Zum Transport werden die Sägeabschnitte auf Paletten gestapelt. Diese können bis zu 1 t wiegen. (Bild: B. Hergarten Stahlspedition GmbH)

Neuss (rm). Der auf Stahllogistik spezialisierte Dienstleister übernimmt am Standort Mannheim die gesamte Abwicklung der Logistik inklusive der Disposition, die ein Mitarbeiter von Hergarten bei Günther + Schramm verantwortet. Das Unternehmen ist in den Bereichen Beschaffung, Lagerung und Anarbeitung von Stahl, NE-Metallen und Aluminium tätig. Die Kunden werden mit Sägeabschnitten in diversen Speziallängen, Stabstahl von 1,5 oder 2 m für Achsen oder Hydraulikwellen, Aluminium und Kunststoffen in Individualabmessungen beliefert.

In einem Radius von 300 km werden im Durchschnitt 130–180 Tonnen Werkstoffe pro Tag ausgeliefert. Zum Transport lagert man die Materialien in Gitterboxen oder auf Holzpaletten, die beladen zum Teil bis zu 1 t wiegen. Da Günther + Schramm vor der Zusammenarbeit mit Hergarten LKW mit niedrigen Aufliegern verwendete, war ein Aufeinanderstapeln der Paletten auf der Ladefläche nicht möglich. Infolgedessen konnte der Frachtraum in der Höhe nicht optimal genutzt werden.

Bei geringerem Transportgutaufkommen waren die LKW teilweise nicht ausgelastet. Hingegen musste das Unternehmen bei Auftragsspitzen trotz eigener Ressourcen zusätzlichen Laderaum auf dem freien Markt einkaufen. Insgesamt benötigte man zehn LKW mit bis zu 15 Fahrern.

Immer mehr Just-in-time-Projekte erforderten eine hohe Liefertreue und Flexibilität im Transport. Eine Auslagerung der Logistik war deshalb eine Lösung, um den steigenden Terminanforderungen zu einem angemessenen Preis-Leistungs-Verhältnis gerecht zu werden. Durch die erbrachten Anarbeitungsleistungen sind die Materialien zudem in Größe und Gewicht sehr unterschiedlich.

Heute bildet Hergarten die Logistik- und Transportleistung des Mannheimer Standortes ab. Nach einer Analyse aller Warenwege restrukturierte man die bestehenden Prozesse. Ein Disponent der Stahlspedition übernimmt direkt im Haus die Tourenplanung und Einteilung der Fahrzeuge. Zunächst werden ihm stündlich die elektronisch erfassten Aufträge übermittelt. Diese gibt er ans Lager weiter und beginnt in Abstimmung mit dem Lagermeister mit der softwareunterstützten Disposition.

Lagermeister und Disponent treffen Absprachen über die Reihenfolge der Auftragsabwicklung, um eine optimale Zusammenstellung der Touren zu erreichen. Durch diese Vorgehensweise konnte Hergarten die Anzahl der LKW, die für Günther + Schramm im Einsatz sind, von zehn auf acht Fahrzeuge mit acht Fahrern und einem Ersatzfahrer reduzieren.

Günther + Schramm hat jederzeit Zugriff auf die gesamten Kapazitäten seiner LKW-Flotte. Auch bei kurzfristigen Aufträgen können die Anforderungen an die Lieferzeiten erfüllt werden, da stets Laderaum zur Verfügung steht und weitere Kapazitäten bei Bedarf durch Hergarten schnell beschafft werden können.

Umgekehrt kann Günther + Schramm bei weniger Frachtgut Fahrzeuge abziehen. Damit sind die Transportkosten variabel dem Aufwand angepasst; zusätzliche Fixkosten wie für die Instandhaltung der Fahrzeugflotte entfallen. Auch versteckte Kostentreiber wie eine unzureichende Auslastung der Fahrzeuge spielen nun keine Rolle mehr. Da Hergarten LKW mit höheren Aufliegern einsetzt, kann der Laderaum durch Aufeinanderstapeln der Gitterboxen zudem besser ausgenutzt werden.

Darüber hinaus verbindet Hergarten für Günther + Schramm die Lagerstandorte Mannheim und Königsbronn durch eine feste und turnusmäßige Route. Diese wird von einem zusätzlichen LKW in einem  täglichen Rhythmus bedient. Bei Bedarf kann der Pendelverkehr zu einem Ringverkehr ausgeweitet werden. Der Pendelverkehr ermöglicht einen schnelleren und zuverlässigen Umlauf der Materialien sowie eine standortübergreifende Transportabwicklung mit einem  24-Stunden-Service.