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27.07.2011 |

Siemens verlängert Verträge von Löscher und Russwurm

Der im österreichischen Villach in Kärnten geborene Peter Löscher bleibt voraussichtlich bis mindestens 2017 Siemens-Chef (Bild: Siemens AG).
Der im österreichischen Villach in Kärnten geborene Peter Löscher bleibt voraussichtlich bis mindestens 2017 Siemens-Chef (Bild: Siemens AG).

Peter Löscher wird auch künftig die Geschicke von Siemens lenken. Der Aufsichtsrat hat den Vertrag des 53-Jährigen Österreichers um fünf Jahre bis zum Frühjahr 2017 verlängert, wie Europas größter Technologiekonzern am Mittwoch mitteilte.

Von Nico Schmidt, Dow Jones Newswires

FRANKFURT (ks)–Das Kontrollgremium verlängerte auch die Kontrakte von Chefjustiziar Peter Solmssen (56) und Siegfried Russwurm (48), der das Industriegeschäft leitet. Die Verträge der Manager wären am 1. April 2012 ausgelaufen. Der Aufsichtsrat habe bei seiner Entscheidung die erfolgreiche Arbeit der Vorstände gewürdigt, hieß es von Siemens.

Löscher kam im Sommer 2007 vom US-Pharmakonzern Merck & Co zu Siemens und übernahm das Zepter bei den Münchenern von Klaus Kleinfeld, der den Chefsessel im Zuge der Aufklärung der Schmiergeldaffäre geräumt hatte. Zuvor war der in Villach in Kärnten geborene Wirtschaftswissenschaftler, der seinen MBA in Wien machte und an der Elite-Universität Harvard am “Advanced Management Program” teilnahm, unter anderem in der Führungsriege des Siemens-Konkurrenten General Electric aktiv gewesen.

Kaum seinen Posten bei Siemens angetreten, nahm sich Löscher den DAX-Konzern zur Brust und verordnete dem Unternehmen eine strikte Verschlankungskur. Weit mehr als 10.000 Arbeitsplätze wurden abgebaut, der Verwaltungsapparat deutlich ausgedünnt und die eher heterogene Unternehmensstruktur in die drei operativen Kerngeschäftsfelder Industrie, Energie und Medizintechnik gebündelt. Von Sorgenkindern wie etwa dem Telefonanlagenbauer SEN und der IT-Sparte SIS trennte sich Löscher.

Den vorerst letzten Schritt des Konzernumbaus läutete der Österreicher dann Ende März dieses Jahres ein. Die Bayern wollen nicht nur ihre profitable Licht-Tochter Osram an die Börse bringen, sondern auch ein neues Kernsegment (“Infrastructure & Cities”) gründen, das sich vor allem der zunehmenden Urbanisierung und Infrastrukturinvestitionen widmen wird. Mit der neuen Aufteilung in dann insgesamt vier Hauptsegmente will Siemens mittelfristig die 100-Mrd-Euro-Marke beim Umsatz knacken.

Operativ lief es zuletzt glänzend für das Industrieschwergewicht, wobei sich die Dynamik zuletzt merklich abschwächte. Finanzchef Joe Kaeser hatte vor wenigen Wochen gesagt, der Rückenwind der Krisenerholung sei vorbei, was stärkere Anstrengungen zum Erreichen von Wachstum erforderlich mache. Siemens wird die Zahlen für das dritte Geschäftsquartal, das im Juni endete, am Donnerstagmorgen bekanntgeben.

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