25.08.2009 |

BDI warnt vor drohender Rohstofflücke

BERLIN (ki). "Wir steuern auf eine Rohstofflücke zu", sagt Ulrich Grillo, Vorsitzender des BDI-Ausschusses Rohstoffpolitik und Vorstandsvorsitzender der Grillo-Werke AG. Diese Lücke würde nicht nur den Beitrag der Industrie für den Weg aus der Krise unmöglich machen, sondern auch Tausende von Arbeitsplätzen gefährden, warnte Grillo weiter. "Wir brauchen eine Rohstoffstrategie für Deutschland und Europa, welche die politischen Beschränkungen der Rohstoffsicherheit wirksam adressiert und sinnvoll an die EU-Rohstoffinitiative anknüpft", fordert Grillo.

Allein China beschränkt den Handel mit Rohstoffen und Halbzeugen durch 373 Exportzölle. Betroffen sind laut BDI Rohstoffe wie Kupfer, das für Elektromotoren unverzichtbar ist sowie das Seltenerdmetall Neodym, das für die Lasertechnik benötigt wird. "Bei neuen Elektromotoren steigt allein der Kupferanteil im Fahrzeug von 25 auf 65 Kilogramm", sagt Grillo. "Wir verlangen, dass die Politik den Abbau von Handels- und Wettbewerbsverzerrungen bei Rohstoffen konsequent einfordert – im Rahmen der Wirtschafts-, der Außen- und Entwicklungspolitik."

Zudem müssten die EU-Leitlinien zur Abgrenzung von Abfällen und gebrauchten Produkten rechtlich bindend gemacht werden, um die illegalen Exporte von Sekundärrohstoffen zu unterbinden. In Deutschland selbst müsse die Rohstoffgewinnung in und nahe "Natura 2000"-Gebieten ermöglicht werden, da sonst die strategische Abhängigkeit Deutschlands von Rohstoffimporten steige, sagte der vorsitzende des BDI-Ausschusses Rohstoffpolitik.


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