Christoph Kilger

"I4.0 ist zentral für die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen und den Wirtschaftsstandort Deutschland", sagt Ernst&Young-Experte Christoph Kilger. - Bild: Ernst&Young

Jedes dritte Unternehmen (34 %) hält sie sogar für sehr wichtig. Am häufigsten wird die erhöhte Produktionsflexibilität als Vorteil angesehen: 62 % der Unternehmen sind dieser Meinung. 57 % sind zudem der Auffassung, dass sie mithilfe von Industrie 4.0 schneller auf Kunden- beziehungsweise Marktanforderungen reagieren können.

Allerdings gibt es zwei Haupthemmnisse für die Einführung von Industrie 4.0-Anwendungen in den Betrieben: Zwei von drei (64 %) Unternehmen beklagen zu hohen Investitionsbedarf. Und nach Ansicht von 57 % der Unternehmen fehlt es schlicht am dafür qualifizierten Personal. Das sind die Ergebnisse einer Befragung der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft EY (Ernst & Young) zusammen mit Bitkom Research. An der Befragung nahmen mehr als 550 Unternehmen teil.

Christoph Kilger, Partner bei EY, betont: „Industrie 4.0 ist zentral für die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen und den Wirtschaftsstandort Deutschland – das haben die Unternehmen auch weitestgehend erkannt. Aber ihnen fehlen das Geld und das Personal. Das heißt, dass sie neue Lösungswege gehen müssen: Sie müssen Ökosysteme um das Unternehmen herum aufbauen, also Kooperationen mit Universitäten, Investoren oder anderen Unternehmen etablieren.“ Gerade deutsche Unternehmen seien außerdem noch zu vorsichtig, den Innovationsprozess offen zu gestalten.

Dabei ist die strategische Bedeutung von Industrie 4.0 in den Branchen bislang unterschiedlich angekommen. Vor allem der Maschinenbau spricht dem Thema große Wichtigkeit zu: 86 % halten Industrie 4.0 für „eher wichtig“ oder „sehr wichtig“. Die geringste Bedeutung nimmt die Industrie 4.0 für Betriebe des sonstigen verarbeitenden Gewerbes ein. Dort wird das Thema von 74 % der befragten Unternehmen als „sehr wichtig“ oder „eher wichtig“ eingestuft.

Zudem spielt Industrie 4.0 für größere Mittelständler eher eine Rolle als für kleinere: Bei den Unternehmen mit 100 bis 499 Mitarbeitern halten 78 % die strategische Bedeutung für „sehr wichtig“ beziehungsweise „eher wichtig“. Bei den Unternehmen mit 500 und mehr Mitarbeitern sehen 84 % eine große strategische Bedeutung darin.