szmtag

Firmen

07.04.2010 |

Die ROI Lean Management Academy

Susanne Drexl-Wittbecker ist Partnerin bei der ROI Management Consulting AG (Bild: ROI).
Susanne Drexl-Wittbecker ist Partnerin bei der ROI Management Consulting AG (Bild: ROI).

Ein wichtiger Bestandteil des Qualifizierungsangebots der ROI Management Consulting AG bezieht sich auf das Thema Lean Development. Im Bereich F&E sind die Potenziale zur Kostenreduzierung besonders hoch. Auch hier umfasst das Schulungsangebot drei Level: Tagesprogramme, Wochenprogramme sowie längerfristige Programme.

Bei den Tagesprogrammen stehen die Methodenqualifizierung sowie die Produktklinik im Mittelpunkt der Kurzworkshops. Besonders großes Echo auf Unternehmerseite ruft derzeit das neue, speziell entwickelte Wochentrainingsprogramm (Levels 2) hervor.

Das Programm beginnt mit einer Schulung zu den Leitlinien des Lean Development und einer Einführung in das ROI-Lean Development Modell mit den Inhalten F&E Strategie, Produkte, Projekte, Prozesse und Mitarbeiter. Mit dieser Basis erarbeiten die Teilnehmer in den folgenden drei Tagen weitestgehend selbstständig einen Lean Development Survey. Lerninhalte sind unter anderem schnelles Ermitteln der KPIs‘, Mengengerüste sowie Qualifikationsstand der Mitarbeiter im F&E-Bereich.

Zum Vergrößern bitte auf das Bild klicken.

Es folgen eine Grobanalyse der Prozesse (PEP und Projektabläufe) sowie der Organisation (Tätigkeitsstrukturanalyse TSA). Den Abschluss des Surveys bildet die Analyse des Produkt-Portfolios mit dem Themenschwerpunkten Modularisierung /Standardisierung und Produktgestaltung/ Produktkostensenkung. Anschließend erstellt ROI ein Road-Map mit konkreten Maßnahmenpaketen und grober Terminplanung.

Bei längerfristigen Programmen sind Target-Costing / Total Cost of Ownership (TCO) sowie Design for Manufacturing and Assembling (DFMA) wichtige Themen. Die genauen Inhalte hängen von der jeweiligen Situation vor Ort ab. Je nach Bedarf stellt ROI den Unternehmen einen oder mehrere Lean-Development- Spezialisten zur Verfügung. Viele Kunden schätzen das Know-how und die langjährige Erfahrung von ROI im Bereich Innovation, Entwicklung und Produktenstehungsprozesse (PEP).

Im nachfolgenden Artikel wird das von ROI entwickelte Lean Development-Programm vorgestellt, das vielseitige Ansätze zur Reduzierung von Verschwendungen bietet.

Thema: Lean Development

Produktentstehung ohne Verschwendung ist ein Erfolgsfaktor der Zukunft
Während der letzten zehn Jahre hat sich der Produktentstehungsprozess (PEP) signifikant gewandelt: Aus einem überschaubaren Entwicklungsablauf mit einfachen und flachen Kommunikations- und Reporting-Strukturen ist ein hoch komplexes, weltweit vernetztes Entwicklungsumfeld entstanden. Um die steigenden Anforderungen am Markt noch besser, schneller und kostengünstiger abdecken zu können, zahlen viele Unternehmen einen hohen Preis: Mit zunehmender Komplexität steigen Verschwendungen und gleichzeitig sinkt die Entwicklungseffizienz. ROI hat ein Lean Development-Programm entwickelt, das vielseitige Ansätze zur Reduzierung von Verschwendungen bietet.

Für den einzelnen Entwickler sind die Aufgabenstellungen heute oft unpräzise, durchsetzt mit wechselnden Zielen und Prioritäten, häufigen Unterbrechungen und Änderungen. Oft führt dies zu Unzufriedenheit, Fluktuation und damit zur Abwanderung von Know-how im Unternehmen.

