08.12.2011 | Fabrik des Jahres
Wolf GmbH: Kundentakt und Flexibilität in der Montage

„Einige unserer Produkte gibt es in über 200 Varianten. Würden wir hier immer fünf vom selben Typ fertigen, kämen wir hinsichtlich Lieferzeit und Platzbedarf in Bedrängnis“, erklärt Amann den Hintergrund. Die Materialversorgung wurde über Kanban im Pull-System organisiert, die Linienbesetzung skalierbar gemacht, die Produktion geglättet. „Das bedeutet, dass wir jede Woche mittwochs einen Produktionsplan für die kommende Woche erstellen. Dann wissen wir schon im Voraus ziemlich genau, welche Produkte in welcher Anzahl mit wie vielen Mitarbeitern gefertigt werden sollen“, sagt der Produktionschef. „Die Mitarbeiter können sich dadurch besser auf die sich ändernden Arbeitsbedingungen in der nächsten Woche einstellen.“ Im Detail heißt das: Ein Mitarbeiter weiß dann, ob er in der kommenden Woche mehr oder weniger arbeiten muss, innerhalb des Werkes einen anderen Job wahrnehmen oder vielleicht sogar gar nicht zur Arbeit erscheinen muss.
Christian Amann, Geschäftsführer Produktion & IT bei der Wolf GmbH.
Arbeitszeiten zwischen o und 40 Stunden pro Woche
Diese Skalierbarkeit und Flexibilität funktionieren natürlich nur mit einem entsprechend flexiblen Arbeitszeitmodell und über Mehrfachqualifikation. Bei der Wolf GmbH ist das wörtlich zu verstehen. Über sogenannte ‚Flexi-Arbeitszeiten‘ kann die wöchentliche Regelarbeitszeit von 38,5 Stunden hoch- und runtergefahren werden – ohne Grenzen.
Da die tatsächliche Arbeitszeit immer von der Auftragslage und der Auslastung der Produktion abhängt, kann sie zwischen Null und 40 Stunden pro Woche schwanken. Die Mitarbeiter sind darauf eingestellt. Dank dieser flexibel gestalteten Zeitarbeitskonten hat es die Wolf GmbH übrigens ohne Kurzarbeit durch die Weltwirtschaftskrise im Jahr 2009 geschafft. Auftragsspitzen fangen die Mainburger mit Leiharbeitern ab.
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