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23.01.2012 |

Logistikgerechte Produktentwicklung

Nachhaltig ist der Ansatz, gleich bei der Produktentwicklung den Logistikaufwand zu berücksichtigen (Bild: Fotolia, XtravaganT).
Nachhaltig ist der Ansatz, gleich bei der Produktentwicklung den Logistikaufwand zu berücksichtigen (Bild: Fotolia, XtravaganT).

Ein simultanes Gewichts- und Kosten-Controlling verbessert die CO2-Bilanz  von Unternehmen des Maschinen- und Anlagenbaus.

Günther Pawellek, Professor am Institut für Technische Logistik der TU Hamburg-Harburg
Hamburg (gk). Die weltweit verteilte Herstellung von Produkten führt auch im Maschinen- und Anlagenbau zu einem hohen Logistikaufwand. Insbesondere äußert sich dies im Verkehrsaufkommen in den Produktionsnetzen und im CO2-Ausstoß. Viele Stimmen werden bereits laut in ihrem Wunsch, diesem Umweltproblem entgegen zu wirken. Dabei können direkt im Logistiksystem Ansätze zur Verbesserung gesucht werden. Weitreichender und nachhaltiger ist der Ansatz, an der Quelle, nämlich bereits in der Produktentwicklung, zu beginnen. Ein großer Anteil des Logistikaufwandes wird schon durch Entscheidungen der Produktentwicklung bestimmt. Um zum Beispiel die gewünschten Gewichtsziele zu erreichen, muss die Transparenz der realisierbaren Gewichte bereits in einer frühen Phase der Produktentwicklung gegeben sein, um rechtzeitig steuernd eingreifen zu können. Voraussetzung ist der gewichtsmäßige Zusammenhang zwischen Produktstruktur und Endprodukt.
Die in einem BMBF-Forschungsprojekt mit Airbus sowie dem Institut für Technische Logistik der TU Hamburg-Harburg und der GfU Gesellschaft für Unternehmenslogistik mbH entwickelten IT-Tools zur integrierten Produkt- und Produktionslogistik machen eine effiziente Analyse, auch mit Variantenvergleichen über Szenariomodelle möglich. Die Visualisierung der Gewichtssenkungspotenziale erfolgt grafisch und erlaubt so einen schnellen Überblick. Möglichkeiten der Erweiterung beziehungsweise Verringerung um Detailebenen erhöhen die Übersichtlichkeit bei der Ursachenfindung.
Über die Verwendung einer integrierten Datenbasis lassen sich darüber hinaus simultan über die gleiche Produktstruktur weitere Analysen wie zum Beispiel Target Costing zur Unterstützung des Produktentwicklungsprozesses, die Dynamikanalyse zur Veranschaulichung der Interdependenzen der einzelnen Produktteile oder die Analyse der Logistik im gesamten Produktionsnetzwerk durchführen. Erst in dieser Methodenkombination lassen sich ökonomische und ökologische Aspekte transparent und  effizient beurteilen.

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