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22.02.2010 |

Steuern sparen bei der Abfindung

Bundesfinanzhof: Auch Teilabfindungen sind steuerbegünstigt (Bild: fovito - Fotolia).
Bundesfinanzhof: Auch Teilabfindungen sind steuerbegünstigt (Bild: fovito - Fotolia).

Steuerbegünstigte Abfindungen müssen nicht in einer Summe ausgezahlt werden. Voraussetzung ist, dass eine Hauptzahlung erfolgt, die zu einer Progressionsbelastung führt.

von Gunnar Knüpffer

Bonn. Die aktuelle Rechtsprechung eröffnet mehr Gestaltungsraum bei Abfindungen, führt aber zu einer gründlicheren Prüfung durch die Finanzbehörden. Ein Bundesfinanzhof-Urteil (BFH) bestätigt, dass auch Teilabfindungen aufgrund einer Arbeitszeitreduzierung steuerbegünstigt sind. Das Arbeitsverhältnis muss nicht vollständig beendet werden. Allerdings hat die Vertragsänderung vom Arbeitgeber auszugehen und der Arbeitnehmer muss unter rechtlichem, wirtschaftlichem oder tatsächlichem Druck gestanden haben.
Ein zweites BFH-Urteil stellt klar, dass steuerbegünstigte Abfindungen nicht zwingend in einer Summe ausgezahlt werden müssen. Voraussetzung ist jedoch, dass eine Hauptzahlung erfolgt, die zu einer Progressionsbelastung durch Zusammenballung von Einkünften führt. „Der Fiskus achtet streng darauf, dass alle Bedingungen für die Steuerbegünstigung erfüllt sind“, sagt Steuerberater Reiner Eulen von der Wirtschaftskanzlei DHPG. „Viele Aufhebungsverträge bieten unnötigen Interpretationsspielraum und Angriffsfläche für die Finanzbehörden.“ Firmen sollten ihre Aufhebungsverträge optimieren. Im Einvernehmen zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer lassen sich die Steuerbegünstigungen bestmöglich ausschöpfen. Beziehen Arbeitnehmer durch die Entschädigung höhere Einkünfte als bei einer Fortsetzung des Anstellungsverhältnisses, ist eine ermäßigte Besteuerung durch die Fünftel-Regelung möglich.

So bleibt  mehr auf dem Konto

In wirtschaftlich schwierigen Zeiten sollten Arbeitgeber und Arbeitnehmer alle steuerlichen Vorteile kennen. Beim Aufhebungsvertrag bieten sich Regelungen, die die Aufwendungen für den Arbeitgeber in Grenzen halten und dem ausscheidenden Mitarbeiter mehr Netto bieten.
Fünftel-Regelung: Abfindungen können nach der Fünftel-Regelung versteuert werden. Entlassungsentschädigungen werden durch eine gemilderte Progression privilegiert, da für die Ermittlung des Steuersatzes nur ein Fünftel der Abfindungssumme berücksichtigt wird. Voraussetzung: Das Gesamteinkommen übersteigt im Jahr der Abfindungszahlung das bisherige jährliche Einkommen. Zudem darf die Abfindung keine versteckten Gehaltsbestandteile wie offene Urlaubsentgelt-, Vergütungs- oder Provisionsansprüche enthalten.
Zeitliche Verlagerung der Auszahlung: Steuerlich sind der Stichtag der Auszahlung und der Veranlagungszeitraum maßgeblich. Erwartet der Arbeitnehmer nach seinem Ausscheiden ein geringeres oder kein Einkommen, ist es für ihn sinnvoll, dass die Abfindung erst im Folgejahr ausgezahlt wird.
Altersvorsorge einbeziehen: Im Jahr der Abfindungszahlung können steuerfreie Einzahlungen in die betriebliche Altersvorsorge getätigt werden. Wer bisher noch nicht in eine Direktversicherung oder Pensionskasse eingezahlt hat, sollte das zum Zeitpunkt des Ausscheidens nachholen und einen Teil seiner Abfindung in die Altersvorsorge investieren. Durch rückwirkende Einzahlungen lassen sich große Steuerminderungen erzielen.
Fürsorgeleistungen nutzen: Zeitlich befristete soziale Fürsorgeleistungen werden vom Fiskus steuerlich begünstigt. Dazu zählen die Übernahme von Versicherungsbeiträgen sowie Zuschüsse zur Altersversorgung oder zum Arbeitslosengeld.  Bei einer Zusammenballung von Einkünften in einem Jahr greift auch hier die Fünftel-Regelung. Die Leistungen können auch in späteren Kalenderjahren erbracht werden, dürfen aber 50 % der Abfindungssumme nicht übersteigen.

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