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22.03.2012 |

KMU: Jetzt auf China-Zug aufspringen

China: Der Zug nimmt Fahrt auf. Schon bald wird es die größte Volkswirtschaft der Welt sein. Im Bild: Der Transrapid in Shanghai. Bild: kalafoto_Fotolia.com
China: Der Zug nimmt Fahrt auf. Schon bald wird es die größte Volkswirtschaft der Welt sein. Im Bild: Der Transrapid in Shanghai. Bild: kalafoto_Fotolia.com

Die Zeiten Chinas als Billiglohnland nähern sich dem Ende. Seit Jahren ist die deutsche Industrie vor Ort. Doch wer nun meint, China sei out, hat sich getäuscht. Der Zug der Neugründungen nimmt jetzt erst richtig Fahrt auf.

von Maren Kalkowsky

LANDSBERG/PEKING. China entwickelt sich rasant zum wichtigsten Absatzmarkt der Welt. Laut Schätzungen wird es die USA als größte Volkswirtschaft bald ablösen. Wann? Die Berater von PWC schätzen im Jahr 2032, Goldman Sachs 2027 und The Economist 2019.
Zudem schwächelt Europa: „2010 leben noch rund 7 % der Weltbevölkerung in Europa, 2050 nur noch 4%“, erklärt Bernd Reitmeier, Managing Director der Startup Factory Kunshan. Und machte BASF im Jahr 2001 noch 76 Mio potenzielle Konsumenten in China aus, sollen es 2015 bereits 700 Mio sein. „Unter den deutschen Investoren in China befindet sich ein immer größer werdender Anteil kleiner und mittlerer Unternehmen“, beobachtet Rainer Gehnen, Geschäftsführer der Deutsch-Chinesischen Wirtschaftsvereinigung. Auch Reitmeier meint: „In den nächsten Jahren werden zahlreiche deutsche Unternehmen den Weg nach China gehen, um einen kleinen Produktionsstandort aufzubauen, da sie in RMB fakturieren müssen, der Kunde schnellere Lieferzeiten verlangt oder sie den Einkauf bzw. die Lokalisierung in China nachweisen müssen“. Gerade der chinesische 5-Jahresplan und der neue Investitionslenkungskatalog bieten technologie- und umweltorientierten Firmen Chancen. „Die Möglichkeiten für ausländische Firmen sind nach wie vor enorm, wenn sie es schaffen, ihren technologischen Vorsprung besser als die lokale Konkurrenz einzusetzen und zu verteidigen“, erklärt Jürgen Kracht, Managing Director von Fiducia.
Eine China-Investition sei nicht eine Frage des „Ob“, sondern des „Wann“ gewesen, erläutert Dr. Matthias Groth, Inhaber der Swoboda Holding GmbH. Der Automobilzulieferer hat gerade den Bau einer Produktionshalle in Kunshan begonnen. Die Mias Group, ein typisch deutscher Maschinenbauer, ist seit 2009 mit einer Produktion in China. Der Geschäftsführer Dr. Johannes Fottner sieht gute Chancen: „Die Tendenz zur Automatisierung wächst.“ Noch sei die Automatisierung im asiatischen Markt schwach ausgebaut. „In China sind derzeit rund 60 deutsche Hersteller von Werkzeugmaschinen und Fertigungssystemen, Laser für die Materialbearbeitung und Komponentenlieferanten mit Vertrieb, Service, Einkauf, Produktion und Montage vertreten. Der Anteil Chinas an der Gesamtauslandsproduktion deutscher Werkzeugmaschinenhersteller beträgt rund 8 %“, erklärt Gerhard Hein, Leiter Abteilung Statistik beim VDW. Die Anzahl der Niederlassungen in China nehme zu, um Wertschöpfung und Produktion vor Ort zu etablieren. China könnte laut Hein bis 2015 auf über 45 % Weltmarktanteil am Werkzeugmaschinenverbrauch kommen. Rund 10% der VDMA-Mitgliedschaft sei in China vor Ort präsent. „Wir nehmen jedoch an, dass weitere 5 % per Handelsvertreter o. ä. engagiert sind“, sagt Oliver Wack, VDMA-Referent für Ost- und Südasien .„Die Anforderungen chinesischer Kunden steigen bzgl. Qualität, Energieeffizienz und Ressourcenschonung stetig an, so dass sich gerade für die deutschen Maschinen- und Anlagenbauer Geschäftsmöglichkeiten ergeben“, sagt er.

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Kapzitätserweiterung in Shanghai (v.l.n.r.): Samir Hifri, Leiter Commercial Operations Asien-Pazifik im Bereich Coatings, Adhesives, Specialties (CAS), Dr. Hanno Brümmer, globaler Produktionsleiter bei CAS, Johannes Dietsch, Bayer-Sprecher in Greater China, Dr. Tony Van Osselaer, Vorstandsmitglied von Bayer MaterialScience, Daniel Meyer, globaler Leiter des Geschäftsbereichs CAS, Wolfgang Miebach, Landessprecher für Bayer MaterialScience in China, und Roland Stegmüller, Leiter des Integrierten Bayer-Standorts Caojing. - Foto: Bayer MaterialScience

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