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- RWTH Aachen WZL
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Aachen
21.03.2012 | Fabrik des Jahres
Prof. Schuh: Produktentwicklung bedarf der “Familienplanung”

Die Frage, wie die Produktionskompetenz die Innovationsfähigkeit eines Unternehmens beeinflusst, beschäftigt Prof. Dr.-Ing. Dipl.-Wirt. Ing. Günther Schuh, Direktor des Werkzeugmaschinenlabors WZL der RWTH Aachen und des Fraunhofer-Instituts für Produktionstechnologie IPT, Aachen.
von Sabine Leikep
DRESDEN. Als leuchtende Beispiele für bahnbrechende Produktinnovationen führt Schuh das iPhone und das iPad von Apple an. „Wann sind Ihre Kunden das letzte Mal für ein neues Produkt Schlange gestanden?“, so lautete die provokante Frage von Prof. Schuh an die Teilnehmer des Kongresses Fabrik des Jahres. Disruptive Innovation sei das Geheimnis für Produkterfolge von Unternehmen. Und in Deutschland habe man dazu ebenfalls beste Voraussetzungen. Dies würden Unternehmen wie Volkswagen, Porsche oder Aeskulap beweisen. „Die Kunst der Innovation liegt darin, Märkte zu entwickeln“, betont Schuh. Sein Appell: „Vergessen sie das Entwickeln einzelner Produkte oder Produktlinien. Wir können uns das heute nicht mehr leisten. Denken Sie in Produktfamilien oder noch besser: in Clans!“
Die Stärke deutscher Unternehmen liege in der Innovationskompetenz, robusten Prozessen und Qualität. Probleme gäbe es leider bei der schnellen Umsetzung. Die Zeit bis zur Produktionsreife sei in China mit etwa vier Monaten deutlich schneller als in Deutschland, wo dieser Prozess ein bis eineinhalb Jahre dauern würde.
„Wir haben ein ambivalentes Verhältnis zur Komplexität“, bemerkt Prof. Schuh und fordert bei der Produktentwicklung eine abgestimmte Standardisierung. Diese sei beispielsweise für den Erfolg der Volkswagen AG verantwortlich. Wenn man sich auf die konstituierenden Merkmale der Produkte konzentriere, dann habe man weniger Engineering-Aufwand, eine Qualitätsgarantie und Ersparnisse beim Invest.
Als „The German Way“ bezeichnet er die Fähigkeit zur integrierten Produktentwicklung und Fertigung.
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