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17.02.2011 | Chemie
Bayer startet Pilotanlage für Kunststoffe aus CO2
Der Chemiekonzern Bayer hat am Donnerstag eine Pilotanlage in Betrieb genommen, mit deren Hilfe aus dem Klimagas Kohlendioxid der Kunststoff Polyurethan hergestellt werden soll.
LEVERKUSEN (Dow Jones/ks)–Das klimaschädliche CO2 solle so eine Verwertung als Rohstoff- und Erdölersatz finden und damit auch einen Beitrag zur Nachhaltigkeit leisten, erläuterte Wolfgang Plischke, Mitglied des Vorstandes der Bayer AG und zuständig für Innovationen, Technologie und Umwelt.
Bislang wird für die Herstellung von Polyurethan Erdöl verwendet. Verläuft das Projekt erfolgreich, könnten mehrere Fliegen mit einer Klappe geschlagen werden: Die Weiterverwendung des “Abfallproduktes” CO2, die mögliche Ersetzung immer knapper werdender fossiler Rohstoffe sowie eine klimafreundlichere Produktion des Kunststoffes.
Der Kunststoff Polyurethan kommt in einer Vielzahl von Produkten zum Einsatz, etwa in der Dämmung von Gebäuden, Matratzen, in der Automobilindustrie oder auch in Sportartikeln und gehört zu den Kernprodukten von Bayer.
Bei dem Pilotprojekt arbeitet Bayer mit dem Energiekonzern RWE und der RWTH Aachen zusammen. Der Gesamtetat beläuft sich auf 9 Mio Euro, davon stammen rund 5 Mio Euro aus Fördermitteln des Bundes.
RWE liefere Bayer das Kohlendioxid aus einem Braunkohlekraftwerk bei Köln. In der Pilotanlage in Leverkusen wird mittels dieses CO2 einer der beiden Ausgangsstoffe hergestellt, die zur Herstellung von Polyurethan nötig sind. An einer anderen Anlage testet die Bayer-Kunststofftochter MaterialScience diese Materialien, aus denen vor allem weicher und harter Schaumstoff gewonnen wird.
Sollte diese Erprobungsphase positiv verlaufen, plant Bayer die industrielle Produktion ab 2015.
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