eine weitere, langfristige Produktumstellung abgeschlossen sein.

‚Generation drei’ ist der interne Arbeitsname, unter dem die Entwickler an der neuen Version der Fahrwerksträger arbeiten. In Jahresabständen wurden bisher die neuen Baugrößen auf den Markt gebracht und so sukzessive die Vorgängermodelle abgelöst. Nachdem 2008 die Baugröße 350 in der Generation drei eingeführt werden konnte, steht in diesem Jahr der Fahrwerksträger 420 an.

Da die Ziffern hier den Durchmesser des Laufrades angeben, kann man bereits den technischen Fortschritt erahnen: Im Rahmen der Neukonstruktion wurde es möglich, die Raddrücke zu vergrößern und so deutlich kleinere Räder bei selber Belastungsfähigkeit einzusetzen. Dadurch werden die Fahrwerksträgers kompakter, was den Anfahr- und Einbaumaßen zugute kommt.

Abus nutzt bei der Neukonstruktion sowohl die Markterfahrung der letzten Jahrzehnte als auch das gesammelte Know-how der Fertigungstechnik. In Ermangelung geeigneter, hochspezialisierter Bearbeitungs- und Schweißzentren auf dem Markt trieb der Kranhersteller bereits vor Jahren den Vorrichtungsbau voran und entwickelte eigene Anlagen zur Produktion, die den speziellen Fertigungsbedürfnissen gerecht werden.

Der Fokus für die ‚Generation drei’ liegt vorrangig auf der Vereinfachung des Herstellungsprozesses, was sich direkt bei den Produktionskosten und der Fertigungszeit der Komponenten bemerkbar macht.

Zum anderen wird das Markt-Know-how zur Verbesserung der technischen Eigenschaften genutzt. Das Ziel ist, den Aufbau möglichst kerbarm zu gestalten. Dadurch können die Konstruktionen besser ausgenutzt und die Lebenserwartung der Bauteile verbessert werden.

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