11.01.2012 | Asien
China bietet beste Chancen

Auch 2012 bietet China gute Chancen für die deutsche Industrie. Alexandra Voss, Delegierte der deutschen Wirtschaft in Peking, gibt im Interview mit Produktions-Redakteurin Maren Kalkowsky einen Ausblick.
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Der chinesische Markt wird sich in den kommenden Jahren weiter entwickeln. Es gibt zwar Signale, dass sich das Wachstum leicht abschwächt, nicht zuletzt weil es von Seiten der chinesischen Regierung große Anstrengungen gibt, die Wirtschaft im Land nachhaltiger zu entwickeln. Wir gehen aber trotzdem davon aus, dass China im kommenden Jahr die USA ablösen wird und sich zum wichtigsten deutschen Absatzmarkt außerhalb Europas entwickelt. Auch aus chinesischer Sicht ist Deutschland eine wichtige Triebfeder für die Wirtschaft, da sich Unternehmen beider Länder gut ergänzen.
Welche Chancen bietet China für die deutsche Industrie?
Nach einer Umfrage, die wir kürzlich unter unseren Mitgliedern durchgeführt haben, sehen für die kommenden Jahre neun von zehn Firmen weiterhin ein großes Wachstumspotenzial in ihrem primären Marktsegment. Speziell in den Bereichen Maschinen- und Anlagenbau, Automobil, Medizintechnik und Wirtschaftsdienstleistungen gehen wir im kommenden Jahr von Wachstumschancen aus. Die größte Herausforderung sehen deutsche Unternehmen bei der Rekrutierung von qualifiziertem Personal. Über 90 % der Unternehmen haben Probleme bei der Suche nach geeigneten Mitarbeitern und steigenden Personalkosten. Auch nimmt der Wettbewerb in China zu und die Wahrnehmung, bei öffentlichen Projekten benachteiligt zu werden.
Wie wird sich der chinesische 5-Jahresplan für die deutsche Industrie in China auswirken?
Die anspruchsvollen Entwicklungsziele im aktuellen Fünfjahresplan sind ohne ausländisches Know-how und Technologie in China kaum zu erreichen. Von der steigenden Nachfrage nach ausgereiften Produkten und Lösungen – insbesondere in den Bereichen High-Technology- und Green Industries – werden darin traditionell starke deutsche Unternehmen besonders profitieren.
Welche Themen stehen noch an?
Nach der starken wirtschaftlichen Entwicklung der großen Küstenstädte erschließen sich deutsche Unternehmen in China verstärkt Sekundär- und Tertiärstädte. Die chinesische Regierung fördert diese Entwicklung und bietet Unternehmen verschiedene Erleichterungen bei der Ansiedlung. Allerdings müssen die Unternehmen auch mit teurerer Arbeitskräften umgehen und mit einem weiterhin heißen Wettbewerb um qualifizierte Mitarbeiter rechnen.
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