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24.02.2012 |

Deutsche Kunststoffverarbeitung mit neuem Umsatzrekord

Bild: Bayer MaterialScience AG
Bild: Bayer MaterialScience AG

Mit einem Zuwachs von 8,8 % auf 55,9 Mrd Euro hat die deutsche kunststoffverarbeitende Industrie das Jahr 2011 mit einem neuen Rekord abgeschlossen. Damit knüpft sie nahtlos an die Entwicklung vor der Krise an. Für 2012 erwartet GKV-Präsident Dr. Bernd-O. Kruse eine stabile Entwicklung auf bereits hohem Niveau.

FRANKFURT AM MAIN (ba). Die kunststoffverarbeitende Industrie in Deutschland hat nach vorläufigen Zahlen im zurückliegenden Jahr Waren im Wert von insgesamt 55,9 Mrd Euro hergestellt. Das bedeutet einen Zuwachs von 8,8 % im Vergleich zum wachstumsstarken Vorjahr. Damit liegt die Branche auch über dem bisherigen Umsatzrekordjahr 2007. Die Krise sei nun endgültig Geschichte, erklärte GKV-Präsident Dr. Bernd-O. Kruse. Einzig die Bauzulieferindustrie blieb mit knapp 5 % Wachstum hinter den anderen Branchenzweigen Verpackung, Konsumwaren und Technische Teile etwas zurück. Allerdings war hier der Aufholbedarf auch nach der Krise deutlich niedriger.

Die Beschäftigtenzahl der mittelständisch geprägten Branche stieg um 6,6 % auf 292 000 Mitarbeiter. Erstmals seit langem wurden hiermit wieder die Rekordwerte der 90er Jahre erreicht, erklärte Kruse. Heute allerdings bei nahezu doppeltem Umsatz, was ein Schlaglicht auf die kontinuierliche Steigerung der Produktivität werfe. Möglich sei dies nur durch die hohe Innovationskraft der Unternehmen.

Bedrängt sehen sich die Unternehmen der Branche durch die hohen Rohstoff- und Energiekosten, sagte Kruse. Mit Sorge beobachte man die derzeit die erneute Steigerung der Kunststoffpreise. Zugleich mahnte er die Politik zu einer Überprüfung der Subventionierung bestimmter Energiequellen. Die internationale Wettbewerbssituation der deutschen Kunststoffverarbeitung habe sich durch die Maßnahmen der letzten Jahre deutlich verschlechtert.

Kruse begrüßte die jüngste Novelle des Kreislaufwirtschaftsgesetzes. Die beabsichtigte Einbindung marktwirtschaftlicher Lösungen in Verwertungsfragen sei sicher der richtige Weg.

Dem von der EU diskutierten Verbot von herkömmlichen Kunststofftragetaschen zugunsten von solchen aus abbaubaren „Biokunststoffen“ und anderen Alternativen erteilt Kruse dagegen eine klare Absage. Die Förderung der Wegwerfmentalität sei in keinem Fall eine umweltgerechte Lösung. Vielmehr sollten die vorhandenen Abfallrahmenrichtlinien konsequent angewendet und gute Verwertungsstrukturen in allen europäischen Ländern aufgebaut werden. In diesem Zusammenhang wies der GKV-Präsident auf die hohe deutsche Kunststoffverwertungsquote von ca. 97 % hin.

Von der deutschen Politik erhofft sich der GKV auch eine baldige Kehrtwende in der Steuerung der Forschung und Entwicklung. Die auf Innovation basierende Wettbewerbsfähigkeit der Branche könne durch steuerliche Maßnahmen der FuE-Aktivitäten in den Unternehmen gestärkt werden, so wie es in vielen OECD-Ländern bereits üblich sei.

Für das laufende Jahr sieht sich die deutsche Kunststoffverarbeitung sehr gut aufgestellt. Der GKV ist zuversichtlich, dass 2012 eine stabile Entwicklung auf dem erreichten hohen Niveau bringen wird. Wie seit langem üblich werde die Kunststoff verarbeitende Industrie die BIP-Entwicklung übertreffen.

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