17.01.2011 |

Welche Lehren die Maschinenbauer aus der Krise ziehen

VDMA-Präsident Lindner: Die Branche steuert 2012 auf einen historischen Rekordumsatz zu (Bild: VDMA).

Als Folge der Krise will die Mehrheit der Maschinenbauunternehmen ihre Strategie grundsätzlich überarbeiten, ergab die VDMA-Studie „Lehren aus der Krise“.

FRANKFURT (gk). Über 50 % der Maschinenbauunternehmen haben aufgrund der Erfahrungen in der Krise ihre Strategien in den Bereichen Märkte, Kunden, Produkte oder Kernkompetenzen geändert oder planen, diese zu ändern. Zu dem Ergebnis kommt die Studie „Lehren einer Krise“, die im Auftrag der Impuls-Stiftung des VDMA durchgeführt wurde. Die Firmen wollen und müssen flexibler werden und ihre Fixkosten weiter reduzieren. Sie müssen schneller auf Marktschwankungen reagieren können, zumal nach Ansicht von VDMA-Präsident Dr. Thomas Lindner die Zyklen im Maschinenbau kürzer und heftiger werden: „Wer sich hier nicht schnell anpasst, ist in seiner Existenz gefährdet.“
Die Maschinenbauunternehmen setzen sehr stark auf neue Produkte, sie konzentrieren sich auf ertragsstarke Produkte, Prozessverbesserungen und – vor allem die kleineren Unternehmen – auf den Aufbau finanzieller Reserven. „Viele Unternehmen haben in der zurückliegenden Krise äußerst negative Erfahrungen mit den Banken gemacht. Deshalb streben sie jetzt danach, sich von den Banken unabhängiger zu machen und weitere finanzielle Ressourcen aufzubauen“, sagte Lindner.
Nach Einschätzung des VDMA-Präsidenten legen die Unternehmen noch mehr Wert auf Nachhaltigkeit und langfristiges Wachstum. Gerade die Familienunternehmen ließen sich nicht von ihren langfristigen Zielen abbringen und setzten weiterhin auf den nachhaltigen Markterfolg. Die meisten (31 %) bevorzugen eine Offensivstrategie. Dazu zählen die Stärkung der Innovationskraft (Entwicklung neuer Produkte, Prozessinnovationen, Einsatz neuer Technologien) und/oder Maßnahmen zur Mitarbeiterentwicklung. An zweiter Stelle (28 %) rangiert eine Pufferstrategie mit einer Erhöhung der Flexibilität und einer Verbesserung der finanziellen Vorsorge. Abgeschlagen (13 %) landet die Defensivstrategie mit einer Verringerung der Kapazitäten, einem vorsichtigeren Wachstum und Investitionszurückhaltung.
Die Erfolgsfaktoren der Zukunft sind Internationalisierung, Know-how, Differenzierungsfähigkeit und Netzwerke. Zwei Drittel der kleinen und drei Viertel der großen Maschinenbauunternehmen wollen ihre Auslandsumsatzanteile bis 2015 ausbauen. Die größeren Unternehmen wollen die Auslandsproduktion verstärken und mehr Mitarbeiter im Ausland beschäftigen. Die Exportstrategie wird durch den Aufbau ganzer Wertschöpfungsketten im Ausland ergänzt.
40 % der größeren Maschinenbauunternehmen erwarten, dass in fünf Jahren ihr Hauptkonkurrent aus den BRIC-Staaten kommt – gegenüber 20 % heute.


Anzeige

Anzeige

Suchen