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25.11.2010 | Management
Volatile Märkte erfordern Flexibilität

Deutsche Unternehmen haben noch einen Nachholbedarf bei flexiblen Beschäftigungsformen, sagt Arbeitgeber-Präsident Hundt. Sie brauchen Flexibilität, um Auftragsspitzen zu bewältigen.
Gunnar Knüpffer
Landsberg. Die Ausschläge in der Konjunktur werden kürzer und härter. Das befürchtet VDMA-Präsident Thomas Lindner: „Daher muss das Thema Flexibilität auf der Agenda bleiben. Wenn die Unternehmen nicht angemessen auf die Ausschläge reagieren können, laufen wir in eine gefährliche Schere hinein.“ Betroffen sei die Frage des Kündigungsschutzes, die Befristung der Arbeitsverträge und das Thema Zeitarbeit, sagte Lindner. Flexible Beschäftigungsverhältnisse leisten nach Ansicht des BDA einen Beitrag zur Bewältigung steigender Flexibilitätsanforderungen und des wachsenden Wettbwerbsdrucks auf Grund der Globalisierung. „Die Unternehmen brauchen Flexibilität, um schnell auf punktuelle Auftragsspitzen reagieren zu können“, fordert der BDA. „In der Krise haben sich vor allem Arbeitszeitkonten, flexible tarifvertragliche Regelungen sowie der Einsatz von Zeitarbeit und Befristungen als sehr wirkungsvoll erwiesen“, sagt Arbeitgeberpräsident Dr. Dieter Hundt im Interview mit Produktion. „Mit Blick beispielsweise auf die Niederlande haben wir insgesamt immer noch einen Nachholbedarf beim Einsatz flexibler Beschäftigungsformen.“
Einer aktuellen Studie der Europäischen Kommission zu Folge haben Österreich und Großbritannien die flexibelsten Arbeitszeitregelungen. Dabei wurden die Kategorien Teilzeitarbeit, Überstunden und Arbeitszeitverlängerung miteinbezogen. Deutschland liege dabei zusammen mit Dänemark, Schweden, Finnland und Norwegen in Bezug auf Flexibilität recht weit vorn, teilte die Kommission mit: Mehr als 50 % der Beschäftigen in diesen Ländern nutzen bereits flexible Arbeitszeiten.
Einen intelligenten Ansatz zur Flexibilisierung der Arbeit wählte die Firma Hansgrohe, die auch bei der Konferenz vertreten ist: Der Armaturenhersteller realisierte bereits in den 90er-Jahren flexible Arbeitszeitmodelle. Diese umfassen einen Gleitzeitrahmen, ein Langzeitkonto und ein ‚Langzeitkonto 45‘ für Mitarbeiter, die ab ihrem 45. Geburtstag Zeit für einen früheren Ruhestand ansparen. Zu dem führte Hansgrohe eine kontenorientierte Arbeitszeit ein. Damit hat die Firma die nötige Flexibilität, um kurzfristig auf Schwankungen im Auftragseingang zu reagieren. Bei Bedarf werden Schichtzeiten verlängert und Samstags- oder Sonderschichten gefahren, um Auftragsspitzen abzufedern. Bei niedrigem Auftragseingang wird mit Minusstunden reagiert. Auf diese Weise hat Hansgrohe die Krise gut bewältigt: Als eines der wenigen Unternehmen der metallverarbeitenden Industrie beantragte der Hersteller keine Kurzarbeit. Hansgrohe verbesserte durch seine Flexibilität die Kundenzufriedenheit und steigerte den Umsatz deutlich. Flexible Arbeitszeiten sind auch für die Arbeitnehmer ein wertvolles Gut. So würden 67 % der Arbeitnehmer in Deutschland dafür einen niedrigeren Lohn in Kauf nehmen, ergab eine Studie von Avaya. Für flexiblere Arbeitsbedingungen seien Mitarbeiter bereit, Zugeständnisse zu machen und auch außerhalb der Bürozeiten zu arbeiten.
Wie Geschäftsführer, Personalleiter und Werksleiter mit neuen Instrumenten der Personalführung die steigende Zahl von Aufträgen bewältigen, erfahren Sie auch bei der Konferenz „Wettbewerbsfaktor Flexibilisierung der Arbeit“ am 18./19.1. 2011 im Mövenpick Hotel Stuttgart Airport.
Anm.: R. Kübler, Tel. 08191/125 433, Fax: 08191/125 404, E-Mail: roswitha.kuebler@sv-veranstaltungen.de.
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