27.10.2011 |

ABB zeigt sich nach drittem Quartal vorsichtig

Der Umsatz von ABB erhöhte sich gegenüber dem Vorjahresquartal um 17% auf 9,68 Mrd US-Dollar, der Auftragseingang stieg um 18% auf 9,86 Mrd US-Dollar. (Bild: ABB)
Besonders in den frühzyklischen Branchen wie Industrieausrüstung und Bau sind die Aufträge bei ABB zuletzt zurückgegangen (Bild: ABB)

Beim Anlagenhersteller ABB hat sich die Nachfrage in einigen Produktfeldern zuletzt erkennbar abgeschwächt. Daher gibt sich der Schweizer Konzern für die Zukunft betont vorsichtig, zumal die Zahlen für das dritte Quartal die Erwartungen von Analysten verfehlt haben.

ZÜRICH (Dow Jones/ks)–”Wir kommen gut voran, aber das wirtschaftliche Umfeld ist sehr unsicher”, sagte CEO Joe Hogan am Donnerstag bei Veröffentlichung des Quartalsberichts. Nun gelte es, die Kosten im Griff zu behalten und für den Fall einer einbrechenden Konjunktur gut gerüstet zu sein.

Im Baugeschäft und in der Industrie-Ausrüstung, die als besonders frühzyklisch gelten, sei die Nachfrage zurückgegangen, teilte ABB mit. Hier erwirtschaftet die Gruppe ein Fünftel des Umsatzes. Zu den von der Nachfrageschwäche betroffenen Produkten zählten etwa elektrische Sicherungen und Schaltanlagen. Der Auftragsbestand ist auf Jahressicht dennoch um 7% auf 28,49 Mrd Dollar gestiegen.

Mit einem Anstieg des Nettogewinns von 2% im Vergleich zum Vorjahr auf 790 Mio Dollar blieb der Schweizer Konzern unter der Konsensschätzung von Analysten, die mit 843 Mio Dollar gerechnet hatten. Auch der Umsatz verfehlte trotz eines Anstiegs von 18% auf 9,34 Mrd Dollar die Konsensprognose von 9,56 Mrd Dollar.

“Trotz der soliden operativen Entwicklung sind die Ergebnisse insgesamt gemischt ausgefallen”, kommentierte Analyst Richard Frei von der Zürcher Kantonalbank die Zahlen. Umsätze und Auftragseingänge seien leicht unter den Erwartungen geblieben.

Die Schweizer haben nach eigener Aussage bis zum Ende des dritten Quartals Kosten von 750 Mio Dollar eingespart. Bis zum Jahresende sollen es 1 Mrd Dollar sein. Die Einsparungen hätten steigende Kosten beispielsweise in der Kraftwerkssparte überkompensiert.

Die ABB-Aktie verliert an der Börse in Zürich 0,4% auf 17,18 Schweizer Franken. Damit bleibt sie hinter dem Gesamtmarkt zurück, der um 1,6% zulegt. Auch die Aktien von Wettbewerbern wie Siemens (+2,7%) und Alstom (+5,1%) legen kräftig zu.


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