Zum Vergrößern bitte auf die Grafik klicken.

Mit wachsender Produktkomplexität steigt der Overhead, da Verwaltung und Koordination in der vernetzten Produktentwicklung einen immer höheren Stellenwert einnehmen. Eine mangelhafte Definition von Produktanforderungen, ein „Over Engineering“ in der Produktauslegung und die Inflation von Abstimmungsmeetings im Projektablauf sind typische Beispiele für Verschwendung in der Produktentstehung.

Der Anteil der Kerntätigkeiten in der Entwicklung liegt teilweise nur noch zwischen 30 und 50%.

Toyota als Vorbild für europäische Unternehmen?

Wie reagieren führende Unternehmen auf diese Entwicklung? Der Erfolg von Toyota beruht unter anderem auf dem Toyota Produktentwicklungssystem (TPES). Es basiert auf 13 Prinzipien, in denen die konsequente Orientierung am Kundennutzen und der qualifizierte, motivierte Mitarbeiter an vorderster Stelle stehen. Dadurch ist es gelungen, eine Wertschöpfung von rund 80% in der Produktentwicklung zu erzielen.

Aber ist das TPES einfach kopierbar? Europäische Unternehmen und ihre Produkte sind anders. Die Stärken liegen in einer hohen Innovationskraft und dem steten Streben, individuelle Kundenwünsche zu erahnen und perfekt umzusetzen. Dies führt zu einer hoch innovativen, aber auch extrem breiten und hochpreisigen Produkt- und Leistungspalette.

Der Lean Development-Ansatz von ROI

Der richtige Weg besteht darin, Best Practices auf die Anforderungen der europäischen Unternehmen zu adaptieren und zu ergänzen. Grundlegende Voraussetzungen einer schlanken Entwicklung sind eine eindeutige Entwicklungsstrategie, eine klare Produktstrukturierung und ein abgestimmtes Projekt-Portfolio. Die Entwicklungsstrategie muss stringent aus der Unternehmensstrategie und den Kundenbedürfnisse abgeleitet sein und kurz-, mittel- und langfristige Innovations- und Technologieziele berücksichtigen.

Bei der Produktstrukturierung geht es um Standardisierung nach innen und Variantenvielfalt zum Kunden hin. “Right first time“ wird am Einfachsten mittels standardisierter Funktionen, Komponenten, Baugruppen und Prozesse erzielt. Ein Nebeneffekt: reduzierte Durchlaufzeiten und Kosten.

Der Baustein „Projekte“ verbindet Effektivität, durch die systematische Auswahl der richtigen, profitablen und machbaren Projekte, mit Effizienz, durch ein schlankes, transparentes Multi-Projekt- und Einzel-Projektmanagement. Somit entsteht eine übersichtliche Planungsgrundlage für eine eindeutige Priorisierung.

Auf diesen Voraussetzungen bauen die drei Elemente der schlanken Entwicklung auf.

Schlanke Prozesse und Organisation

Der verschwendungsarme PEP zeichnet sich durch aufeinander abgestimmte Teilprozesse und eine minimale Anzahl wertsteigernder Quality Gates aus. Bisherige Review-Strukturen werden entschlackt. Die Einführung einer Taktung, in Anlehnung an die Produktion, führt zu einem fließenden Ablauf. Das erfordert die klare Trennung von repetitiven, konzeptionellen und inventiven Tätigkeiten im PEP. Die Arbeitsumfänge, die getaktet werden können, laufen innerhalb des Takts störungs- und unterbrechungsfrei ab. Die Vorteile sind ein optimaler Ressourceneinsatz in verschwendungsfreien Zeitscheiben.

Als Organisationsstruktur für diesen Projektdurchlauf haben sich strikt an den Kundenbedürfnissen orientierte Value Stream-Teams bewährt, die mit den erforderlichen Funktionen ausgestattet sind.

Zum Vergrößern bitte auf die Grafik klicken.

