08.03.2013 | Personen

Gerhard Cromme zieht sich aus Thyssen-Krupp-Aufsichtsrat zurück

Seit Thyssen-Krupp im vergangenen Jahr etwa wegen Verstrickungen in Kartellfälle in die Schlagzeilen geriet, stand auch Aufsichtsratschef Gerhard Cromme in der Kritik (Bild: Thyssen-Krupp).
Seit Thyssen-Krupp im vergangenen Jahr etwa wegen Verstrickungen in Kartellfälle in die Schlagzeilen geriet, stand auch Aufsichtsratschef Gerhard Cromme in der Kritik (Bild: Thyssen-Krupp).

Gerhard Cromme zieht sich überraschend aus dem Aufsichtsrat des Stahl- und Technologiekonzerns Thyssen-Krupp zurück. Der 70-Jährige wird mit Wirkung zum 31. März den Vorsitz des Gremiums niederlegen.

Von Hendrik Varnholt, Dow Jones

(ks). Wie das Unternehmen weiter mitteilte, hat Cromme die Krupp-Stiftung gebeten, zum gleichen Zeitpunkt seine Entsendung in den Aufsichtsrat zu beenden. Cromme gibt zudem sein Amt als stellvertretender Kuratoriumsvorsitzender der Krupp-Stiftung auf.

Thyssen-Krupp zitierte Cromme in einer Mitteilung mit den Worten, er wolle “nach 12 Jahren als Vorsitzender mit diesem Schritt auch im Aufsichtsrat einen personellen Neuanfang ermöglichen”. Cromme wünsche Thyssen-Krupp, dass das Unternehmen “aus der derzeitigen Krise gestärkt hervorgeht”. Der Vorstandschef des Konzerns, Heinrich Hiesinger, sagte laut der Mitteilung: “Der Vorstand und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nehmen die Entscheidung von Dr. Cromme mit Respekt entgegen und danken ihm für sein langjähriges Wirken für das Unternehmen ThyssenKrupp und seine Vorgängerunternehmen.”

Cromme war von 1989 an Vorstandschef der Krupp-Holding. Krupp fusionierte im Jahr 1999 mit Thyssen zum Thyssen-Krupp-Konzern. Cromme wechselte im Jahr 2001 in den Aufsichtsrat des Unternehmens und übernahm den Vorsitz des Gremiums. Seit Thyssen-Krupp im vergangenen Jahr etwa wegen Verstrickungen in Kartellfälle in die Schlagzeilen geriet, steht auch Cromme in der Kritik.

An der Börse wird Crommes Rücktritt am Freitagmittag positiv aufgenommen. “Cromme hat als Aufsichtsratsvorsitzender nicht gerade geglänzt”, sagt ein Händler in einer ersten Einschätzung. Das Unternehmen habe noch einige Baustellen aus seiner Zeit offen – wie zum Beispiel das US-Geschäft. Die Aktie legt in Folge um 3,6% auf 17,80 Euro zu.

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