21.02.2011 | Green Logistics

Green Logistics: Top-Thema auf allen Ebenen

Neben dem schnellen Warenumschlag steht das Thema  Effizienz ganz oben auf der Tagesordnung der Intralogistik (Bild: Deutsche Messe ).
Neben dem schnellen Warenumschlag steht das Thema Effizienz ganz oben auf der Tagesordnung der Intralogistik (Bild: Deutsche Messe ).

Die deutsche Intralogistik-Branche erwartet für 2011 ein Umsatzwachstum von 9% auf rund 16 Mrd Euro und steht vor einem Paradigmenwechsel: Green Logistics wird zum Top-Thema auf allen Ebenen.

von Klaus Hiemer

HANNOVER. „Unsere Branche steht wie die gesamte Investitionsgüterindustrie vor einem Paradigmenwechsel. Gefordert ist nicht mehr nur schneller, höher, weiter – das könnte schnell zum German over-engineering führen. Gefordert sind vor allem ölologische und ökonomische Effizienz“, sagte Christoph Hahn-Woernle, Sprecher des Forums Intralogistik im VDMA vor der Presse in Hannover.

Im vergangenen Jahr ist der Umsatz der deutschen Intralogistikbranche gegenüber 2009 um 9% zurückgegangen, nachdem er 2009 im Vergleich zum Spitzenjahr 2008 um 24% eingebrochen war. „Damit ist 2010 der Rückgang deutlich geringer ausgefallen, als wir vor einem Jahr noch befürchten mussten“, sagte Hahn-Woernle weiter. Die Prognose lag damals bei minus 17%.

Deutsche Umsatzentwicklung in der Intralogistik: Dem Umsatztief von 2010 mit 14,8 Mrd Euro könnte laut Prognose ein Anstieg auf 16,1 Mrd Euro für 2011 folgen – knapp über das Niveau von 2009.

Trotz des Rückgangs der Umsätze in den Jahren 2009 und 2010 sei die Zahl der Mitarbeiter nahezu konstant geblieben. Dafür gebe es gute Gründe, betonte Hahn-Woernle. „Wir hatten mit den flexiblen Arbeitszeitkonten, der Kurzarbeit und der Flexibilität durch die Zeitarbeit Instrumente an der Hand, die es uns ermöglicht haben, diese Krise stark abzufedern.“ An diesen Instrumenten dürfe nicht gerüttelt werden, vor allem nicht an der Zeitarbeit. „Sonst verlieren wir einen wichtigen Wettbewerbsvorsprung, um den uns viele Länder beneiden.“

China wurde 2010 zum wichtigsten Abnehmerland für deutsche Intralogistikprodukte. Deutsche Unternehmen exportierten Produkte und Systeme im Wert von 946 Mio Euro nach China und damit 4% mehr als 2009. China liegt somit zum ersten Mal auf Platz eins des Absatzmarktes deutscher Intralogistik-Erzeugnisse. 2009 lag es noch auf Platz drei nach den USA (2010: 702 Mio Euro) und Frankreich (2010: 658 Mio Euro).

Die BRIC-Staaten (Brasilien, Russland, Indien und China) wiesen 2010 die höchsten Export-Zuwachsraten unter den wichtigsten deutschen Kunden von Intralogistik-Produkten auf. Bemerkenswert ist dabei der Zuwachs der deutschen Intralogistik-Ausfuhren nach Brasilien, der gegenüber 2009 um 133% auf 414 Mio Euro gesteigert wurde. Exporte deutscher Intralogistik nach Russland haben um 39% zugelegt, nach Indien um 31%. In diesen Zahlen nicht berücksichtigt sei die Wertschöpfung deutscher Intralogistikunternehmen vor Ort, sagte Hahn-Woernle. „Die deutsche Intralogistik ist weltweit führend.“

Die Intralogistik stehe vor der großen Herausforderung, beispielsweise Lösungen zu entwickeln, die es auch älteren Mitarbeitern ermöglichen, gesundheitsschonend zu arbeiten. „Wenn man sich unsere Bemühungen im Bereich Green Logistics anschaut, hat sich unsere Branche vom Betroffenen zum Problemlöser gewandelt“, betonte Hahn-Woernle und wies auf die neue VDMA-Nachhaltigkeits-Kampagne „Blue Competence“ hin. Sie beinhalte technische Lösungen der Intralogistik, „die mit geringerem Energieeinsatz größere Leistungen erreichen, die helfen, Verpackungsmüll zu reduzieren und die es ermöglichen, Arbeitsplätze humaner zu gestalten und physische Arbeitsbelastungen zu reduzieren.“

„Die deutsche Intralogistik kann mit Fug und Recht als führend in der Welt betrachtet werden. Die führende Rolle der deutschen Intralogistik zeigt sich nicht nur an den Exporten, sie zeigt sich nicht nur an der hohen Präsenz der deutschen Anbieter in den einzelnen Märkten,“ sagte Dr. Christoph Beumer, Vorsitzender des Cemat-Präsidiums. Sie zeige sich vor allem an den Innovationen und Entwicklungen, die aus Deutschland stammten und die in aller Welt gebaut würden. „Hier in Deutschland werden die Innovationen entwickelt, hier sitzt das Gehirn und schlägt das Herz der Intralogistik.“ In Deutschland sorgten gut ausgebildete Ingenieure und Techniker für Intralogistiklösungen, die den Menschen überall auf der Welt dienten und gleichzeitig die Wirtschaftlichkeit der Unternehmen erhöhten.

Mehr als die Hälfte der deutschen Intralogistik-Wertschöpfung geht in den Export. Ein immer größerer und stark anwachsender Teil der Wertschöpfung wird laut Dr. Beumer aber auch vor Ort in den lokalen Märkten erbracht.

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