19.04.2010 | Konjunktur

BDI: Wachstum von 2% in diesem Jahr machbar

BDI-Präsdident Keitel auf dem Wirtschaftsforum der Hannover Messe
BDI-Präsdident Keitel auf dem Wirtschaftsforum der Hannover Messe

Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) schätzt die Konjunktur optimistischer ein als Bundesregierung und Forschungsinstitute. Aufgrund von aktuellen Branchendaten und Exporterwartungen hält der BDI in Deutschland ein Wachstum von 2% im laufenden Jahr nach wie vor für wahrscheinlich.

HANNOVER (Dow Jones/mn)–”Eine Zwei vor dem Komma ist machbar – wenn es keine Rückschläge in der Weltwirtschaft gibt, wenn Energie- und Rohstoffpreise im kalkulierbaren Rahmen bleiben und wenn eine flächendeckende Kreditklemme ausbleibt”, erklärte BDI-Präsident Hans-Peter Keitel am Montag bei der Hannover Messe.

“Entscheidend für die Weltwirtschaft sind rasche Erfolge bei der internationalen Finanzmarktregulierung”, unterstrich Keitel. Angesichts der Handels- und Wettbewerbsverzerrungen auf Rohstoffmärkten sollte die Politik sich dieser Themen nicht nur in der EU, sondern auf allen international zur Verfügung stehenden Ebenen annehmen, etwa im Rahmen der G-20. Die Gefahr einer Kreditklemme habe abgenommen, sei aber noch nicht vom Tisch.

Die Aussichten für die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland seien trotz weiter bestehender Risiken gut, sagte Keitel. Die deutsche Wirtschaft profitiert nach seiner Einschätzung zunehmend vom Anziehen des Welthandels. “Die konjunkturelle Erholung wird wie auch in früheren Zyklen über die Wachstumsmaschine Export laufen”, sagte Keitel. “Das ist keine Entscheidung irgendeiner zentralen Exportagentur, sondern Ausdruck der Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Industrie auf den Weltmärkten.”

Keitel hob hervor, dass die Politik mit einer nachhaltigen Wachstumspolitik sogar dauerhaft 2% erreichen könne. Ganz oben auf der wirtschaftspolitischen Agenda der Bundesregierung müsse jetzt die Konsolidierung der öffentlichen Haushalte stehen. “Bislang fehlt die erforderliche Stringenz in der Rückführung der Verschuldung. Wir brauchen eine klare Exit-Strategie”, betonte der BDI-Präsident. “Konsolidierung und Wachstum bedingen sich gegenseitig.”

Anzeige

Anzeige

Weitere Aktuelle News

Hoffnungsschimmer für Spaniens Industrie

Die Industriedaten könnten für Spanien ein ermutigendes Signal sein. Besonders die Produktion von Investitionsgütern hat mit einem Plus von 3,3% kräftig angezogen. (Bild: Imago).

Für die von einer schweren Rezession geplagte spanische Wirtschaft zeichnet sich ein Hoffnungsschimmer ab. Im März schrumpfte die Industrieproduktion wesentlich weniger als von den meisten Ökonomen befürchtet. Frankfurt (DJ/ilk). Wie die nationale Statistikbehörde berichtete, sank die industrielle Fertigung um lediglich 0,6% gegenüber dem mehr

Deutscher Industrieumsatz steigt im März

Insbesondere der Export trieb den deutschen Industrieumsatz voran. Allerdings hinken die Ausfuhren nach Südeuropa krisenbedingt hinterher. (Bild: Fotolia).

Die Geschäfte der deutschen Industrieunternehmen sind im März wieder etwas besser gelaufen, nachdem es im Februar nur ein kleines Plus gegeben hatte. Der saison- und preisbereinigte Umsatz im verarbeitenden Gewerbe stieg um 1,7% gegenüber dem Vormonat, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Frankfurt (DJ/ilk) Im Februar hatte er sich ledi mehr

Deutsche Industrie erhält im März überraschend viele Aufträge

Die deutsche Industrie hat im März wider Erwarten ein kräftiges Auftragsplus eingefahren. Sowohl aus dem Inland wie auch aus dem Ausland gingen deutlich mehr Bestellungen ein, wobei die Nachfrage aus der Eurozone besonders stark war. von Andreas Plecko, Dow Jones (sun). Wie das Bundeswirtschaftsministerium (BMWi) mitteilte, stiegen die ge mehr

Frankreichs Industrie erleidet im März herben Rückschlag

Nach Analyse vieler Experten ist die Wettbewerbsfähigkeit der französischen Industrie im vergangenen Jahrzehnt erodiert (Bild: pico - Fotolia.com).

Die französische Industrie hat im März einen unerwartet starken Rückschlag erlitten. Die industrielle Produktion der zweitgrößten Volkswirtschaft im Euroraum fiel nach den Daten der Statistikbehörde des Landes gegenüber dem Vormonat um 0,9%. von Gabriele Parussini, Dow Jones PARIS (ks). Volkswirte hatten im Mittel ein Minus von led mehr



Anzeige

Suchen