22.07.2008 |

Deutschlands Industrie: Nicht Europa – aber Weltmeister

FRANKFURT (ilk). Deutschland ist wieder Exportweltmeister im internationalen Maschinenhandel, der mit einem Wachstum von 11,7 Prozent nach 2007 ein weiteres Boomjahr erlebte. Die Exporte deutscher Hersteller wuchsen um 10,6 Prozent; der Welthandel hatte 2007 insgesamt ein Volumen von 719 Milliarden Euro (2006: 644 Mrd. Euro, 2005: 566 Mrd Euro) und wuchs damit im vierten Jahr in Folge. Die deutschen Hersteller sind mit einem Welthandelsanteil von 18,9 Prozent (135,8 Milliarden Euro) damit wieder ganz vorne, gefolgt von den USA mit 11,8 Prozent (85 Milliarden Euro) und Japan mit 10,8 Prozent (78 Milliarden Euro). Die chinesischen Maschinenbauer, die 2005 erstmals Frankreich und Großbritannien überholt hatten, bauten 2007 mit einer Wachstumsrate von 31,8 Prozent ihren Weltmarktanteil auf jetzt 7,2 Prozent (52 Milliarden Euro) aus.
Der deutsche Maschinen- und Anlagenbau ist aber auch im breiten Spektrum der vielfältigen Einzelsparten gut aufgestellt: Von 33 international vergleichbaren Fachzweigen der Branche hatten die Deutschen in 18 Fällen die Nase vorn. Sehr hohe Marktanteile erreichten beispielsweise die Hersteller von Reinigungssystemen mit 37,8 Prozent, die Druck- und Papiertechnik mit 33,5 Prozent oder die Zulieferspezialisten von ölhydraulischen und pneumatischen Komponenten mit 31 Prozent.
Deutschland ist dabei mit einem Gesamtproduktionsanteil von 39 Prozent auch der führende Standort im EU-Maschinenbau, gefolgt von Italien (16 Prozent), Frankreich (11 Prozent) und Großbritannien (9 Prozent). Innerhalb der Europäischen Union zählt  der Maschinenbau zu den größten Industriezweigen und ist – neben der Ernährungsindustrie – der bedeutendste industrielle Arbeitgeber. Gut ein Zehntel trägt er zur Wertschöpfung der gesamten EU-Industrie bei. „Am Standort Europa sind im Maschinenbau rund 24 500 Unternehmen tätig, die insgesamt 2,6 Millionen Arbeitnehmer beschäftigen und im Jahr 2005 Maschinen und Anlagen im Wert von 420 Milliarden Euro produzierten“, erläutert Dr. Hannes Hesse, Hauptgeschäftsführer des VDMA, die Situation im Maschinenbau in der EU.


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