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- DIW Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung
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06.04.2006 | News
DIW: In Ostindustrie wird künftig Abwanderung überwiegen
BERLIN (Dow Jones)–"Per saldo wurden in den Jahren 2002 bis 2004 durch Kapazitätsverlagerungen nach Ostdeutschland dort mehr Arbeitsplätze geschaffen als durch Abwanderung verloren gegangen sind; künftig werden jedoch die Abwanderungen überwiegen", heißt es in dem am Mittwoch in Berlin veröffentlichten aktuellen DIW-Wochenbericht.
Die Ergebnisse basieren auf einer im Herbst 2004 durchgeführten Unternehmensbefragung, an der sich gut 6.000 ostdeutsche Betriebe beteiligten. Berücksichtigt wurden insofern allein die Planungen der gegenwärtig in Ostdeutschland angesiedelten Unternehmen.
Danach planen in den kommenden beiden Jahren 5% der befragten Unternehmen mit 10% der Beschäftigten überregionale Verlagerungen, überwiegend Abwanderungen ins benachbarte Ausland. Im Mittelpunkt stehen dabei Verlagerungen in benachbarte mitteleuropäische Länder, vor allem nach Polen, Tschechien, Slowakische Republik und Ungarn. Es sind jedoch auch Verlagerungen in den asiatischen Wirtschaftsraum vorgesehen, besonders nach China.
Unter den Unternehmen, die auslagern wollen, finden sich nicht nur Unternehmen, die in westdeutschem oder ausländischem Besitz sind. Auch Unternehmen mit ostdeutschen Eigentümern verfolgen derartige Pläne. Dabei ist der Anteil der Auslagerungswilligen im Kraftfahrzeugbau und in der Elektrotechnik besonders hoch.
10% der befragten Unternehmen mit 13% der Beschäftigten schließen die Möglichkeit von Kapazitätsverlagerungen nicht prinzipiell aus, lassen jedoch offen, ob diese zugunsten oder zu Lasten des jeweiligen Standortes vorgenommen werden sollen. Der weitaus überwiegende Teil von 85 % der befragten Unternehmen mit 77% der Beschäftigten plant jedoch keine Standortverlagerung.
In den Jahren 2002 bis 2004 war es bei 6% der befragten ostdeutschen Unternehmen, die 16% der Beschäftigten repräsentieren, zu Kapazitätsverlagerungen gekommen. Bei 4% der Unternehmen mit 9% der Beschäftigten hatte es sich dabei um Produktionsübernahmen auswärtiger Kapazitäten oder aber um Verlagerungen an Standorte gehandelt, an denen das befragte Unternehmen jetzt ansässig war. Vor allem der Kraftfahrzeugbau und die chemische Industrie in Ostdeutschland haben in diesem Zeitraum von Standortverlagerungen profitiert. Lediglich in 3% der Fälle mit 8% der Beschäftigten handelte es sich um Auslagerungen an westdeutsche oder ausländische Standorte.
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