szmtag

20.12.2011 |

Im Gleichgewicht zwischen Tradition und Innovation

Bei der Motorenmontage von VW Chemnitz werden ergonomische Aspekte berücksichtigt (Bild: Volkswagen).
Bei der Motorenmontage von VW Chemnitz werden ergonomische Aspekte berücksichtigt (Bild: Volkswagen).

Das Motorenwerk von Volkswagen Sachsen in Chemnitz realisiert nicht nur eine Lean-Production, welche Voraussetzung für die Wettbewerbsfähigkeit ist, sondern bemüht sich um ein ganzheitliches Profil: clean, effizient, ressourcen- und ergonomieorientiert und global offen.

Chemnitz (gk). „Nur wer sich seiner Herkunft und Wurzeln bewusst ist und diese nicht zerstört, ist in der Lage, die Zukunft zielgerichtet zu gestalten und zu wachsen“, sagt Heinrich Nottbohm, Werkleiter des Standorts Chemnitz. Factory in Balance – mit diesem Motto beschreibt Volkswagen in Chemnitz seine Strategie, mit der im Sinne der Zukunftsfähigkeit der Standort nachhaltig „wetterfest“ gemacht werden soll. Dass diese Philosophie erfolgreich ist, beweist der Triumph der Chemnitzer zum Gesamtsieger beim härtesten und traditionsreichsten deutschen Industriebenchmark Fabrik des Jahres/GEO im Jahr 2011.
Während in Chemnitz bis 1990 noch konventionelle Zweitakt-Motoren für den Trabant gefertigt wurden, vollzog sich in den folgenden beiden Dekaden ein Wandel hin zum Hightech-Segment mit einem heute anspruchsvollen und innovativen  Produktspektrum. Gemäß der Devise „think global, act local“ ist es dem Werk Chemnitz gelungen, den Kundenwünschen entsprechend die doppelt aufgeladenen TSI-Motoren flächendeckend auf den Markt zu bringen und als Wegbereiter für die modernen Turbodieselaggregate mit Common-Rail-Technologie zu fungieren. „Unsere Produkte befinden sich gemessen an den Marktanforderungen wie Nachhaltigkeit, CO2-Emissionen und Verbrauch in einem „sweet spot“. Dies beschreibt einen optimalen Bereich, welcher sich im Zeitablauf verschiebt“, erklärt Nottbohm auf die Frage nach der Zukunftsorientierung des Produktspektrums.
Dass der Weg in die Zukunft über Innovationen führt und daher eine konsequente Orientierung an den in der Gesellschaft vorherrschenden Megatrends substantiell ist, gehört in Chemnitz zum Leitmotto. „Die Zukunft kommt in langen Wellen“, sagt Nottbohm , „da gilt es, sich langfristig auf die globalen Herausforderungen der Zukunft einzustellen.“
Dementsprechend ist das Werk auch aktuell wieder verantwortlich für die neue Motorengeneration bei Volkswagen, welche in der New Small Family und später im modularen Querbaukasten Einsatz finden wird. Die Innovationskraft und Wettbewerbsstärke sichern dem Standort zudem die weltweite Typführerschaft dieser Aggregatefamilie zu.
Auf die veränderten Mobilitätsansprüche und Antriebskonzepte der Zukunft will man in Chemnitz ebenfalls eine Antwort geben: „Competence in Gas“. Damit wollen die Chemnitzer Motorenbauer sämtliche Derivate mit Erdgas-, Autogas-, Ethanol und Hybridantrieben in Serie bringen und gemäß der Kompetenzcluster im Geschäftfeld Motor der Komponente Know-how aufbauen.
Auch in der Komponentenfertigung des Werks, bestehend aus der Produktion der Ausgleichswellengetriebe und integrierten Ventiltriebsmodule, wird weiter auf innovative Fertigungstechnologien gesetzt. Wurde schon im Jahr 2009 durch die Produktneuheit des integrierten Ventiltriebsmoduls der Sieg  in der Kategorie „Hervorragendes Innovationsmanagement“ im Wettbewerb Fabrik des Jahres/GEO gewonnen, liegt heute mit den integrierten Ausgleichswellen wiederum eine Weiterentwicklung im Sinne von Gewichtsreduzierung und Reibungsminimierung in der Schublade. „Das Einbringen einer Idee in neue Produkte und deren Umsetzung erfordern ein funktionierendes Netzwerk und einen effektiven Know-how-Transfer zwischen Wissenschaft und Praxis zur Entwicklung innovativer Fertigungstechnologien“, sagt Nottbohm mit Blick auf das in Sachsen gut ausgeprägte wirtschaftliche Umfeld.
Auch sind die Themen der Ressourcen- und Energie-Effizienz im Rahmen des Konzepts der „Blue Factory“ in Chemnitz ganzheitlich organisiert und systematisch-logisch integriert. Auf Basis des entwickelten Total Energy Managements (TEM) geht VW Chemnitz „vom Produkt zur Fabrik“ bei Planungsprozessen und Optimierung laufender Prozesse vor. So lassen sich Potenziale im Sinne einer konsequenten Wertschöpfungsorientierung erkennen und Verschwendungen im Energiewertstrom eliminieren.
„Energiemanagement kann man nicht per Beschluss einfach umsetzen, sondern das will gelebt werden – dazu bedarf es einer Sensibilisierung der gesamten Mannschaft“, fasst Nottbohm seine Einstellung zusammen. Genau das spiegelt sich im hauseigenen Blue Best Practice Walk wider, ein Energielehrpfad durch die gesamte Fabrik für alle Mitarbeiter.
Professor Dr. Neubauer, Markenvorstand der Komponente, der diese Chemnitzer Strategie begrüßt, sagt: „Die Ökologie als Innovationstreiber wird in Zukunft ein immer wichtigeres Thema in allen Werken und Geschäftsfeldern der Volkswagen Komponente sein.“
Auf seinem Weg zu einem Top-Arbeitgeber versteht es das Werk Chemnitz auch, dem steigenden Gesundheitsbewusstsein seiner Mitarbeiter gerecht zu werden und verleiht dem im Konzept ‚Clean Factory‘ entsprechend Ausdruck. Clean Factory bedeutet nicht nur saubere Hallen und blanke Fußböden, sondern standardisierte Systeme und Strukturen mit zugehöri-gen Werkzeugen und zwar bis in die gesamte Peripherie mit allen Nebenprozessen. Durch das Konzept wird nicht nur den ohnehin steigenden Anforderungen an die Bauteilsauberkeit Rechnung getragen, sondern auch der Megatrend Gesundheit in die betriebliche Realität übertragen.
Das Werk Chemnitz realisiert nicht nur eine Lean-Production, welche ohnehin eine grundsätzliche Aufgabe und Voraussetzung für die eigene Wettbewerbsfähigkeit ist, sondern bemüht sich um ein ganzheitliches Profil: clean, effizient, ressourcenoptimiert, ergonomieorientiert und global offen. Im Zeitalter der Globalisierung und einer hohen Dynamik sollen diese Elemente den Vorsprung im Wettbewerb sichern. „Querdenken  ist kein Zufallsereignis, sondern vielmehr Managementaufgabe zur Entwicklung von Kreativität, Ideen und Innovation“, sagt Nottbohm. Diese Kernaussage findet sich auch im Werksslogan der Chemnitzer wieder und soll die Identität und Motivation der gesamten Mannschaft bestärken: „Ideen, die verbinden.“

