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19.01.2012 | Konjunktur

BDI hält Wachstum mit “eins vor dem Komma” für möglich

BDI-Präsident Hans-Peter Keitel hält die Umsetzung der europäischen Beschlüsse vom Dezember laut eigenen Worten für "überfällig" (Bild: BDI).
BDI-Präsident Hans-Peter Keitel hält die Umsetzung der europäischen Beschlüsse vom Dezember laut eigenen Worten für "überfällig" (Bild: BDI).

Die deutsche Industrie zeigt sich optimistisch, dass das deutsche Wachstum in diesem Jahr 1% oder mehr erreichen kann, wenn sich die Schuldenkrise nicht weiter verschärft und die richtigen politischen Entscheidungen getroffen werden.

BERLIN (Dow Jones/ks)–”Dann halten wir eine eins vor dem Komma beim Wachstum für möglich”, sagte der Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI), Hans-Peter Keitel. Beim Export erwartet der BDI 2012 laut einer Umfrage unter Mitgliedsverbänden ein Wachstum von etwa 3%. Der BDI-Präsident meinte, ohne gravierende externe Schocks und mit den erforderlichen Weichenstellungen durch die Politik werde die deutsche Wirtschaft ab der zweiten Jahreshälfte wieder Fahrt aufnehmen. Ein Wachstum in dieser Größenordnung liegt über der Erwartung der Bundesregierung, die für 2012 von 0,7% ausgeht.

Keitel räumte ein, dass die Mehrheit der Prognostiker einen Zuwachs des deutschen Bruttoinlandsproduktes (BIP) zwischen 0,4 und 0,8% erwarte, und sagte, die Risiken hätten sich verstärkt. Um eine weitere Zuspitzung zu vermeiden, müsse die Politik deshalb nun handeln und die europäischen Beschlüsse vom Dezember umsetzen. “Das ist überfällig.” Den Schlüssel zum Abbau der Verschuldung im Euroraum sieht Keitel in der Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit und nicht in weiteren Konjunkturprogrammen.

In Deutschland dürfe unter anderem die Förderung der erneuerbaren Energien “so gestaltet werden, dass die Kosten nicht ausufern”. Im Zuge der Energiewende sah der Industriepräsident allerdings keine Tendenz zur Auslagerung von Industriebereichen, sondern “den dringenden Wunsch, dass auch energieintensive Unternehmen hier bleiben können”.

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