27.10.2011 | Unternehmen & Märkte
ABB zeigt sich nach drittem Quartal vorsichtig

Beim Anlagenhersteller ABB hat sich die Nachfrage in einigen Produktfeldern zuletzt erkennbar abgeschwächt. Daher gibt sich der Schweizer Konzern für die Zukunft betont vorsichtig, zumal die Zahlen für das dritte Quartal die Erwartungen von Analysten verfehlt haben.
ZÜRICH (Dow Jones/ks)–”Wir kommen gut voran, aber das wirtschaftliche Umfeld ist sehr unsicher”, sagte CEO Joe Hogan am Donnerstag bei Veröffentlichung des Quartalsberichts. Nun gelte es, die Kosten im Griff zu behalten und für den Fall einer einbrechenden Konjunktur gut gerüstet zu sein.
Im Baugeschäft und in der Industrie-Ausrüstung, die als besonders frühzyklisch gelten, sei die Nachfrage zurückgegangen, teilte ABB mit. Hier erwirtschaftet die Gruppe ein Fünftel des Umsatzes. Zu den von der Nachfrageschwäche betroffenen Produkten zählten etwa elektrische Sicherungen und Schaltanlagen. Der Auftragsbestand ist auf Jahressicht dennoch um 7% auf 28,49 Mrd Dollar gestiegen.
Mit einem Anstieg des Nettogewinns von 2% im Vergleich zum Vorjahr auf 790 Mio Dollar blieb der Schweizer Konzern unter der Konsensschätzung von Analysten, die mit 843 Mio Dollar gerechnet hatten. Auch der Umsatz verfehlte trotz eines Anstiegs von 18% auf 9,34 Mrd Dollar die Konsensprognose von 9,56 Mrd Dollar.
“Trotz der soliden operativen Entwicklung sind die Ergebnisse insgesamt gemischt ausgefallen”, kommentierte Analyst Richard Frei von der Zürcher Kantonalbank die Zahlen. Umsätze und Auftragseingänge seien leicht unter den Erwartungen geblieben.
Die Schweizer haben nach eigener Aussage bis zum Ende des dritten Quartals Kosten von 750 Mio Dollar eingespart. Bis zum Jahresende sollen es 1 Mrd Dollar sein. Die Einsparungen hätten steigende Kosten beispielsweise in der Kraftwerkssparte überkompensiert.
Die ABB-Aktie verliert an der Börse in Zürich 0,4% auf 17,18 Schweizer Franken. Damit bleibt sie hinter dem Gesamtmarkt zurück, der um 1,6% zulegt. Auch die Aktien von Wettbewerbern wie Siemens (+2,7%) und Alstom (+5,1%) legen kräftig zu.
Anzeige
Anzeige
Weitere Aktuelle News
Bosch-Solartochter Aleo verhandelt mit Übernahmeinteressenten
Bosch hat für seine Solartochter erste Interessenten am Haken. Die Aleo Solar AG führt erste Gespräche mit Investoren über eine Übernahme, wie die Gesellschaft mitteilte. (Dow Jones/ks). Der Hauptaktionär Bosch hatte Ende März erklärt, die Tochter nicht weiter betreiben zu wollen. Jetzt wird ein Käufer für die 90,7% an Aleo gesucht, mehr
Klöckner & Co weitet Stellenabbau aus
Der Stahlhändler Klöckner & Co baut angesichts der anhaltenden Stahlkrise in Europa noch mehr Stellen ab als bislang geplant. von Hendrik Varnholt, Dow Jones (ks). In der laufenden Restrukturierung will das Unternehmen bis Ende 2013 nun mehr als 2.000 seiner etwa 10.000 Arbeitsplätze streichen, wie Vorstandschef Gisbert Rühl zu Beg mehr
Niederlande machen Weg für Urenco-Verkauf frei
Die Niederlande haben den Weg für den Verkauf von Urenco freigemacht, dem weltweit zweitgrößten Spezialisten für die Urananreicherung. Die Regierung des Landes kündigte am Donnerstag an, sich von ihrem 33-Prozent-Anteil zu trennen. von Maarten van Tartwijk, Dow Jones AMSTERDAM (ks). Das zweite Drittel des Unternehmens gehört Großbrit mehr
Editorial: Strafzölle der Machtlosen
Schon einmal, im 19. Jahrhundert, führten die Europäer einen - militärischen - Handelskrieg gegen China. Als Verlierer der beiden ‚Opium-Kriege‘ musste China den Drogenhandel zulassen, verlor Hongkong und stieg von Asiens Nummer Eins zur westlichen ‚Kolonie‘ ab. Eine der schmachvollsten Perioden Chinas - verursacht von Europäern - mehr
Anzeige





www.automobil-produktion.de/ase