Im Zentrum der schlanken Entwicklung steht der erfahrene, hochqualifizierte und hochmotivierte Mitarbeiter. Dafür ist eine Qualifizierungsstrategie erforderlich, die den gezielten Wissensaufbau über Produkte und Abläufe, Mehrfachqualifizierungen, eine Fachlaufbahn zum „besten Ingenieur“ und die Weiterbildung der Führungskräfte umfasst, damit diese eigenverantwortliches Handeln bei allen Mitarbeitern fördern.

Schließlich gilt es, den Methoden- und Tooleinsatz entlang des PEP im Hinblick auf den Nutzen für den Kunden kritisch zu bewerten und bei Bedarf Ergänzungen oder Streichungen vorzunehmen.

Das ROI-Vorgehensmodell

ROI bietet diese Ansätze in einem fundierten Lean Development Programm an. Das Programm basiert auf langjähriger Erfahrung in der Produktentstehung sowie Lean Thinking-Ansätzen. Das Vorgehensmodell ist in Abbildung 1 dargestellt. Das neu entwickelte Lean Development-Scanning gibt einen Überblick über den Lean-Reifegrad in der Produktentstehung und führt zu gezielten Maßnahmen für die Weiterentwicklung.

Fazit: Das Vermeiden von Verschwendung und die klare Orientierung am Kunden in allen unternehmerischen Tätigkeiten werden im globalen Wettbewerb in Zukunft weiter an Bedeutung gewinnen und für alle Unternehmen zum zentralen Erfolgsfaktor.

http://www.produktion.de/qualifizierung-als-entscheidender-erfolgsfaktor/

Alle Bilder zum Artikel: 

Bildergalerie Bildergalerie Bildergalerie Bildergalerie

Anzeige

Weitere Aktuelle News

Gaben Einblick in mögliche IP-Strategien für den chinesischen Markt (v.l.): Dr. Oliver Pfaffenzeller, Lead IP Counsel Siemens AG, Matthias Seyboth, Director Intellectual Property Mann+Hummel GmbH, Rechtsanwalt Dr. Betram Huber und Dr. Thomas Pattloch, Senior Counsel bei der Partnergesellschaft Taylor Wessing. - Bild: Patente-Kongress

China braucht mehr Intellectual Property-Management

Das Management von Intellectual Property, kurz IP, gewinnt in China rasant an Bedeutung. Neben Patenten spielt dabei die Anmeldung von Gebrauchsmustern und Designs eine große Rolle. mehr

Zum Beispiel unvollständige Auträge und Arbeistanweisungen oder falsche Proritäten führen zu Abstimmungsproblemen (26 Prozent).

Wertschöpfung: ‘Nur 12  Prozent der Zeit wird geführt’

Führungskräfte bei KMU verbringen 50 Prozent ihrer Arbeitszeit mit reaktiven Tätigkeiten. Sie sollten proaktive Tätigkeiten ausbauen, um mit Planung und zielgerichtetem Handeln künftige Probleme zu vermeiden. mehr

Item Arbeitsplatzsystem mit dem AGR-Gütesiegel ausgezeichnet. - Bild: Item

Item Arbeitsplatzsystem mit dem AGR-Gütesiegel ausgezeichnet

Die Solinger Item Industrietechnik wurde als erster und bis heute einziger Anbieter industrieller Arbeitsplatzsysteme mit dem unabhängigen AGR-Gütesiegel "geprüft & empfohlen" ausgezeichnet. mehr

3D-Modell: Festo-Mitarbeiter können sich informieren und Ideen einbringen. Baustellenhütchen weisen auf Probleme. - Bild: Festo

Fabrikplanung bei Festo: Baustellenhütchen zeigen kritische Stellen

Festo baut ein neues Produktionswerk. Über das Wertstrom-Design hinaus fließen räumliche Erweiterbarkeit, Kommunikation und die Befähigung der Fachleute zum flexiblen Denken in die Planung ein. mehr



Suchen