Weitere Aktuelle News

Bestleistungen und ein enormes Tempo zeichnen Günter-Spur-Preisträgerin Claudia Ehinger aus. - Bild: Anna McMaster

Günter-Spur-Preis: Applaus für eine außergewöhnliche Frau!

Die junge Wissenschaftlerin Claudia Ehinger hat der Automobilindustrie etwas zu bieten – dafür erhält sie den Günter-Spur-Preis 2013. Bewerben für den Günter-Spur-Preis 2014 kann man sich hier noch bis Ende November. mehr

Sieger bei Fabrik des Jahres zeigen Perspektiven für die Produktion von morgen

Wie ein roter Faden zog sich das Thema Industrie 4.0 durch die Vorträge beim Kongress Die Fabrik des Jahres/GEO am 1. und 2. April in Amberg: Ein Video von Produktion zeigt Impressionen vom führenden Produktioner-Treffen. mehr

Anzeige

Prof. Günther Schuh, RWTH: Treiber für Industrie 4.0 sind Breitbandtechnologie, Sensorik und schnelle Prototypenentwicklung. - Bild: Anna McMaster

Professor Schuh auf der Fabrik des Jahres: Schnell mit Scrum

Wie wichtig Industrie 4.0 für die deutsche Industrie ist, zog sich wie ein roter Faden durch den Kongress Die Fabrik des Jahres/GEO am 1. und 2. April in Amberg. mehr

Die BSH-Geschäftsführer Johannes Närger, Dr. Karsten Ottenberg und Matthias Ginthum wollen die regionale Kompetenz von Bosch Siemens Hausgeräte ausbauen. - Bild: BSH

Bosch Siemens Hausgeräte investiert international

Bosch Siemens Hausgeräte wird im September dieses Jahres eine Waschmaschinenfabrik in Indien eröffnen. Das ist der Startschuss für den Ausbau regionaler Präsenzen und Märkte überall auf der Welt. mehr



Suchen