11.08.2011 |

Interview U.I. Lapp: “Schlank bleiben und dabei investieren”

Thomas Holzbaur, Sprecher der Geschäftsführung bei der U.I. Lapp, plädiert für Schuldenabbau (Bild: Lapp).

Mit “gut” bewertet Kabelhersteller Lapp die Lage; dass dieser Zustand noch ein Weilchen anhält, glaubt Lapp-Unternehmenssprecher Thomas Holzbaur.

von Sabine Spinnarke

Wie bewerten Sie die derzeitige Konjunktur?
USA 3, China und Indien 1, Europa 2. Das ergibt in der Summe eine Gesamtnote 2.

Wie lange hält der Aufschwung noch an?
Angesichts der Auftragslage im Maschinenbau schätze ich, dass der Aufschwung mindestens drei Jahre anhält.

Wie würden Sie auf eine weitere Krise reagieren?
Wir achten darauf, dass unsere Fixkosten nicht so schnell steigen wie der Umsatz. Wir sind dabei, alle Prozesse zu optimieren, um so schlank wie möglich aufgestellt zu sein. So arbeiten wir beispielsweise im Lager vermehrt mit Zeitkräften. Neueinstellungen erfolgen teilweise mit Zeitverträgen. Parallel investieren wir kräftig in unsere Standorte. In Ludwigsburg bauen wir ein neues Logistik- und Dienstleistungszentrum, in der Schweiz wurde unser Werk ums Doppelte vergrößert und auch in Indien entsteht ein zweiter Produktionsstandort.

Betreffen Sie hohe Rohstoffpreise und Fachkräftemangel?
Wir globalisieren unseren Einkauf. Das heißt, wir schreiben bei der Beschaffung der benötigten Kunststoffe weltweit aus. Bestehende Verträge werden überprüft. Bei den börsennotierten Metallen – also dem Kupfer – haben wir leider kaum Spielraum. Diese Kosten müssen wir leider an die Kunden weitergeben Um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken, verstärken wir unsere Anstrengungen bei der Ausbildung. Künftig werden wir junge Menschen bei Lapp auch in Engineering-Berufen ausbilden. Für Studenten bieten wir Diplomarbeiten und Praktika an. So entsteht früh eine Bindung zu unserem Unternehmen.

Glauben Sie an Steuersenkungen im Jahr 2013?
Nein. Viel wichtiger ist es jetzt, die Schulden abzubauen, statt Steuern zu senken. Nur bei den kleineren Einkommen wäre eine Entlastung wünschenswert.

In welchen technischen Bereichen sehen Sie das größte Potenzial?
Ganz klar in erneuerbaren Energien und der Elektromobilität. Aber auch im Maschinenbau sehe ich noch großes Potenzial.

aus Produktion Nr. 31-32, 2011


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