09.07.2010 | Fertigung

Oldie im „Rennsporteinsatz“

Serviceingenieur Günter Reichart hatte vor sechs Jahren seinen letzten Einsatz an der Sinumerik 550C von CNC-Technik Leidig. Damals führte ein defekter Notausschalter zu einem Softwareausfall. Mit der richtigen Lochstreifen-Software konnte er in kurzer Zeit das Basisprogramm aufspielen und die CNC war wieder einsatzfähig.
Serviceingenieur Günter Reichart hatte vor sechs Jahren seinen letzten Einsatz an der Sinumerik 550C von CNC-Technik Leidig. Damals führte ein defekter Notausschalter zu einem Softwareausfall. Mit der richtigen Lochstreifen-Software konnte er in kurzer Zeit das Basisprogramm aufspielen und die CNC war wieder einsatzfähig.

Alt aber topfit: Die CNC Sinumerik der ersten Generation steuert hochpräzise Fräsbearbeitungungen.

FELLBACH (cb). Für Rolf Leidig, Inhaber der Firma CNC-Technik Leidig, ist das 34 Jahre alte Dreiachs-Fräszentrum Steinel BZ30 mit der ebenso alten Steuerung Sinumerik 550C eine wichtige Maschine. Noch heute fertigt der Mechanikermeister mit ihr unter anderem Einzel- und Kleinserienteile für den DTM-Rennsport. Er schätzte insbesondere die hohe Zuverlässigkeit und Präzision von CNC und Maschine, so Leidig.

Bereits in den frühen 1970er Jahren baute der Werkzeugmaschinenhersteller Steinel mit der BZ30 eines der ersten CNC-Fräszentren, dass von einer computerbasierten Lösung der Firma Siemens gesteuert wurde: einer Sinumerik 550C. Eine Maschine dieser Serie, Baujahr 1976, ist samt originaler CNC mit Lochstreifentechnik noch heute im täglichen Einsatz. Auf ihr werden vom Kleinbetrieb CNC-Technik Leidig im schwäbischen Fellbach präzise Einzelteile und Kleinserien für verschiedene Branchen gefertigt.

„Als ich die Firma frisch übernommen hatte, konnte ich mir so eine Maschine nicht leisten.”

Das Unternehmen Leidig gibt es ebenso lange wie die Maschine, seit 1976. Damals übernahm Handwerks-Mechanikermeister Rolf Leidig den Lohnfertigungsbetrieb seines Schwiegervaters und führt ihn noch heute. In seinem Besitz ist die Steinel BZ30 jedoch erst seit 1986. Er erklärt: „Als ich die Firma frisch übernommen hatte, konnte ich mir so eine Maschine nicht leisten. Auch zehn Jahre später musste ich mit 64.000 DM für meine Verhältnisse noch viel Geld hinlegen. Aber das habe ich nie bereut, denn ich konnte durch die Investition auch Geld sparen. So war es beispielsweise zu dieser Zeit üblich, dass ein Bediener stets an der Maschine ist, um die Werkzeuge einzuwechseln. Bei der BZ30 muss er nur noch Werkstücke wechseln, hatte also Zeit für andere Aufgaben. Außerdem ist das Fräszentrum, bei dem der Rundtisch als vierte Achse arbeitet, universell einsetzbar, produktiv und noch immer hochpräzise.“

Seine Kunden stammen nicht nur aus dem klassischen Maschinenbau, sondern auch aus dem Automobil-, Nutzfahrzeug- und Motorradsektor. Dabei sollen ihn Oldtimer-Clubs ebenso schätzen wie hochmoderne Lieferanten des DTM-Rennsports. „Wir sind darauf spezialisiert, kleine Serien und verschiedenste Einzelteile herzustellen, bei denen Späne fliegen. Absolute Zuverlässigkeit, hohe Oberflächenqualität und geringe Fertigungstoleranzen sind dabei für uns selbstverständlich“, bekräftigt Rolf Leidig.

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