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05.06.2009 | News
ebm-papst Gruppe trotzt Flaute
MULFINGEN (ki). "Noch zum Abschluss des dritten Geschäftsquartals, Ende Dezember, lag unser Gruppenumsatz rund 4% über Vorjahresniveau. Die Krise war noch nicht wirklich spürbar, zumindest an unseren Standorten Mulfingen und Landshut, wo wir zu diesem Zeitpunkt um 10% bzw. 6 % gewachsen waren", so Hans-Jochen Beilke, Vorsitzender der Geschäftsführung der ebm-papst Gruppe. Schon einen Monat später hatten sich die Vorzeichen geändert und die weltweite Flaute war auch beim Ventilatorspezialisten angekommen.
In den Produktbereichen Automobil, Maschinenbau und Telekommunikation musste das Unternehmen Auftragsrückgänge im zweistelligen Prozentbereich hinnehmen. Besonders betroffen ist das im Schwarzwald gelegene Tochterunternehmen ebm-papst St. Georgen.
Neben sinkenden Marktbedarfen kämpft dieser Unternehmensstandort im Produktprogramm der Kompaktlüfter gegen asiatische Wettbewerber und erlöste mit 233 Mio. Euro Umsatz knapp ein Viertel weniger als noch vor 12 Monaten geplant war. Da interne Einschätzungen einen weiteren Rückgang auf höchstens 205 Mio. Euro für das laufende Geschäftsjahr erwarten lassen, ist ebm-papst gezwungen, auch personell Anpassungen in St. Georgen und Herbolzheim vorzunehmen. "Der Anzug ist um rund 100 Mio. Euro zu groß", bedauert Beilke.
Deutlicher Vorteil im aktuellen Marktumfeld ist die Marktführerschaft und der kontinuierliche Ausbau im Bereich der energiesparenden EC-Ventilatoren und Gebläsen, die im Schwerpunkt an den Standorten Landshut und am Hauptsitz in Mulfingen entwickelt und produziert werden. "Im Vergleich zu herkömmlichen Produkten sind diese elektronisch gesteuert und bis zu 70% sparsamer", sagt der Unternehmenschef. ebm-papst sieht sich hier als Pionier und Marktbereiter, denn bereits seit dem Jahr 2001 steht beim Umweltpreisträger Baden-Württembergs die energetische Optimierung seiner Produkte im Unternehmensfokus.
"Der Markt der Luft-, Kälte und Klimatechnik war zu dieser Zeit nicht für strom-sparende EC-Produkte bereit, aber wir waren sicher, dass die Kosten für Energie in den kommenden Jahren steigen würden. Heute nutzen Kunden die sich ergebenden Vorteile und berücksichtigen Amortisations- und Lebensdauerzeiten in ihrer Preiskalkulation", weiss Beilke. Den Produktanteil an energiesparenden EC-Ventilatoren und Gebläsen konnte ebm-papst im Vergleich zum Vorjahr um rund 2% auf 54% (570 Mio. Euro) gegenüber traditionellen AC-Produkten in Wechselstromtechnik weiter steigern.
Ausblick "Die Halbwertzeit von Prognosen ist tendenziell geringer als eine Woche", so der Chef der Unternehmensgruppe zu Vorhersagen zum neuen Geschäftsjahr. Obwohl heute getroffene Aussagen schon morgen Schnee von gestern sein können, glaubt Beilke fest daran, dass das Konjunkturtal im Herbst 2009 erreicht sein wird. Den geplanten Umsatz für das laufende Geschäftsjahr hat das Unternehmen mit rund 1 Mrd. Euro (-4,8%) festgeschrieben. Darauf basieren die weiteren Planungen der Unternehmensgruppe, beispielsweise bei Personal und Investitionen. Natürlich hat der Weltmarktführer auch Szenarien errechnet, falls die Krise länger anhalten würde und einen Plan B und sogar C entwickelt.
Trotz Kosteneinsparung und Strukturüberprüfung sollen die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung konstant bleiben. "Auch im laufenden Jahr werden wir unsere F&E Investitionen in Deutschland mit 53,6 Mio. Euro unangetastet lassen", so der Vorsitzende der Geschäftsführung. "Unser Ziel ist es, jedes unserer Produkte energetisch besser zu machen als das Vorgängermodell – weiterhin arbeiten wir an einer ganzen Reihe neuer Ideen für Ventilatoren und Motoren, beispielsweise im Bereich von Materialverbindungen, der Nano-Technologie oder in Keimfreilösungen", so Beilke mit Blick auf die Zeit nach der Krise. Denn jede Krise ist auch immer eine Chance und die will der Technologiekonzern nutzen, um noch besser darzustehen.
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