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19.11.2010 |

Weltmarktführer: Schlagkräftige Managementmodelle als Erfolgsfaktor

Prof. Dr. Bernd Venohr ist in Deutschland die Koryphäe in Sachen Weltmarktführer. Bild: Venohr
Prof. Dr. Bernd Venohr ist in Deutschland die Koryphäe in Sachen Weltmarktführer. Bild: Venohr
Was macht Weltmarktführer eigentlich aus? Im Vorfeld des ’1. Deutschen Kongresses der Weltmarktführer’ sprach Produktion darüber mit dem Unternehmensberater und Wissenschaftler Prof. Dr. Bernd Venohr, dem Top-Experten für das Thema.

 

Wie wird man Weltmarktführer und was zeichnet ihn aus?
Venohr: Nun, für den Erfolg sind nicht nur herausragende Produkte und Dienstleistungen verantwortlich: Die weltmarktführenden Unternehmen zeichnen sich durch ein ganz besonderes Managementmodell aus, das Strategie, Kernprozesse und das Führungs- und Organisationsmodell zu einem schlagkräftigen Ganzen verbindet. In vielerlei Hinsicht ist dieses Modell ein Gegenentwurf zum US-Markt geprägten Mainstream-Modell der Unternehmensführung. Mittelständische Weltmarktführer sind„Könige der Nische“ und bieten Spitzenleistung in einem engen Marktsegment. Hinter dem Markterfolg steht vor allem eine herausragende Innovationskraft. Ein Indiz dafür sind die hohen F+E-Aufwendungen, die für den typischen deutschen Weltmarktführer bei ca. 5 Prozent vom Umsatz liegen und damit zweimal so hoch wie international branchenüblich. Der Erfolg ist aber auch ganz eng mit der Eigentümerstruktur und verbunden: 70 Prozent der Weltmarktführer sind im Familienbesitz, was einen starken Einfluss auf die im Unternehmen gelebten Werte hat: Man handelt langfristig, Mitarbeiter sind hier kein kurzfristiger »Produktionsfaktor «, sondern werden wertschätzend behandelt. Nicht zuletzt sind die Unternehmen sehr gut in der ständigen Verbesserung ihre operativen Prozesse.

Hat das Familienunternehmen denn überhaupt keine Schwachstelle?
Venohr: Doch, die Achillesferse des „klassischen“ Familienunternehmens ist mangelnde Professionalisierung, beispielsweise bei der Nachfolgeentscheidung, wenn man sich nur auf Familienmitglieder stützt, obwohl diesen möglicherweise Managementkompetenzen fehlen. Viele der erfolgreichen deutschen Mittelständler in Familienbesitz dagegen werden ab der zweiten Generation durch familienfremde Manager (mit-)geführt. Ganz typisch sind Mischmodelle: Das Tagesgeschäft übernehmen externe Manager, die Familie konzentriert sich auf eine aktive Gesellschafterrolle. Diese Konstellation ist in Deutschland im Vergleich zu Ländern wie den USA, England oder Frankreich überdurchschnittlich häufig anzutreffen.

Wo liegen die Chancen, wo die Risiken für die Weltmarktführer?
Venohr: Die Risiken der bereits erwähnten Spezialisierung liegen in Marktveränderungen, d.h. in neuen Technologien , veränderten Kundenbedürfnissen sowie neuen Wettbewerber. Unternehmen müssen bereit sein, ihr „Geschäft“ neu zu erfinden. Eine Spezialisierung ist weniger risikobehaftet, wenn sich ein Unternehmen auf ein dauerhaft bestehendes Grundproblem und eine bestimmte Zielgruppe spezialisiert und wenn es gelingt, vorhandene Kernkompetenzen auf neue Märkte zu übertragen.

Was sind die Herausforderungen für die nächsten Jahre?
Venohr: Die Herausforderungen sind immens, dazu zählen China als Konkurrent auf dem Weltmarkt sowie tief greifende Technologieveränderungen. Viele Unternehmen brauchen neue Geschäftsmodelle, um diese zu meistern. Hierbei stehen sich viele der technisch exzellenten und produktgetriebenen Unternehmen selbst im Wege. Nur wenn es gelingt, die alten Tugenden mit Mut für den Aufbau neuer Geschäftsmodelle zu verbinden, können die Unternehmen zum einen, der Standort Deutschland zum anderen die Spitzenposition halten.

Der Kongress zum Thema:
Erstmals wird vom 24. bis 26. Januar 2011 in Deutschland ein „Kongress der Weltmarktführer“ unter der Schirmherrschaft von Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle stattfinden. Eine zentrale Säule des weltweiten Erfolges der Wirtschaftsnation Deutschland sind neben den DAX-Konzernen die zahlreichen Weltmarktführer aus dem Mittelstand. Der 1. Deutsche Kongress der Weltmarktführer in Schwäbisch Hall zeigt, wo für diese deutsche Industrie-Elite die zukünftigen Herausforderungen liegen.
Mehr Informationen HIER!

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