22.04.2008 |

Windenergie-Branche sieht 2008 sinkenden Umsatz in Deutschland

HANNOVER (DJ). Die deutsche Windindustrie rechnet damit, dass die neu installierte Windenergie-Leistung in Deutschland 2008 weiter sinken wird und damit auch der Inlandsumsatz der Branche in diesem Jahr zurückgeht. Der Bundesverband WindEnergie (BWE) prognostiziert einen Rückgang der neu installierten Leistung um rund 16% auf 1.400 Megawatt (MW). 2007 war der Markt bereits um 25% eingebrochen.

Wegen der geringeren Neuinvestitionen sinkt der Inlandsumsatz der deutschen Windindustrie 2008 insgesamt auf 5,62 (5,77) Mrd Euro, wie der Branchenverband prognostizierte. Im Bereich Stromerzeugung nehmen die Umsätze aber wohl weiter zu. Nach Angaben des BWE wird die installierte Windleistung in diesem Jahr insgesamt auf etwa 23.650 MW steigen von 22,250 MW im Vorjahr. Die Stromerzeugung werde dadurch auf 42,0 (39,5) Mrd Kilowattstunden weiter zunehmen.

Hauptgrund für das in diesem Jahr erneut abgeschwächte Wachstum ist nach Angaben von BWE-Präsident Hermann Albers die stetig sinkende Vergütung für Onshore-Windenergie. Er forderte die Bundesregierung auf, bei der in den nächsten Wochen anstehenden Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes die Vergütungssätze für Onshore-Wind nicht abzusenken, wie derzeit geplant, sondern im Gegenteil deutlich anzuheben.

Die ersten Offshore-Windparks vor den deutschen Küsten werden sich nach Angaben des BWE verzögern und nicht schon 2009 ans Netz gehen können. Dennoch bleibt der Verband dabei, dass bis 2020 rund 12.000 MW Offshore-Wind in Deutschland möglich sind. Eine große Hoffnung setzt die Branche auch auf das so genannte Repowering, also das Ersetzen alter Anlagen durch neue, leistungsfähigere Windräder. In einigen Jahren könne Repowering bereits bis zu 25% der Neuinstallationen ausmachen.

Die deutschen Hersteller von Windenergieanlagen und Zulieferer profitieren nach Einschätzung des Verbandes weiter vom boomenden Weltmarkt. Der Weltmarktanteil der deutschen Unternehmen liegt nach Angaben des BWE 2008 noch bei 33% (36%). Wegen des geringeren Wachstums in Deutschland steigt die Exportquote der deutschen Unternehmen auf 84% (78%).


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