22.11.2011 |

Flexibilität in der Supply-Chain wird wichtiger

Ein Großteil der Unternehmen vermutet Verbesserungsmöglichkeiten in den funktionalen Bereichen der Supply-Chain wie in der Beschaffung. (Bild: Mustafa Sen - Fotolia.com).

Industrie- und Konsumgüter-Hersteller sehen vor allem in der Produktion und in einer besseren Zusammenarbeit zwischen den Standorten Möglichkeiten, die Supply-Chain zu optimieren.

Stuttgart (gk). Im Supply-Chain-Management (SCM) werden Flexibilität und Nachhaltigkeit künftig erheblich wichtiger. Das macht Anpassungen notwendig – von der Strategie über Organisation und Prozesse bis zum Controlling. Doch viele Unternehmen sind für diese Herausforderung unzureichend gerüstet. Das besagt die aktuelle Studie von Horváth & Partners. Sie zeigt, dass sich die relative Bedeutung verschiedener Ziele im SCM in Zukunft deutlich verändern wird. Zurzeit liegt der Fokus noch auf der Kosteneffizienz: Zwei Drittel der Unternehmen benennen diese als wichtigstes Ziel. Mehr als die Hälfte der Befragten erwartet jedoch, dass künftig die Flexibilität besonders wichtig sein wird. Und ein knappes Drittel bescheinigt auch der Nachhaltigkeit, die aktuell noch eher ein Schattendasein fristet, eine künftig hohe Bedeutung. Trotz großer Anstrengungen haben jedoch viele Unternehmen bisher nur eine begrenzte Kosteneffizienz erreicht. Bei der Ausrichtung auf Flexibilität und Nachhaltigkeit besteht ein noch größerer Handlungsbedarf: Eine gute Leistungsfähigkeit ihrer SC hinsichtlich Flexibilität geben lediglich 43 % der Befragten an, bei der Nachhaltigkeit sind es gar nur 21 %. Ein Großteil vermutet beträchtliche Verbesserungspotenziale in allen funktionalen Bereichen ihrer Supply-Chain. Den größten Optimierungshebel sehen sie in der Beschaffung (86 %). Etwa drei Viertel der Befragten sehen solche Potenziale auch in den Bereichen Produktion, Distribution und Lagerhaltung. Hinsichtlich funktionsübergreifender Aufgaben erkennen drei Viertel der Befragten hohe Optimierungspotenziale bei Strategie, Organisation und Controlling; bei den Prozessen sind es gar 88 %. Und bezüglich der übergreifenden Koordination ihrer Wertschöpfungskette werden die Potenziale vor allem in der besseren Vernetzung mit den Lieferanten (86 %) sowie der verschiedenen Standorte und Werke untereinander (75%) gesehen. Bei den Optimierungsmöglichkeiten gibt es klare Branchenunterschiede: Firmen aus der Automobilindustrie erkennen die größten Potenziale weiterhin in der Beschaffung. Im Chemie-, Öl- und Pharmasektor setzt man eher auf Verbesserungen in der Distribution. Und die Vertreter der Branchen Industrie- und Konsumgüter sehen Chancen vor allem in einer optimierten Produktion sowie einer besseren Koordination der verschiedenen Standorte eines Unternehmens. Unternehmen, die ihre Strategie, ihre Prozesse und ihr Steuerungskonzept aufeinander abgestimmt haben, erzielen eine höhere Leistungsfähigkeit in ihrer SC. Doch in den meisten Unternehmen fehlt es schon an einer entsprechenden SC-Strategie: Fast die Hälfte der Befragten gibt an, dass diese auf Unternehmensebene bestenfalls ansatzweise vorhanden ist; eine mit Lieferanten und Kunden abgestimmte SC-Strategie können sogar weniger als 40 % der Teilnehmer vorweisen. „Gerade im Hinblick auf die Kosteneffizienz, aber auch hinsichtlich der stark an Bedeutung gewinnenden Nachhaltigkeit, können Unternehmen durch eine bessere Abstimmung der Prozesse auf die Strategie sehr positive Wirkungen erzielen“, so Ulrich Zinn von Horváth & Partners.


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