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26.10.2011 | Forschung & Entwicklung
Erfinden als Lebenselixier im Maschinen- und Anlagenbau

Erfolgreiche Unternehmen machen sich Gedanken über klare Prozesse im Innovationsmanagement, nichts soll dem Zufall überlassen bleiben. Das zeigen die Erfahrungen von Teilnehmern des 5. Deutschen Maschinenbau-Gipfels in Berlin.
BERLIN. „Nur wenn Samen auf fruchtbaren Boden fallen, kann man später ernten“, meint Dr. Peter Post, Forschungsleiter bei der Festo AG. Dazu müsse man Innovation mit leistungsfähigen Prozessen unterlegen und Struktur ins Trial & Error-Vorgehen bringen. „Innovationskultur heißt für uns: Wir üben ständig, über unseren Tellerrand hinauszuschauen“, sagt der Forschungsleiter. Ähnlich wie das Marktforschungsinstitut Gartner mit seinem „Hype Cycle for Emerging Technologies“ ordnet das Esslinger Unternehmen seine Innovationsprojekte ein. „Im sogenannten Tal der Tränen gilt es, den langen Atem für neue Entwicklungen zu behalten“, berichtet Post. Der Antriebstechnikhersteller macht für seine Innovationsarbeit eine Themenfelddefinition, die in einem sogenannten „Future Radar“ resultiert. Dem liegt ein „Future Scanning“ für die Trend-Erkennung zugrunde, das unter anderem Stichworte im Internet verfolgt.
Für wichtige Zukunftsthemen definiert das Unternehmen Paten, die mit einem gewissen Zeitaufwand entsprechenden Fragestellungen in ihrem Gebiet nachgehen. Sie portraitieren den Verlauf des Themengebiets und machen aktuelle Analysen, die jederzeit für alle im Unternehmen einen kurzen Überblick liefern. „Das braucht nicht viel Aufwand, was es aber braucht, sind Hilfsmittel, die eine systematische Arbeit unterstützen“, so Post. Die Geschäftscenter und das Management treffen sich in Diskussionsrunden, um Leitplanken zu formulieren: Welche Entwicklungs-Topics sollen verfolgt werden und wie, welche konkreten Lösungen sollen entstehen? Nach der Evaluierung neuer Geschäftschancen folgt als nächster Schritt ein Business-Konzept.
Auch auf Innovationsnetzwerke greift der Hersteller zurück, denn es sei wichtig, die Aktivitäten intern und extern zu öffnen. „Forschungsinstitute können uns keine fertigen Lösungen liefern, wir müssen sie durch eigene Arbeit adaptieren“, schränkt Post ein. Rund 8% der insgesamt 14.000 Festo-Mitarbeiter sind im Bereich Forschung und Entwicklung tätig.
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