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05.05.2011 | Fertigung
Qualitätssicherung: Gläserne Bauteile dank Computertomographie

Die in der Medizintechnik längst etablierten Computertomographen (CT) werden zunehmend auch für industrielle Anwendungen interessant. CT und industrielle Messtechnik wachsen zusammen.
von Sebastian Moser
LANDSBERG. Computertomographen (CT) ermöglichen mittels Röntgenstrahlung bereits seit einigen Jahrzehnten detaillierte Einblicke in das Innere des menschlichen Körpers. Auch die Industrie erkannte bald die Vorteile dieser Technik: Erstmals wurden Blicke in das Innere komplexer Bauteile möglich, ohne diese zerstören zu müssen. So wurden Computertomographen zunächst zum Auffinden von Materialfehlern oder Einschlüssen im Inneren kritischer Werkstücke eingesetzt.
Aber erst seit einigen Jahren ist mithilfe dieser Technik der „totale Durchblick“ möglich: CT und industrielle Koordinatenmesstechnik sind zusammengewachsen. So stehen mittlerweile alle Auswerte- und Analysefunktionen moderner Koordinatenmessgeräte auch für die CT zur Verfügung. Das bedeutet, dass Materialqualität und Maßhaltigkeit auch im Inneren des Bauteils gleichzeitig in höchster Genauigkeit kontrolliert werden kann. Einschlüsse und Toleranzüberschreitungen werden schnell und komfortabel entdeckt.
Geeignet ist dieses Verfahren insbesondere für Bauteile aus Materialien mit geringer Dichte und komplexen Geometrien. Und dort nicht nur in der Qualitätskontrolle, sondern auch im Produktanlauf: „Das Verfahren der Erstbemusterung von Spritz- und Druckgussteilen verkürzt sich deutlich. In der Regel erhält man nach nur einer Iteration ein perfektes Werkstück“, berichtet Christoph Gall, CT-Produktmanager bei der Wenzel Volumetrik GmbH.
Zwei kleine Haken hat die CT jedoch: Für eine solche Anlage muss eine Summe von mehreren hundertausend Euro investiert werden und die Messungen sind recht zeitaufwändig. Dazu Dr. Hubert Lettenbauer, der bei der Carl Zeiss IMT für die CT zuständig ist: „Auf der derzeit laufenden Stuttgarter Fachmesse Control werden wir mit VAST Scan ein System vorstellen, das Ergebnisse im µm-Bereich nach weniger als zehn Minuten liefert. Aber selbst bei länger andauernden Scans mit höchster Auflösung stellt sich die Frage, wie zeitaufwändig und entsprechend teuer eine vergleichbare Prüfung und Vermessung des Bauteils ohne CT wäre. Das kann in manchen Fällen über eine Woche sein.“ Seiner Einschätzung nach lohnt sich die Anschaffung eines eigenen CT vor allem für Hersteller hochwertiger Teile, die bedingt durch hohe Qualitätsanforderungen grundsätzlich hohen Aufwand in ihren Prozessabläufen betreiben müssen und ihre Prozesse auch während der Fertigung permanent überwachen müssen. Für weniger zahlungskräftige Unternehmen stehe indes ein schnell wachsendes Netz an externen CT-Messdienstleistern zur Verfügung.
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