szmtag

20.12.2011 |

Ifo-Geschäftsklima hellt sich überraschend auf

"Die deutsche Wirtschaft scheint dem Abschwung Westeuropas erfolgreich zu trotzen. Insofern ist für Weihnachten Gutes zu vermelden", sagte Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn (Bild: Ifo).
"Die deutsche Wirtschaft scheint dem Abschwung Westeuropas erfolgreich zu trotzen. Insofern ist für Weihnachten Gutes zu vermelden", sagte Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn (Bild: Ifo).

Das Geschäftsklima in Deutschland hat sich im Dezember trotz des schwierigen Umfelds aufgehellt. Die Industrieunternehmen bewerten ihre aktuelle Geschäftslage zwar als etwas weniger gut als im November. Von einem Absturz wie im Jahr 2008 kann aber nicht die Rede sein, so das Ifo-Institut.

MÜNCHEN (Dow Jones)–Wie das Münchener Ifo Institut für Wirtschaftsforschung am Dienstag im Rahmen seines monatlichen Konjunkturtests mitteilte, stieg der Geschäftsklimaindex auf 107,2 Punkte, nachdem der wichtigste deutsche Konjunkturfrühindikator im Vormonat bei 106,6 gelegen hatte. Von Dow Jones Newswires befragte Volkswirte hatten hingegen einen Rückgang auf 106,0 erwartet.

Der Index zur Beurteilung der aktuellen Lage der rund 7.000 befragten Unternehmen stagnierte im Dezember mit 116,7 Punkten auf dem Stand des Vormonats. Die Prognose der Ökonomen hatte auf einen Stand von 116,0 gelautet. Der Index für die Geschäftserwartungen stieg überraschend auf 98,4 Zähler von 97,3 im Vormonat, während die befragten Volkswirte einen Rückgang auf 97,2 erwartet hatten.

Zum Vergrößern der Grafik bitte auf das Bild klicken!

“Im verarbeitenden Gewerbe ist das Geschäftsklima unverändert geblieben. Die Industrieunternehmen bewerten ihre aktuelle Geschäftslage zwar als etwas weniger gut als im November. Von einem Absturz wie im Jahr 2008 kann aber nicht die Rede sein”, erklärte Sinn. Vielmehr zeigten sich Stabilisierungstendenzen. Für das kommende halbe Jahr schätzten die Unternehmen ihre Perspektiven sogar als etwas günstiger ein. Auch im Auslandsgeschäft würden wieder mehr Chancen gesehen. Das Übergewicht der Unternehmen, die ihren Mitarbeiterstamm erhöhen wollen, sei allerdings etwas kleiner geworden.

Der Geschäftsklimaindex stieg im Großhandel etwas und im Einzelhandel deutlich. “In beiden Handelsstufen wird die Geschäftslage positiver bewertet als bisher”, ergänzte der ifo-Präsident. Zudem seien die Erwartungen der Groß- und der Einzelhändler zuversichtlicher. “Das spricht für ein gutes Weihnachtsgeschäft”, sagte Sinn.

Im Bauhauptgewerbe hat sich das Geschäftsklima noch weiter verbessert. Die befragten Bauunternehmen berichteten von einer etwas günstigeren Geschäftslage als im November. Im Hinblick auf die Geschäftsentwicklung in den nächsten sechs Monaten seien sie zudem hoffnungsvoller.

Alle Bilder zum Artikel: 

Bildergalerie Bildergalerie

Anzeige

Weitere Aktuelle News

Deutschland habe derzeit kein fundamentales Problem. Das Problem ist die Eurozone, wir sehen dass die großen Volkswirtschaften da vor sich hin dümpeln. - Bild: Dreaming Andy/Fotolia

Volkswirte sehen deutschen Wachstumskurs nur unterbrochen

Der vom Statistischen Bundesamt vermeldete Rückgang des deutschen Bruttoinlandsprodukts (BIP) hat Befürchtungen genährt, Deutschland könnte seine Funktion als europäische Wachstumslokomotive verlieren. mehr

Eric Schweitzer:

Deutschland fehlen Millionen Technikfacharbeiter bis 2020

Bis 2020 werden in Deutschland rund 1,4 Millionen Facharbeiter in technischen und naturwissenschaftlichen Berufen fehlen. Zu diesem Ergebnis komm ein Positionspapier des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK). mehr

Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn:

Weltwirtschaftsklima zeigt sich trotz Krisen aufgehellt

Das Weltwirtschaftsklima hat sich im dritten Quartal nach einer Erhebung des Ifo-Instituts für Wirtschaftsforschung aufgehellt gezeigt. Der Ifo-Index für die Weltwirtschaft stieg auf 105,0 von 102,3 Punkten im Vorquartal. mehr

Der Ifo-Index für die Wirtschaft im Euroraum sank im dritten Quartal um 4,1 Punkte auf 118,9, nachdem er zuvor mit 123,0 Zählern den höchsten Stand seit Ende 2007 erreicht hatte. - Bild: Fotolia/Kleemann

Wirtschaftsklima in der Eurozone verdunkelt sich

Das Wirtschaftsklima in der Eurozone hat sich laut einer Ifo-Umfrage deutlich eingetrübt, ausgelöst durch die Sorge um steigende Energiepreise und Einschränkungen beim Export durch den Ukraine-Konflikt. mehr



Suchen