20.02.2012 |

IKB Deutsche Industriebank bleibt in der Krise

Die Staatsschuldenkrise hält die IKB weiter tief in den roten Zahlen (Bild: IKB).

Für die Deutsche Industriebank IKB ist kein Ende des Schreckens in Sicht. Die Bank schreibt weiterhin tiefrote Zahlen. In den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2011/12 per Ende Dezember kam die IKB auf einen Konzernfehlbetrag von 431 Mio Euro, das waren noch einmal 276 Mio mehr als ein Jahr zuvor.

DÜSSELDORF (Dow Jones/ks)–Wie schon in der Vergangenheit verwies die Bank zur Begründung der Verluste auf die Staatsschuldenkrise in Europa. Diese habe zu hohen Marktwertverlusten bei langfristigen Anlagen, Verpflichtungen und Derivaten geführt. Und dadurch sei das Fair-Value-Ergebnis erheblich belastet worden, es fiel auf minus 313 Mio Euro. Allein mit ihrem Engagement bei griechischen Staatsanleihen kommt die IKB auf 211 Mio Euro. Nach aktuellen Kursen kommen diese Papiere aktuell nur noch auf einen Wert von 38 Mio Euro.

Die IKB war im Jahr 2007 das erste Opfer der US-Hypothekenkrise in Deutschland gewesen. Nur mit massiver staatlicher Hilfe konnte der Zusammenbruch damals vermieden werden. Seitdem befand sich die Bank, die inzwischen dem Finanzinvestor Lone Star gehört, im Umbau.

Ihre Liquidität betrachtet die IKB inzwischen als gesichert. Die Bank war in der Krise unter den Mantel des Bankenrettungsschirms SoFFin geschlüpft. Aktuell nutzt sie noch einen SoFFin-Garantierahmen von 6,1 Mrd Euro. Damit benötigt sie nur noch gut die Hälfte des Schutzes, der ihr zum Höhepunkt der Krise zugestande wurde.

Zum Ausblick äußerte sich das Institut weiterhin pessimistisch. Der Vorstand hält zwar an dem Ziel fest, mittelfristig operativ Gewinne zu erzielen. Die IKB rechnet aber weiterhin damit, “für mehrere Geschäftsjahre keine oder nur geringe Überschüsse” ausweisen zu können.


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