szmtag

15.11.2011 |

DIW: Starke Industrie lässt Wirtschaft wachsen

Der Industrie sind die guten Zahlen des 3. Quartals zu verdanken. Im Winterhalbjahr könnte die Konjunktur aber merklich kühler werden, sagt das DIW. Bild: Fotolia
Der Industrie sind die guten Zahlen des 3. Quartals zu verdanken. Im Winterhalbjahr könnte die Konjunktur aber merklich kühler werden, sagt das DIW. Bild: Fotolia

Die deutsche Wirtschaft ist im dritten Quartal kräftig gewachsen. Im Vergleich zum Vorquartal nahm das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt um 0,5% zu. „Vor allem die Industrie hat noch einmal ordentlich zugelegt“, kommentiert DIW-Konjunkturchef Ferdinand Fichtner die heute vom Statistischen Bundesamt veröffentlichte Zahl.

„Zu Konjunkturoptimismus besteht indes kein Anlass“, so Fichtner, „denn die Industrie hat vor allem vom Auftragspolster der vorangegangenen Monate gezehrt.“ Für das Winterhalbjahr rechnet das DIW Berlin nur mit schwachem Wachstum der deutschen Wirtschaft. Nach Einschätzung des DIW Berlin ist das kräftige Plus vor allem dem Quartalsauftakt im Juli zu verdanken, da aufgrund der späten Lage der Sommerferien in einigen Bundesländern ein großer Teil der Produktion vorgezogen wurde. Schon im August und September ist die Industrieproduktion dagegen deutlich zurückgegangen. „Im vierten Quartal dürfte das Wachstum vor allem wegen der Krise im Euroraum mager ausfallen“, erläutert Fichtner. Hierauf deuteten die in den letzten Monaten massiv eingebrochenen Umfragewerte unter Verbrauchern und Unternehmern hin: „Die Menschen sind verunsichert. Das ist Gift für die Konjunktur.“

Im dritten Quartal haben neben den privaten Konsumausgaben auch die Exporte das Wachstum spürbar angeschoben. „Im Winterhalbjahr könnte die Nachfrage nach deutschen Produkten – auch aus den Ländern außerhalb des Euroraums – aber einen herben Dämpfer bekommen“, warnt DIW-Konjunkturexperte Simon Junker angesichts deutlicher Auftragsrückgänge. „Für die Gesamtwirtschaft rechnen wir im vierten Quartal daher sogar mit einer vorübergehend stagnierenden Produktion.“ Im Jahresdurchschnitt 2011 dürfte das Wirtschaftswachstum nach Einschätzung des DIW Berlin trotzdem rund 3% betragen. „Das ist für deutsche Verhältnisse immer noch eine ordentliche Wachstumsrate“, so Junker.

Anzeige

Weitere Aktuelle News

Peter Terium:

RWE-Chef Terium wirbt um Verständnis für Dividendenkürzung

RWE-Chef Peter Terium hat bei den Aktionären des Energiekonzerns um Verständnis für tiefe Einschnitte geworben. mehr

Für Januar und Februar zusammen war die Erzeugung um 8,6 Prozent gestiegen. Das war die schwächste Entwicklung seit fast fünf Jahren. - Bild: kru

Chinas Industrieproduktion wächst langsamer als erwartet

Der Anstieg der chinesischen Industrieproduktion hat sich im März zwar etwas beschleunigt, verfehlte aber die Prognosen von Volkswirten. mehr

Die Ratingagentur Standard & Poor's hat die Bonitätsbewertung des Gabelstaplerherstellers Kion hochgestuft. Der Ausblick ist positiv. - Bild: Kion

S&P stuft Kion auf BB hoch

Die Ratingagentur Standard & Poor's hat die Bonitätsbewertung des Gabelstaplerherstellers Kion auf BB von BB- hochgestuft. mehr

Die Wirtschaft der Eurozone ist im vierten Quartal 2013 um 0,3 Prozent gewachsen, und auch für das erste Quartal wird Wachstum erwartet. - Bild: Bilfinger Berger

Eurozone-Industrie startet besser als erwartet

Die Industrie des Euroraums ist etwas besser als erhofft ins erste Quartal 2014 gestartet. Nach Angaben von Eurostat stieg die Produktion im Februar wie erwartet leicht und war im Januar stärker als bisher angenommen. mehr



Suchen