05.04.2012 |

Auftragseingang in M+E-Industrie stabil

Die deutsche Wirtschaft befürchtet zunehmende Beeinträchtigungen durch die Eurokrise (Bild: Thomas Reimer - Fotolia.com).

Der Auftragseingang in der Metall- und Elektro-Industrie hat im Februar den Rückgang der Vormonate nicht wettmachen können. Der wichtigste Frühindikator für die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschlands größtem Industriesektor hat sich allerdings stabilisiert und lag saisonbereinigt um 0,4% über dem Januarwert.

BERLIN (Gesamtmetall/Dow Jones/ks). “Die verhaltene Entwicklung bei den Auftragseingängen kündigt eine spürbare Abkühlung an”, erklärte Gesamtmetall-Chefvolkswirt Dr. Michael Stahl, „die Stabilisierung spricht allerdings dafür, dass sich das Tief nicht zu einem Absturz entwickelt.“

Nach wie vor bauen die Unternehmen der M+E-Industrie ihre Stammbelegschaften auf. Von März 2010 bis Januar 2012 gab es per Saldo 209.000 Neueinstellungen. Die Zuwächse dürften zum Teil auch auf die steigende Übernahme von Zeitarbeitnehmern zurückzuführen sein.

Auch in der gesamten Industrie haben sich die Auftragseingänge zu Jahresbeginn vor allem dank einer wieder höheren Auslandsnachfrage nach Investitionsgütern etwas stabilisiert. Zwar blieb der Anstieg der Bestellungen im Februar mit 0,3% deutlich unter der Prognose von plus 1,5%, doch war der Rückgang im Januar mit 1,8% deutlich weniger stark als ursprünglich mit 2,7% gemeldet. “Bei weiterhin unterdurchschnittlichen Großaufträgen schwächt sich die Abwärtstendenz der Auftragseingänge in der Industrie etwas ab”, urteilte das Bundeswirtschaftsministerium (BMWi).

Während sich die Bestellungen aus dem Inland und der Nicht-Eurozone insgesamt stabil entwickelten, kamen aus der Eurozone weiterhin negative Impulse. “Insgesamt bleibt die Industrieproduktion damit vorbelastet”, konstatierte das Ministerium. Die Februar-Daten zu Produktion werden am Donnerstag veröffentlicht. Volkswirte erwarten einen Produktionsrückgang um 0,5%.
Der Umfang an Großaufträgen war im Februar erneut deutlich unterdurchschnittlich. Rückläufige Bestellungen meldeten mit minus 3,8% insbesondere die Hersteller von Konsumgütern. Bei den Herstellern von Vorleistungsgütern gingen 0,3% weniger Aufträge ein als im Vormonat. Die Produzenten von Investitionsgütern verbuchten dagegen ein Auftragsplus von 1,3%.

Positive Impulse kamen aus dem Ausland, von wo 1,7% mehr Bestellungen eingingen. Diese Entwicklung beruhte vor allem auf Zuwächsen aus Ländern außerhalb der Eurozone, deren Aufträge um 5,0% zunahmen. Deutlich rückläufige Auftragseingänge wurden dagegen aus der Eurozone verzeichnet, hier sank das Volumen um 3,2%. Die Bestellungen aus dem Inland gingen um 1,4% zurück.


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