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27.10.2010 |

Angepasste Supply Chain erhöht Rendite

Unternehmen, die ihre Supply Chain konsequent an den Produktmerkmalen ausrichten, erreichen eine doppelt so hohe Gesamtkapitalrendite. Das ergab eine Studie von Roland Berger.

Gunnar Knüpffer

HAMBURG. Der  Schlüssel für eine erfolgreiche Supply-Chain-Strategie liegt nach den Erfahrungen von Roland Berger Strategy Consultants in der richtigen Segmentierung und der daran angepassten Supply Chain. Ein zentrale Rolle spielen dabei Merkmale und Kundenanforderungen unterschiedlicher Produktkategorien. Je nach Vorhersehbarkeit des Bedarfs, Nutzungsdauer, Produktvielfalt, Service, Lieferzeit und speziellen Marktanforderungen variieren die einzelnen Produktmerkmale. Funktionale Produkte mit vorhersehbarem Bedarf stehen innovativen Produkten mit unkalkulierbarem Bedarf gegenüber. Unternehmen sollten diese Unterschiede berücksichtigen, um das richtige Design für ihre Supply Chain umsetzen zu können. Für diesen Ansatz hat Roland Berger Strategy Consultants den Begriff des Supply Chain Fit geschaffen.
Best-Practice-Unternehmen, die ihre Supply Chain konsequent segmentieren und an den Produktmerkmalen ausrichten, erzielen überdurchschnittliche Erfolge. Bei diesen Unternehmen ist die Gesamtkapitalrendite doppelt so hoch wie bei Unternehmen, die nicht auf diesen Ansatz gesetzt haben. Das ergab eine Studie von Roland Berger, der WHU Otto Beisheim School of Management in Vallendar, der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich und der Stanford University.
Neben kosteneffiziente treten zunehmend reaktionsschnelle Supply Chains. Als Vorbild könne der Düsseldorfer Henkel-Konzern dienen, bei dem die Kosteneffizienz der Supply Chain im Vordergrund steht. Abgeleitet von den Profitabilitäts- und Wachstumszielen ist die Unterteilung in globale, regionale und lokale Supply Chains an die neue Geschäftsstruktur angepasst.
Schlüsselfaktoren für strategisches und messbares Supply Chain Management sind die Bündelung von Zuständigkeiten und die flexible Gestaltung von Lieferketten. Es verringert die Komplexität von Lieferantenstrukturen, entwickelt weltweite Netzwerke und sorgt für Informationssysteme mit integrierter Bedarfsplanung.
Die Studie ergab, dass die durchschnittliche Gesamtkapitalrendite bei Herstellern von Standardprodukten mit Supply Chain Fit bei 11% und bei Produzenten von differenzierten Waren bei 9 % liegt. Das sind sechs beziehungsweise vier Prozentpunkte mehr als bei vergleichbaren Firmen ohne Supply Chain Fit. Besonders in der Automobil-, Konsumgüter- und Elektrogeräteindustrie erzielen Firmen mit optimierter Supply Chain deutliche höhere Werte bei der Gesamtkapitalrendite. Unternehmen mit Standardprodukten  und optimierter Supply Chain erreichten ein Wachstum von 14 % (gegenüber 6 %) und eine EBIT-Marge von 10 % (6 %). Hersteller von differenzierten Produkten erwirtschafteten ein Umsatzplus von 13 % (8 %) und eine EBIT-Marge von 10 % (8 %).
Bis zur letzten Konsequenz ist das Potenzial jedoch noch lange nicht ausgeschöpft. Eine Vielzahl der an der Studie beteiligten Firmen hat ihre Supply Chain noch nicht optimal auf die Produkteigenschaften abgestimmt. Differenziert nach Produkttyp verfügen 37 % mit Standardprodukten und 39 % der Unternehmen mit kundenspezifischen Produkten nicht über eine strategisch angepasste Supply Chain. Dabei können nach Ansicht der Berater schon kleinste Verbesserungen den Unternehmenserfolg entscheidend beeinflussen. Eine an die jeweiligen Produktmerkmale angepasste Supply Chain erlaube die reibungslose Auftragsentwicklung, bei der die Waren pünktlich und vollständig geliefert werden. Die richtige Standortwahl für Produktion und Lagerung verbunden mit schlanken Vertriebsprozessen hielte die Supply-Chain-Kosten niedrig und sichere den erforderlichen Servicegrad.

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